„Spinnet dir eigentlich?", war eine häufige Reaktion auf das Projekt Schneesportlager. Ziel des Projektes war es, allen Schülerinnen und Schülern, vom Kleinsten bis zum Grössten, ein Schneesportlager zu ermöglichen. Alle am selben Ort zur gleichen Zeit.
Ein unerschrockenes Leitungsteam (Catherine Frei, Zandra Kunz und Dave Sieger) hat sich der Herausforderung gestellt und ein Lager mehr oder weniger aus dem Boden gestampft.
Auf dem Wiriehorn fanden sie ein passendes Haus, das mit viel Muskelkraft auch für die Kinder im Rollstuhl zugänglich war.
Vorgängig zum Lager frischten wir an einem Weiterbildungstag im Schnee unsere skitechnischen Fähigkeiten auf. In Mürren wurden wir von Plusportleiterinnen und -eitern instruiert, wie wir Skifahren und Snowboarden weitervermitteln können. Wir lernten Tipps und Tricks kennen, mit denen sich Kinder motivieren lassen. Wir hatten ebenfalls die Möglichkeit, uns im Dualskibob chauffieren zu lassen. Dieses Up-date war eine optimale Vorbereitung für das Lager.
Am 14. Januar war es so weit: Mit Sack und Pack und einem doppelstöckigen Car sind wir angereist. Das Wiriehorn erfreute uns mit strahlendem Wetter und ein bisschen Neuschnee. Die Küche (ebenfalls drei Lehrerin der HPS) verwöhnte uns mit liebevoll zubereiteten Speisen.
Das Angebot im Schnee war vielfältig und alle kamen auf ihre Kosten: Nebst Skifahren und Snowboarden wurde spaziert, geschlittelt, gerutscht, und Snowblades und Snowslides gefahren. Reini Linder von Plusport (Behindertensport Schweiz), fuhr mit 3 Schülerinnen und Schülern im Dualskibob den Berg hinunter. Mit diesen Fahrten erlebten die 3 Kinder etwas, das ihnen bis anhin schlicht verwehrt gewesen war im Leben. Sie fuhren Ski! Sie fuhren Sessellift, erlebten Tempo, Wind und Schnee und erfuhren, wie sie sich aktiv im Skibob bewegen konnten, um eine Kurve einzuleiten. Was dieses Erlebnis für die Kinder bedeutet, wenn sie plötzlich mit ihren Kolleginnen und Kollegen gemeinsam einen Hang hinuntersausen, das können wir, die wir uns so selbstverständlich bewegen, kaum erahnen. Plusport leistet mit seinem Angebot einen riesigen Beitrag, damit Menschen mit einer Behinderung am gesellschaftlichen Leben teilhaben können!
Ein weiteres grosses Highlight war das Plauschrennen am letzten Tag. Jedes Kind konnte am Rennen teilnehmen und einen Teil des Parcours bewältigen. Das Publikum hat lautstark angefeuert und für Stimmung gesorgt. Zu guter Letzt mass sich das Leiterinnen- und Leiterteam beim Snowslides fahren im Eiskanal.
Bei der Betreuung der Kinder wurden wir tatkräftig unterstützt durch ganz tolle junge Leute aus dem Familien- und Freundeskreis des HPS-Personals. Ohne sie hätte das Lager nicht stattfinden können. Abends gab es altersentsprechende Unterhaltungsprogramme. Wenn sich die Kleinsten für die Gute-Nacht-Geschichte zurückgezogen hatten, begann für die Grösseren der zweitwichtigste Teil des Tages: Das Abendprogramm. Die Schülerinnen und Schüler machten aktiv mit: Sie veralberten die Lehrkräfte, organisierten ein Lotto, unterhielten uns mit Playbacksingen oder brachten uns mit Clownnummern zum Lachen.
In diesem Lager haben sich alle angestrengt und verausgabt. Wir haben geschwitzt und im Schnee getollt... und wir haben gelacht, so dass das Echo vielleicht noch heute am Wiriehorn zu hören ist. Nebst den Wettergottheiten haben auch unsere Schutzengel ihr Bestes gegeben und wir erlebten ein krankheits- und unfallfreies Lager. Die Heimwehattacken hielten sich in einem erträglichen Rahmen und es haben alle durchgehalten. Müde, glücklich und um ein unvergessliches Erlebnis reicher, konnten wir die Kinder wieder der Obhut ihrer Eltern übergeben.
Es sind nicht ganz alle Kinder mit ins Lager gekommen. Einige sind aus gesundheitlichen Gründen in der Schule geblieben und den 4-Jährigen mochten wir das Lager noch nicht zumuten. Die Daheimgebliebenen wurden mit einer speziellen Projektwoche „entschädigt".
Ein solches Lager braucht viel Personal und kostet eine ganze Menge: Ein riesengrosses Dankeschön allen freiwilligen Helfern und ein nicht weniger grosses Merci all jenen, die uns finanziell unterstützt haben!
„Spinnet dir eigentlich?"war am Anfang die Frage. ...Ja, vielleicht ein kleines bisschen schon. Aber es ist schon toll, dass es solche Spinner gibt und ich bin dankbar, dass ich mitspinnen durfte!

Vielleicht fühlt sich jemand angesprochen und möchte uns nächstes Jahr unterstützen? Dann melden Sie sich doch, wir würden uns freuen! Tel: 062 891 81 71 oder hps@lenzburg.ch


Bild: In voller Fahrt: Reini Linder mit Bodil Lehmann