Donnerstag, 18. Juli – Ankunft der ersten Leitergruppen auf dem Lagerplatz. Währendessen nimmt das Kantonallager der Pfadi Aargau rundherum langsam Form an.

Seit rund einer Woche befinden sich die Helfer auf dem Lagergelände und sind fleissig mit dem verbauen, versagen, vernageln und verbohren von Material beschäftigt. Mittlerweile haben die Container der Lagerleitung und der Sicherheit/Sanität Strom und Internet. Auch die Wasseranschlüsse stehen fast schon alle und müssen nur noch mit Waschbecken und Abflüssen ausgestattet werden. Die Leitungen sind verlegt und – wo nötig – im Boden vergraben. Auch die Telefone werden heute oder morgen noch angeschlossen. Das Zentrum aller Arbeiten und nicht zu übersehen ist das riesige Eingangstor. Dieses steht an der Kreuzung der Feldwege und ist Teil des Lagerzentrums und bildet den Eingang zum mittelalterlichen Gelände. Gleichzeitig mit dem Aufbau des gesamten Lagers liefern seit Mitte der Woche die ersten Abteilungen ihr Material auf den Lagerplatz.

Zufahrt auf Lagerplatz begrenzt

Die Ankunft der Abteilungen ist bis aufs letzte Detail geregelt. Am Sicherheitsposten kontrolliert das Sicherheit/Sanitäts-Team die Zufahrt zum Lagerplatz. Dadurch soll verhindert werden, dass die Abteilungen unbeschränkt auf dem Lagergelände mit Fahrzeugen herumfahren und sich zu viele Autos auf dem Platz befinden. Anderen Fahrzeugen bleibt ab heute die Zufahrt zum Lagerplatz gänglich gesperrt. Für die Helfer steht ein extra eingerichteter Helferparkplatz zur Verfügung. Auch sie können ihr persönliches Material nicht mehr zum Zelt fahren, sondern müssen es vorher abladen. "Ausnahmen gibt es aber trotzdem," so Zwirbel (Niels Kuipers). Er ist Teil des Sicherheit/Sanitäts-Teams und bewacht im Moment die Zufahrt. "Fahrzeuge der Sicherheit/Sanität und natürlich Baumaschinen dürfen weiterhin auf den Lagerplatz." Währendessen können die Landbesitzer, Förster, Bauern und Wildhüter jederzeit aufs Land fahren.

Aufbau auf den Zielgeraden

Diese Zufahrtskontrollen sind wichtig, auch wenn noch andere elementare Arbeiten anstehen und die Helfer eigentlich beim Aufbau gebraucht werden. Climbo (Timon Balmer) und Balu (Nic Mühlethaler) sind dabei, die Lavabos bei der Helferküche und für die sanitären Anlagen zu installieren. Eine im Boden eingegrabene Tonne fängt dann das Abwasser jeweils auf. Zusammen mit den WC-Anlagen werden diese in regelmässigen Abständen während des Lagers geleert. "Wir sind immer noch motiviert," so die beiden, und machen sich gleich wieder tatkräftig an die Arbeit.

Zimmerleute entwickelten den ‚Feuerturm’

Um 15.55 Uhr dann die Regenwarnung über Funk. Alle sind angehalten, Maschinen und alles herumliegende Material, welches nicht gleich benötigt wird, wegzuräumen. Auch beim 'Feuerturm von Mahagonia' - einem Holzturm im Lagerbereich für die Pfadis (Kinder im Alter 10-14 Jahre) - wird das Material unter ein Schutzdach gelegt. Zwar ist der Regen nicht heftig, "aber wir wollen trotzdem nicht, dass die Sägen oder Bohrer nass werden," erklärt Benjamin Gut, mit Pfadinamen Oxalis. Er ist Zimmermann und hat selbst den Plan für den Bau entworfen. Seit zwei Tagen ist er zusammen mit Fäger (Moritz Ruoss) dabei, das Projekt in die Tat umzusetzen. Die beiden Zimmerleute haben drei Podeste für den Turm geplant. Das unterste Podest steht bereits und ist mit einer abnehmbaren Leiter versehen. „Aus Sicherheitsgründen wollen wir nicht, dass Kinder einfach auf den Turm steigen. Deshalb wird die Leiter über Nacht entfernt und nur dann angelegt, wenn auch ein Erwachsener dabei sein und überwachen kann, wie viele Kinder auf den Turm gehen,“ führt Oxalis aus. „Jedes Podest wird deshalb auch mit einem Geländer versehen. Das oberste Podest hat laut Planung zusätzlich noch einen Balkon rundherum.“ Oxalis ist Dorfleiter vom Lagerdorf Mahagonia. Laut Lagergeschichte wurde das Dorf in vergangenen Jahren immer wieder durch Feuerbrünste zerstört, weshalb die Bewohner von Mahagonia sich einen ‚Feuerturm’ bauten, um sofort Alarm schlagen zu können.

Professionelle Abmessungen auf dem Gelände

Neben Mahagonia stehen auf dem Lagerplatz noch vier andere ‚Dörfer’. Ferumberga beheimatet ebenfalls Pfadis (Kinder im Alter von 10-14 Jahre) und gehört den Minengräbern. Auroria ist das Lagerdorf der Kleinsten und der Magier. Klystaihuuse wird von den ältesten Pfadimitglieder bewohnt, den Pios, und hat im Lagerdorf sogar eine Schenke. Das kleinste Dorf und gleich daneben ist das Helferdorf – Burg Ruetschegg. Die Abmessungen der einzelnen Dorfgrenzen und Parzellen für die Pfadigruppen hat Grisu, mit bürgerlichem Namen Manuela Scherer, vorgenommen. Die Hochbauzeichnerin war seit Freitag mit dem Velo auf dem Lagerplatz unterwegs und zog Absperrbänder entlang der Wege und markierte die einzelnen Parzellengrenzen mit Bauspray. Heute, bei Ankunft der ersten Abteilungen, ist sie endlich fertig. „Es war zwischendurch wirklich mühsam, weil wir nicht alle Ecken und Winkel so einzäunen konnten, wie es auf dem Plan steht. Und ein paar Leute haben nicht da gebaut, wo ich es ihnen gesagt habe.“ Sagt sie und fährt mit dem Fahrrad gleich weiter.

Pfadi Zofige bereits auf Platz

Auf einem dieser eingezäunten Parzellen in Klystaihuuse haben sich einige Leiter der Pfadi Zofige bereits mit ihrem Material niedergelassen. Das Leitungsteam der Pfadiabteilung ist extra früher ins Kantonallager gekommen, da sie für jede ihrer drei Gruppen ein grosses Blachenzelt aufstellen wollen. In Klystaihuuse wird die Abteilung zusammen mit Pios von Baden Hochwacht und Hallwyl die zwei Lagerwochen verbringen. Auch die beiden anderen Gruppen ihrer Abteilung (Wölfe und Pfadis) teilen sich ihren Lagerplatz mit einer anderen Abteilung. Dementsprechend können sich die Gruppen beim Aufbau gegenseitig unterstützen. „Vor allem am Schluss war es stressig, alles noch vorzubereiten,“ zieht Sidi (Lorenz Ruesch) sein Fazit.

Es geht auch ohne Pfadinamen

Dass man nicht unbedingt Pfadimitglied sein muss, um im Kala mit anzupacken, beweist Juan – ohne Pfadiname. Juan Hausherr beginnt seine Schreinerlehre im Sommer und ist über Ecken und Kanten mit dem Ressortleiter der Logistik bekannt. Er ist nicht der Einzige, der vor dem Kantonallager eigentlich nichts mehr mit der Pfadi am Hut hatte und jetzt energisch mit anpackt. Dabei kann auch der plötzliche Regen die Stimmung nicht dämpfen.