SOLINO - Wohnen im Alter

Im Spannungsfeld zwischen Politik und Wohlbefinden der Bewohner

megaphoneVereinsmeldung zu SOLINO - Wohnen im Alter

Mitgliederversammlung des Solino Boswil – Wohnen im Alter

Ein Wechsel im Vorstand, eine neue «Bus-Linie» zum Solino und eine geplante Vernetzung verschiedener Pflegeinstitutionen zum «Gesundes Freiamt», versprachen einen spannenden Abend.

Rund 80 Mitglieder des Vereins St. Martin und Solino - Wohnen im Alter, trotzten den winterlichen Verhältnissen und wollten sich aus erster Hand über diese Themen und die weiteren Geschäfte informieren. Präsident Ronni Hilfiker umriss in groben Zügen die Idee «Gesundes Freiamt»: Eine Vernetzung von Alters- und Pflegeheimen im Oberen Freiamt mit Spitex und Spital Muri. Das soll zur besseren Ressourcennutzung und zu finanziellen Einsparungen führen. «Sparen - koste es was es wolle, gilt für uns nicht», erläuterte der Präsident. Der Vorstand steht hinter diesem Vorhaben, solange für alle die gleichen Voraussetzungen gelten. Man werde das Projekt auf Grund der doch unterschiedlichen Interessen weiterhin kritisch hinterfragen. 

Gepflegtes Wohnen

Der Präsident blickte auch zurück auf den Info-Abend zum «Gepflegten Wohnen». Diese Doppeldeutigkeit sollte aufzeigen, dass im heutigen Altersheim in unterschiedlichen Stufen auch gepflegt wird. Mit diesem Anlass wurde über die Vorbereitungen und Abklärungen zu einem Heimeintritt informiert. Dieser Anlass soll auch im kommenden Jahr wieder realisiert werden. «Zu Hause ist der Mensch dort, wo er sich wohl fühlt, Wertschätzung und Verständnis erfährt», baute der Heimleiter Stefan Gerschwiler eine Brücke zu seinen Ausführungen. In einer bunten Bildfolge konnte er aufzeigen, dass sich seine Bewohner «zu Hause» fühlen. Sei es beim Projekt «Uf und dervo» bei dem individuelle Bewohnerwünsche erfüllt wurden, beim Frühlingslotto, am musikalischen Rosentag, beim Fasnachtsball oder am «Solino-Fäscht». Letzteres soll nach 29 Jahren eine Auffrischung erfahren: «Nach wie vor gilt aber – Solino-Fäscht, wo Jung und Alt sich trifft» betonte der Heimleiter. Die terminliche Verschiebung auf anfangs September sei definitiv, an der Neu-Gestaltung des Programmes werde noch gearbeitet.

Erfreuliche Finanzen – trotzdem Rücktritt

Abgeschlossen im doppelten Sinne hat hingegen der Kassier Robert Hunziker. Einerseits die Erfolgsrechnung 2016, heute aber auch definitiv sein Engagement als Kassier - dies nach 19 Jahren. Im Verein wurde ein positives Betriebsergebnis von rund 108'000 Franken erwirtschaftet. Bei den Wohnungen resultierte ein Plus von rund 38'000 Franken. Zum guten Ergebnis beigetragen hat die Tatsache, dass Zimmer und Wohnungen immer gut belegt waren. Dies wiederum sei ein Verdienst der umsichtigen Arbeitsweise von Heimleitung und Personal und dem bedachten Handeln des Kassiers.

Mit diesen positiven Zahlen, sozusagen auf dem Höhepunkt seiner Karriere, plante Robert Hunziker seinen Rücktritt. Mit Roland Frick konnte der Vorstand einen ebenfalls versierten Fachmann gewinnen. Bereits einmal haben sich diese beiden in ihrem Amt abgelöst, jedoch in umgekehrten Sinne: Roland Frick war Finanzverwalter der Gemeinde Boswil und Robert Hunziker wurde damals (vor 19 Jahren) sein Nachfolger.

«Ich sehe meine Motivation darin, dass ich der älteren Generation, die früher für mich da waren, heute auf diese Art etwas zurückgeben kann», erklärte sich Roland Frick nach seiner einstimmigen Wahl zum Kassier.

«Bauen ist eine gerissene Sache»

Meistens ist es das abschliessende Traktandum «Verschiedenes», das Interessantes und Spannendes beinhaltet – so auch im Solino. Aufmerksam wurden jedenfalls alle, als der Präsident ein Leid zu beklagen hatte: von Rissen im Übergang von Neu- zu Altbau, von Baufehler des Statikers und erfolgten Überprüfungen durch Bauexperten erläuterte Ronni Hilfiker die Erkenntnisse der letzten Monate. «Rund 260'000 Franken wird der Einbau von Stützträgern kosten, was die Versicherung übernehmen wird», konnte er beruhigend festhalten.

Erfreulicheres konnte das Vorstandsmitglied Cornel Villiger verkünden. Zusammen in einer Fachgruppe erarbeitete er ein ÖV-Konzept für das Solino. «Den Bahnhof können wir nicht verschieben, aber mit einem Bus-Betrieb für Bewohner, Besucher und Angehörige können wir einen Mehrwert bieten». Mit einer minimalen Beteiligung durch die Benutzer verkehrt ab Mai, jeden Donnerstag ein Bus nach Muri und ab den Bahnhöfen Boswil und Wohlen steht ein Ruf-Taxi zur Verfügung. «Die Eröffnungsfahrt, am Donnerstag, 4. Mai ist übrigens gratis!» ermuntert Villiger die Anwesenden.

Neue Wege geht man auch in der künstlerischen Gestaltung im Solino. Die grossformatigen Bilder, welche die Cafeteria-Wände schmückten, waren eine Leihgabe und gingen an den Besitzer zurück. Die zurückbleibende Leere soll regionalen Künstlern für Bilder, Fotos oder andere Exponate zur Verfügung gestellt werden. Anwesende Mitglieder bekundeten bereits Interesse ihre Werke zu präsentieren.

«Unsere Bewohner - die Menschen im Mittelpunkt»

Unter dieser Leitidee wurden auch regelmässig «Kurz-Biografien» von Bewohnern veröffentlicht. Organ für diese und andere News ist die «Solino-Huuszytig», welche durch Vorstandsmitglied Richard Gähwiler redigiert wird. Für seine 10-jährige Tätigkeit im Vorstand wurde er mit einem Präsent geehrt. Ebenfalls auf 10 Vorstandsjahre kann der Präsident Ronni Hilfiker zurückblicken. Schon zu Beginn amtete er als Präsident, damals noch in der Baukommission. Mit seiner kompetenten und überzeugenden Art und Weise werde er als Vorsitzender von allen geschätzt, was ebenfalls mit einem Präsent verdankt wurde.

Seit 1. Mai 1998 überwachte und leitete Robert Hunziker als Kassier die Geldflüsse im Solino. «Man schätzte Robert aber auch ausserhalb dieser finanziellen Aktivitäten, sei es als Diskussionspartner in politischen Belangen oder bei festlichen Anlässen», beschrieb der Präsident Leben und Schaffen des Zurücktretenden. In Kenntnis seiner «Lieblings-Oase» zur Erholung, war das entsprechende Präsent für ihn und seine Gattin ausgestellt.

Abschliessend dankte der Präsident allen Helfern aus Küche und Technik, welche zum Gelingen des Abends beigetragen haben, so auch dem «Service-Angestellten» von Comedy Alarm, welcher Apéro und Nachtessen mit seinen Spässen verfeinerte.

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