Informationsveranstaltung des HEV Fricktal zum professionellen Umgang mit Gebäudeschadstoffen im Immobilienbereich

In den meisten Gebäuden, die vor 1990 gebaut wurden, gibt es noch asbesthaltige Materialien. Gebäudeschadstoffe wie Asbest stellen eine grosse Herausforderung für alle Baubeteiligten dar. Die Einladung des HEV Fricktal zur Herbstveranstaltung "Hilfe! Überall Asbest!" stiess auf grosses Interesse. Gegen neunzig Mitglieder und Interessierte nahmen am informativen Abend am 8. November 2018 in Rheinfelden teil.

Frick, 9. November 2018

Der HEV Fricktal konnte mit dem Referenten Daniel Bürgi, Präsident der Vereinigung Asbestberater Schweiz (VABS) und Geschäftsleiter FRIEDLIPARTNER AG, Zürich-Oerlikon, einen ausgewiesenen Fachmann für Fragen zu Asbest und weiteren Gebäudeschadstoffen gewinnen.

Asbest kommt in den meisten Gebäuden, die vor 1990 gebaut wurden vor

Daniel Bürgi erläuterte, dass Asbest in den meisten Gebäuden, die vor 1990 gebaut wurden, vorkommt. Asbest wurde bis 1990 als armierende Faser in Baumaterial (Asbestzement "Eternit", Deckenplatten, Kunststoff-Bodenbelägen) zur besseren Verarbeitung in Fliesenklebern, Verputzen, Brandschutzplatten und in Platten zur elektronischen Isolation verwendet. Das Vorkommen von Asbest in Gebäuden ist somit gemäss Daniel Bürgi normal.

Keine Gesundheitsgefährdung bei normaler Nutzung

Gefährlich ist Asbest nur, betonte Daniel Bürgi, wenn bei der Bearbeitung oder Beschädigung Asbestfasern in die Luft freigesetzt und eingeatmet werden. Ein hohes Risiko besteht dabei vor allem für Arbeitnehmer des Baugewerbes, die solchen Asbestfasern in der Luft wiederholt ausgesetzt sind und sich nicht schützen müssen.

Dringende Schutzmassnahmen bei Bearbeitung von Asbest

Eine Entfernung von asbesthaltigen Materialien darf nur mit Schutzmassnahmen erfolgen. Die meisten Asbestanwendungen müssen dabei durch einen SUVA-anerkannten Asbestsanierer entfernt werden.

Bauschadstoff-Untersuchung bei baubewilligungspflichtigen Vorhaben

Daniel Bürgi machte die Teilnehmer darauf aufmerksam, dass Eigentümer seit dem 1. Januar 2016 bei baubewilligungspflichtigen Vorhaben in Gebäuden vor 1990 eine Bauschadstoff-Untersuchung vornehmen und ein Entsorgungskonzept erstellen lassen müssen. Dies ist in der Verordnung über die Vermeidung und Verwertung von Abfällen festgehalten. Die Kosten für eine fachmännische Untersuchung durch einen Gutachter in einem Einfamilienhaus bewegen sich normalerweise im Bereich von CHF 3'500.- und in einem Mehrfamilienhaus im Bereich von CHF 5'000.-.

Asbestsanierungskosten

Eine Asbestsanierung kann schnell ins Geld gehen. Daniel Bürgi informierte, dass die Grobkosten für eine Sanierung eines Einfamilienhauses ca. CHF 10'000.- und für ein Mehrfamilienhaus ca. CHF 100'000.- betragen. Die konkreten Kosten müssen in jedem Fall bei der Planung des Bauvorhabens rechtzeitig miteinbezogen werden. Der rechtzeitige Beizug eines Gutachters für die Bauschadstoff-Untersuchung hilft dem Eigentümer und Bauherrn, die Sanierungskosten im Zusammenhang mit Asbest und anderen Gebäudeschadstoffen rechtzeitig zu erkennen und so die Planungssicherheit zu erhöhen.

Zahlreiche Teilnehmer nutzten im Anschluss an das spannende Referat die Gelegenheit, dem Referenten Daniel Bürgi noch Fragen zu stellen. Danach konnten die Teilnehmer den Abend bei einem reichhaltigen Apéro mit Weisswürsten, Bierfrikadellen und Brezeln in der Schlösslistube beim Feldschlösschen ausklingen lassen.

Für alle weiteren Fragen rund um ihr Wohneigentum kontaktieren Sie uns:

HEV Fricktal

Postfach 176

5070 Frick

kontakt@hev-fricktal.ch

www.hev-fricktal.ch