Die Trachtengruppe Gipf-Oberfrick gestaltete den traditionellen Heimetobe mit Dudelsackspielern und schottischen Trommelkünstlern der Formation „The Pipes and Drums of Basel" und beschritt noch weiteres Neuland. Ganz nach dem Motto „Mit Musik geht alles besser".

Am Samstagabend lud die Trachtengruppe in der gut besuchten Mehrzweckhalle Gipf-Oberfrick zu einem abwechslungsreichen Heimetobe ein. Auf die Gäste warteten zahlreiche Leckerbissen, die man nicht unbedingt an einem Heimetobe erwarten würde. „Gipf-Oberfrick ist Neuem gegenüber recht offen" ,hielt Julie Schütz, Präsidentin der Trachtengruppe, bei der Vorstellung des Abendprogramms fest.
Im ersten Teil des Programms zeigte die Tanzgruppe verschiedene Volkstänze und tauschte unter anderem beim Aargauer Tanz „Hüt isch Fäscht" manche neckische Blicke mit der Tanzpartnerin. Auch die Kindertanzgruppe unter der Leitung von Heidi Fahrni führte vier Tänze auf. Viele Kinder tragen die Trachten ihrer Mütter weiter, was für die Qualität des Materials spreche, wie Moderatorin Gertrud Häseli wusste. Für die beschwingte Tanzbegleitung sorgte die Oedenburger Holzmusik. Ergänzt wurden die Tanzblöcke von der Singgruppe, die mit dem „Blues uf Schwitzerdütsch" von Dölf Mettler eine humoristische Anspielung auf das Schweizer Radio machte, wo nur noch selten Volksmusik gespielt werde. Zugabe erhielt das begeisterte Publikum beim Lied „Die Erschaffung des Menschen", bei dem Dirigent Ferry Lang in der Gestalt von Gottvater mit der Singgruppe eine eigenwillige Schöpfungsgeschichte vortrug. Vogel, Fisch und Affe sowie Adam und Eva inszenierten die freche Geschichte mit viel Witz und Dramaturgie parallel dazu.

Dudelsäcke und Trommelkunst
Der Auftakt zum zweiten Teil des Programms machte die Polonaise „Scotland the Brave" von Annemarie Bättig mit der ungewohnten Kombination von Trachtentanz und Parade der Formation „The Pipes and Drums of Basel". Im anschliessenden Showblock wurden die Anwesenden mit Schottischen Tänzen, Hirten- und Seemannsliedern sowie einem Lied aus der Bretagne, wo die Sackpfeife auch verbreitet ist, verwöhnt. „The Pipes and Drums of Basel" überzeugten mit anspruchsvollem Dudelsackspiel unter der Leitung von Pipe Major Silvio Unternährer aus Frick und präzisen Trommelkünsten auf höchstem Niveau. Der Dudelsack, ursprünglich ein Hirteninstrument, wurde nicht in Schottland erfunden, sondern hat sich von Osten her durch die Römer verbreitet. Auch in der Schweiz benutzten die Hirten früher solche Sackpfeifen.
Was im Programm auf den ersten Blick als Widerspruch erschien, zeigte sich zum Abschluss als gelungene Kombination. Mit gutem Willen bringe man Traditionen zusammen, auch wenn sie unterschiedlich tönten, bilanzierte Julie Schütz. Mit Musik geht eben alles besser.

Text und Fotos: Claudia Meier

Bilder:

„Mit Musik geht alles besser": Die Singgruppe unter der Leitung von Ferry Lang.

Die Kindertanzgruppe, welche sich aus 5 - 11jährigen Jugendlichen zusammensetzt, zeigte am Heimetobe ihr Können.

Das Lied „Die Erschaffung des Menschen" begeisterte das Publikum mit der Darstellung von Adam und Eva.

Interessante Kombination bei der Polonaise „Scotland the Brave" von Annemarie Bättig.

 „The Pipes and Drums of Basel" überzeugten mit anspruchsvollem Dudelsackspiel und präzisen Trommelkünsten auf höchstem Niveau.