Die Mitgliederversammlung des Berufsverbandes Hauswirtschaft Aargau am Dienstag, 12. Juni 2012, im Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen stand neben den üblichen Geschäften im Zeichen von Wahlen: zwei Rücktritten aus dem Vorstand standen zwei Neukandidaturen gegenüber; zugleich gab es einen Wechsel im Revisorinnen-Team.

Nach sechs Jahren Vorstandstätigkeit traten Co-Präsidentin Franziska Winter und Nadine Wernli zurück. Ihr Einsatz wurde vom Vorstandkollegium gewürdigt und verdankt. Erika Heimgartner und Tamara Hunziker wurden der Versammlung kurz vorgestellt und danach einstimmig zu neuen Vorstandsmitgliedern gewählt. Die darauf folgende Wiederwahl von Pia Brändli, Christa Huber und Thomas Gutmann für die neue Amtsperiode 2012-2016 und diejenige von Zymryte Elshani für ein weiteres Jahr erfolgte ebenso einstimmig wie auch danach die Präsidiumswahl: Vom Co-Präsidium wurde wieder zum Einzel-Präsidium gewechselt und Thomas Gutmann zum Präsidenten gewählt. Während Margot Braunschweiler sich weiterhin als Rechnungsrevisorin zur Verfügung stellte und damit stillschweigend wiedergewählt war, trat Therese Gautschi nach vierjähriger Revisorinnen-Tätigkeit für den Verband zurück. An ihre Stelle wurde Claire Häfeli gewählt.

Vor den Verabschiedungen und Wahlen hatte die Versammlung die Jahresrechnung 2011 und das Budget 2012 genehmigt. Beide weisen einen Fehlbetrag auf, was aber angesichts der Vermögenslage des Vereins tragbar erschien. Deshalb wurde auch dem Antrag, die Mitgliederbeiträge unverändert zu lassen, zugestimmt.

Im Jahresbericht informierten die entsprechenden Ressortinhaberinnen über die Aktivitäten des vergangenen Jahres: über Treffen für Ausbildungsabsolvent(inn)en, das Engagement des Verbandes an der Aargauischen Berufsschau in Lenzburg bis hin zu Weiterbildungsveranstaltungen für Berufsbildnerinnen zum Thema Gästebetreuung und Service. Ein Blick auf die Mitgliederstatistik zeigte, dass drei im Jahr 2011 erfolgten Austritten acht Neueintritte gegenüberstanden. Da im ersten Halbjahr 2012 nochmals elf Beitritte verzeichnet werden durften, hat der Verband nun 106 Mitglieder (49 Betriebe, drei Organisationen und 54 Einzelmitglieder). Thomas Gutmann betonte, wie wichtig für den Verband und für den Vorstand diese breite Abstützung und Unterstützung ist.

Die Versammlung genehmigte den Jahresbericht, der in schriftlicher Form auch über die Ausbildung an der Berufsschule Lenzburg (dreijährige Lehre Fachfrau/Fachmann Hauswirtschaft), im Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg (Nachholbildung für Erwachsene) und an der Berufsschule Olten (zweijährige Attestausbildung), die zugehörigen überbetrieblichen Kurse und die Abschlussprüfungen sowie über Erfa-Treffen der Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterinnen und der Berufsbildnerinnen Auskunft gab.

Zum ebenfalls vorgestellten aktuellen Jahresprogramm gehören wiederum Angebote zum Erfahrungsaustausch sowie ein Informationsanlass über den Kompetenznachweis für Absolvierende der Attestausbildung sowie eine Weiterbildung für Berufsbildnerinnen zum Themenbereich Wäscheversorgung.

Barbara Kaufmann, die als Gast anwesende Präsidentin der OdA Hauswirtschaft Schweiz, berichtete von der im Gange befindlichen Überarbeitung des Bildungsplanes. Es zeichne sich ab, dass dieser so starke Veränderungen erfahre, dass auch die Bildungsverordnung und die Lehrmittel angepasst werden müssen.

Nach einer Kurzinformation über die neuen Anfangslohn-Empfehlungen der OdA Hauswirtschaft Schweiz und zur Möglichkeit, die dreijährige Lehre zweigeteilt zu absolvieren, nämlich ein erstes Jahr in einem Familienbetrieb und die beiden Folgejahre in einem Grossbetrieb, dankte der neugewählte Präsident allen, die in irgendeiner Form den Berufsverband unterstützen, schloss den statutarischen Teil und leitete über zum zweiten Teil der Tagung, einem Informationsteil, bestehend aus drei Kurzreferaten.

Lisa Vogt (Leitung Tagungszentrum Hauswirtschaft Liebegg) stellte das breitgefächerte Angebot des Landwirtschaftlichen Zentrums Liebegg vor, zu welchem neben dem Schwergewicht der landwirtschaftlichen Ausbildungen eben auch die hauswirtschaftliche Nachholbildung gehört sowie Allgemeinbildender Unterricht. Als Tagungszentrum beherbergt die Liebegg aber auch Brückenjahr-Ausbildungsangebote der Kantonalen Schule für Berufsbildung und überbetriebliche Kurse verschiedener Berufsgattungen.

Marlis Hodel (Berufsbildung Hauswirtschaft) stellte die hauswirtschaftliche Nachholbildung an der Liebegg vor – sie ermöglicht es Erwachsenen, die in einem Betrieb arbeiten, einen Berufsabschluss zu machen. Finanziert wird diese Ausbildung durch den Kanton. Voraussetzung auf Seiten der Auszubildenden ist die Bereitschaft, sich auf eine vielseitige Ausbildung einzulassen und das theoretisch Vermittelte am Arbeitsort praktisch zu üben. Nachdem in früheren Jahren nur alle zwei Jahre ein Kurs startete, hat die Nachfrage so zugenommen, dass nun jährlich ein Zweijahreskurs beginnen kann.

Nadine Wernli (Leitung Hauswirtschaft im Betreuungs- und Pflegezentrum Schlossgarten in Niedergösgen) schilderte im dritten Kurzreferat die Vorteile, die es einem Betrieb bringt, wenn er gut ausgebildetes Personal einstellt. Ihr Fachwissen kommt der täglichen Arbeit ebenso zugute wie ihre Vielseitgkeit, die es ermöglicht, dass sie in verschiedenen hauswirtschaftlichen Bereichen des Betriebes zum Einsatz kommen.

Für den dritten Teil des Programmes zügelten die Teilnehmenden in die Cafeteria, um den Nachmittag bei Kaffee und Marmor-Muffins im gegenseitigen Austausch ausklingen zu lassen.