Das NLA-Team des HSC Suhr Aarau gastiert zum Auftakt der Finalrundenabschliessenden Woche am Donnerstag, 15. März 2018 auswärts beim Schweizer Meister Kadetten Schaffhausen (20.15 Uhr BBC-Arena), der zuletzt überraschend gegen das arg dezimierte Pfadi Winterthur verlor. Im vorletzten Spiel vor den Playoff-Viertelfinals will der HSC Suhr Aarau mit mindestens einem Unentschieden die Chancen auf die Übernahme des fünften Platzes vom HC Kriens-Luzern wahren, sofern dieser im Gegenzug keine Punkte mehr holt. Zuletzt hatte es das NLA-Team im Heimspiel und Direktduell gegen die Innerschweizer leider verpasst, den fünften Platz mit mindestens einem Unentschieden (aufgrund des besseren Torverhältnisses) aus eigener Kraft zu erklimmen - entsprechend ist die Wiedergutmachung in Schaffhausen das erklärte Ziel.

Cheftrainer Misha Kaufmann konnte einem am Sonntag leidtun. Die minutiöse Vorbereitung, die Mal taktischen, Mal aufbauenden, Mal aufweckenden, an die Ehre appelierenden Inputs die er während des Spiels in Einzelgesprächen, in Time-Outs und wohl auch in seinen Kabinenansprachen vor dem Spiel und in der Halbzeitpause an seine Mannschaft richtete, waren ebenso berechtigt wie überlegt, das junge Team war an diesem Nachmittag aber schlicht nicht in der Lage umzusetzen, was es sich vorgenommen hatte. Zu ungenau und zu unbeweglich (vor allem offensiv), mit zu wenigen Emotionen präsentierte sich das Team und Misha Kaufmann blieb trotz gewohnt grossem Engagement an der Seitenlinie irgendwie machtlos. Selber ins Spiel eingreifen kann und will der bald 34-Jährige nicht mehr - er hatte sich sein 50 Spiel an der Seitenlinie des SHL-Teams, besonders nach dem Heimsieg gegen den Cupsieger Pfadi Winterthur, entsprechend bestimmt ganz anders vorgestellt!

Obwohl sein Team krank, angeschlagen und dezimiert in die Partie ging, rechnete sich wohl die gesamte HSC-Familie am Sonntag aus, als Sieger vom Platz gehen und gemeinsam den fünften Tabellenplatz erobern zu können. Dass dies nicht gelang, ist dem jungen Team in dessen äusserst erfreulichen Entwicklung jedoch auch einfach einmal einzugestehen. Besonders weil Rückschläge und Niederlagen das Team immerzu stärker zurückkommen liessen. Aus Fehlern lernen, auf höchstem Niveau, ohne dabei die Abstiegsangst im Rücken zu spüren - unbezahlbar. Mindestens vier bzw. nach der Playoff-Qualifikation des TSV St. Otmar St. Gallen von vergangenem Samstag drei HSC-Gegner wünschten sich dies sehnlichst.

Es ist und bleibt keine Selbstverständlichkeit, dass der HSC Suhr Aarau sich mit den besten fünf Teams des Landes in der Finalrunde messen darf und damit wertvolle Planungssicherheit geniesst. Dass gegenüber letzter Saison, in der die Finalrunde überhaupt erstmals und ebenfalls sensationell erreicht werden konnte, gar bisher die ersten Finalrunden-Vollerfolge der Vereinsgeschichte (auswärts gegen Kriens-Luzern und zu Hause gegen Pfadi Winterthur) erzielt wurden, ist schlicht grossartig! Es passt ins Bild des Aufschwungs, den der Traditionsverein erlebt bzw. in gemeinsamer, harter und ehrlicher Arbeit sich als leidenschaftliche Familie ermöglicht. Dies belegen wunderbare Indizien auf und neben dem Feld. So zum Beispiel in Sachen Zuschauerstatistik: Mit 10'208 Heimspiel-Zuschauerinnen und -Zuschauern (928 im Schnitt) belegt sie im Vergleich mit der NLA-Konkurrenz den überragenden zweiten Platz, erreichte die im letzten Jahr in vierzehn Heimspielen geknackte, magische Grenze von über 10'000 Zuschauerinnen und Zuschauern damit bereits nach 11 Heimspielen und ist damit auf Kurs, um sich die zum Ziel gesetzte Egalisierung des Rekord-Zuschauerschnitts seit Beginn der digitalen Statistik-Aufzeichnung (Saison 2003/04 - 826) zu realisieren. Im letzten Finalrunden-Heimspiel vom Sonntag, 18. März 2018 (18.00 Uhr Schachenhalle Aarau) werden dafür mindestens 292 Zuschauer benötigt - eine mehr als machbare Grösse. Abhängig vom sportlichen Erfolg in den Playoffs wird dann gar auch noch die Rekord-Gesamtzuschauerzahl (Saison 2003/04 - 12'090) daran glauben müssen - schlicht phänomenal!

Lichtblicke wie die beeindruckend konstanten Performances von Youngster Timothy Reichmuth oder die immer wieder aufblizende Genialität von Tim Aufdenblatten, die Zuverlässigkeit von Martin Slaninka, die Wurfgewalt von Milan Skvaril oder die besonders zuletzt beherzten Auftritte von Linkshänder Raphael Rohr sind dabei aber leider auch immer begleitet von verletzungsbedingten Rückschlägen. Der gesamte Kader stand aufgrund der Langzeitverletzung von Beau Kägi in dieser Saison überhaupt noch gar nie zur Verfügung, letztmals mit vollbesetztem Rückraum lief das Team in der Finalrunden-Finalissima vom 16. Dezember bzw. bis zur Verletzung von Tim Aufdenblatten am Alpen Adria Cup in Italien Anfangs Januar 2018 auf. Nun fehlt nämlich mit Captain Patrick Romann ausgerechnet jener Akteur, der zum Saisonende hin vom Spitzensport zurücktreten wird. Die gesamte HSC-Familie hofft, dass sich der 24-Jährige von seiner Hirnerschütterung rechtzeitig erholt und sich dort verabschieden kann, wo er sich am wohlsten fühlt - auf dem Platz.

Romann's nächster Einsatz wäre sein 180. für das NLA-Team des HSC Suhr Aarau. Er hätte ihn nur zu gerne vergangenen Sonntag erlebt, als am Tag der Jubiläen neben Misha Kaufmann (50 Spiel als SHL-Cheftrainer des HSC Suhr Aarau) auch Lukas (150 Einsatz) und Patrick Strebel (190 Einsatz) eindrückliche Marken erreichten. Mit der vor dem Spiel kommunizierten, vorzeitigen und langfristigen Vertragsverlängerung von Eigengewächs und Identifikationsfigur Tim Aufdenblatten, wäre die Überschrift bei entsprechendem Ausgang des Spiels vorgegeben gewesen und hätte in Anlehnung an das Lied der Toten Hosen wohl treffend «An Tagen wie diesen» gelautet - was nicht ist, kann und wird ja aber hoffentlich noch werden, in den zwei verbleibenden Finalrundenpartien sowie den danach folgenden Playoffs bieten sich mehrere schöne Gelegenheiten dazu, die wir als HSC-Familie gemeinsam nutzen wollen!