Das SHL-Team des HSC Suhr Aarau und der Kantonsrivale TV Endingen trennten sich am Sonntag Nachmittag des ersten Advent 2013 mit einem 30:30-Unentschieden. Der treffsichere Christian Riechsteiner rettete dabei den Endingern nach Ablauf der regulären Spielzeit mittels seinem siebten verwandelten Siebenmeter einen Punkt.

1090 Zuschauerinnen und Zuschauer begaben sich in die Schachenhalle Aarau und bildeten einen würdigen Rahmen für das momentan wohl prestigeträchtigste Aargauer-Derby zwischen dem HSC Suhr Aarau und dem TV Endingen. Dabei duellierten sich die zwei Kantonsrivalen um die alleinige Tabellenführung der NLB-Meisterschaft 2013/14 - beide Teams wurden bis dahin erst einmal bezwungen, und zwar direkt hintereinander von Yellow Winterthur.

Aus Sicht des HSC Suhr Aarau war der Start verheissungsvoll: Der nach einer Verletzung zurückgekehrte Teamleader Misha Kaufmann brachte sein Team nämlich mittels zwei verwandelten Siebenmetern in der Startphase gleich mit 3:1 in Führung. Danach erlitt das Spiel der Hausherren jedoch einen Bruch, den die Endinger ihrerseits nutzten, um zum HSC Suhr Aarau aufzuschliessen. Nemanja Sudzum brachte seine Farben daraufhin gar mit 5:4 in Führung und der HSC Suhr Aarau verlor in der Folge gar das erste Überzahlspiel mit 3:1, was zum 5:7-Zwischenstand in der 9. Spielminute führte.

Zwei Minuten und zwei verwandelte Siebenmeter von Misha Kaufmann später war das Spiel wiederum ausgeglichen (7:7 11.). In der Folge vermochte der TV Endingen jeweils vorzulegen und der HSC Suhr Aarau nachzuziehen. So traf Ljubomir Josic beispielsweise zum 9:9-Ausgleich, realisierte unmittelbar danach einen sehenswerten Steal und lancierte den flinken Mark Schelbert, der in der 15. Spielminute zur 10:9-Führung einnetzte.

Beim Stand von 11:12 sah sich HSC-Trainer Patrik Fend dann erstmals gezwungen, sein Team neu einzustellen. Dies unter anderem auch, weil Linkshänder Patrick Strebel unmittelbar zuvor bereits mit der zweiten persönlichen Zeitstrafe bedacht wurde und so bereits früh die Gefahr bestand, den Agressivleader zu verlieren. Ihn ersetzte Seppi Zuber in der Folge.

Nach diesem Time-Out waren es jeweils die Gastgeber, die angeführt von der Achse Kaufmann/Kasapidis, welche vermehrt Torerfolge und/oder Strafwürfe generierte, vorzulegen vermochten. Zur Halbzeit stand es dabei leistungsgerecht und ausgeglichen 17:17, wobei vor allem das Abwehrzentrum des HSC Suhr Aarau im Zusammenspiel mit dem Torhüterduo Steigerungspotenzial vorwies.

Nach dem Seitenwechsel übernahm HSC-Rückraumspieler Patrick Romann vermehrt das Kommando. Er brachte sein Team Mal für Mal sehenswert in Führung , wobei sich er und sein Team jeweils einen Zwei-Tore-Vorsprung erarbeiteten, ehe sich die Endiger zurückkämpften.

Die HSC-Abwehr stand dabei im Gegensatz zur ersten Halbzeit viel kompakter und generierte dadurch mehr Ballgewinne. Davonzuziehen vermochte das Heimteam aber dennoch nicht und so stand es nach fünfzig gespielten Minuten wieder und noch immer Unentschieden (25:25).

Innert vier Minuten legte der HSC Suhr Aarau, angeführt vom überragenden Patrick Romann, wiederum zwei Tore vor (27:25), vermochte diesmal den Schwung aber auch mitzunehmen und weiterzuziehen: Nicolas Suter brachte sein Team daraufhin nämlich mit seiner leidenschaftlichen Durchsetzungskraft mittels sehenswertem Doppelschlag mit 30:26 und vermeintlich gar vorentscheidend in Führung.

Zwei überaus harte und fragwürdige unmittelbar danach ausgesprochene Zweiminutenstrafen gegen Kaufmann und Kasapidis, sowie die Ungeduld und Übermütigkeit (zwei unnötige, frühe Abschlussversuche in Folge), erlaubten es dem TV Endingen aber schnell wieder auf 30:29 heranzukommen. Patrik Fend zog folgerichtig sein Time-out, konnte dadurch aber einen weiteren, technischen Fehler und den damit verbundenen Ballverlust seines Teams nicht verhindern.

Endingen blieben so 26 Sekunden, um in Überzahl den Ausgleich zu schaffen, was Riechsteiner allerdings nach einer direkten roten Karte gegen Patrick Strebel und einer weiteren Zeitstrafe gegen Romann, erst nach Ablauf der Spielzeit mittels Siebenmeter gelang. Der Spielmacher rettete seinem Team so mit dem 30:30 einen Punkt, was sich für das Heimteam gleichzeitig wie eine Niederlage anfühlte.

Der HSC Suhr Aarau gab damit, bereits nach der vergangenen Samstag gegen Yellow Winterthur erlittenen Niederlage, einen weiteren Punkt in der heimischen Schachenhalle ab, führt die Tabellenspitze aber weiterhin dank des um 44 Tore besseren Torverhältnisses gegenüber des punktgleichen TV Endingen an.

Bereits am nächsten Samstag, 7. Dezember 2013 wird das Team im Auswärtsspiel gegen Aufsteiger Kreuzlingen erneut gefordert sein. Der Anpfiff erfolgt dabei um 20.00 Uhr - das Team freut sich auf die lautstarke Unterstützung seiner Anhänger - HOPP HSC!

Die Stimmen zum Spiel
Zoltan Cordas (Trainer TV Endingen): "Ich brauchte nach dem Spiel erst einmal einige Zigaretten um etwas herunterzufahren. Wir haben heute sehr viele individuelle und technische Fehler gemacht, die uns sogar um den Sieg gebracht haben. Wir haben nicht die individuelle Klasse des HSC Suhr Aarau und haben zudem zuletzt verloren - deshalb konnten wir nicht damit rechnen, hier gar die Chance auf den Sieg zu haben. Am Ende haben wir aber einen Punkt gewonnen, weil wir im zweiten Abschnitt nicht an die erste Halbzeit anknüpfen konnten, uns aber dennoch nie ganz abschütteln liessen!"

Christian Riechsteiner (Bester Spieler TV Endingen): "Am Ende haben wir einen Punkt gewonnen - für den HSC Suhr Aarau fühlt sich dieses Unentschieden bestimmt bitterer an, denn sie haben die zweite Halbzeit klar besser gespielt und klar dominiert. Wir haben uns aber nie abschütteln lassen und uns in der Schlussphase nochmals zurückgekämpft - am Ende zählt das Resultat und das war ausgeglichen, es bleibt weiter spannend in der Meisterschaft!"

Patrik Fend (Trainer HSC Suhr Aarau): "Wir haben es einerseits verpasst, das Spiel und den Sieg nach Hause zu schaukeln, weil wir nicht abgeklärt und geduldig genug waren. Andererseits haben wir in der entscheidenden Phase auch zwei sehr fragwürdige und umstrittene Pfiffe gegen uns, die uns dazu zwingen, die Schlussphase ohne die Anführer Kasapidis und Kaufmann zu bestreiten. Es ist sehr bitter, wir hatten es heute selbst in der Hand, den Sieg nach Hause zu bringen und werden schlussendlich auch nicht für den grossen, betriebenen Aufwand belohnt!"

Patrick Romann (Bester Spieler HSC Suhr Aarau): "Es ist definitv ein sehr bitteres Unentschieden - wir hatten es selbst in der Hand, hier heute als Sieger vom Platz zu gehen und müssen dies mit einer Vier-Tore-Führung drei Minuten vor Schluss auch einfach tun. Dies ist uns leider nicht gelungen und wir werden dies analysieren müssen, auch wenn es weh tun wird. Trotzdem, wir werden jetzt nicht nachlassen sondern kommenden Sonntag gestärkt in Kreuzlingen antreten und dort alles daran setzen, um auf die Siegerstrasse zurückzukehren!"

HSC Suhr Aarau - TV Endingen 30:30 (17:17)
Schachenhalle Aarau - 1090 Zuschauer - SR: Brianza/Jucker - DL: Andreoli
HSC Suhr Aarau: Wyss (1. - 21), Willimann (21. - 60.), Kasapidis (2), Zuber (1), Romann (8), Josic (5), Schelbert (2), Kaufmann (9/4), P. Strebel (1), Suter (2), Sarac, Hauller (n.e.), Audenblatten (n.e.), L. Strebel (n.e.).
TV Endingen: Rosenberg (1. - 60.), Ferrante (für 2 Siebenmeter), Sudzum (6), Ch. Riechsteiner (11), Pejkovic (4), Schubnell (2), Seb. Kaiser (4), Sev. Kaiser (3), Huwyler, L. Riechsteiner, Kündig (n.e.), Leitner (n.e.), Burri (n.e.), Knecht (n.e.).
Beste Spieler: Romann (HSC), Christian Riechsteiner (TV Endingen).