Theatergesellschaft Wettingen

Hälferreise - Unterirdisch bis hoch hinaus

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Wenn das Publikum im Januar den Spielerinnen und Spielern auf der Bühne tosenden Beifall klatscht, geht oft vergessen, dass für eine Theatervorstellung hinter der Bühne, im Saal und Küche sowie für Getränke und Tombola, weitere fleissige Akteure ihr Werk vollbringen. In der Theatergesellschaft Wettingen wird für diesen Einsatz zur Helferreise eingeladen.

Für die Diesjährige öffnet sich in Erstfeld ein etwas anderer Vorhang: Der Gotthard Basistunnel. Mit zwei erfahrenen Guides der SBB tauchen wir ab ins unterirdische Erlebnis. Grafiken und Modelle von Baumaschinen entlang der Führung unterstützen deren Erläuterungen. Hinter die Kulissen schauen und Interessantes zum Bau und Unterhalt der riesigen Anlage erfahren, lässt die ca. 2 1/2 Stunden wie im Flug vergehen. Und aus einer der Nischen mit bis zu 200 km/h vorbeibrausende Züge zu sehen und zu spüren - sehr eindrücklich.

Bei der anschliessenden Dia Show und an einer Modellanlage wird das Zusammenspiel von Natur und Technik eindrücklich dargestellt. Zu- und Abfluss von Wasser stellte sehr grosse Herausforderungen an das Bauingineering. Spätestens jetzt wird erfahrenen Theaterorganisatoren bewusst, dass die Herausforderung einer Theatervorstellungen machbar sein muss, wenn die Akteure hier fähig sind Natur und Technik, trotz widriger Umstände und komplexer Abläufe, am Gotthard so zusammenspielen zu lassen. Auch das Disponieren von Wartungsarbeiten wird eindrücklich dargestellt: Planung und Zusammenstellung der Arbeitswagen mit entsprechenden Werkzeugen und Arbeitsmaterial, sowie Zeitplan und Aufbieten der benötigten Fachkräfte. Hier würden Fehlplanungen unweigerlich zu erheblichen Arbeitsverzögerungen führen.

Beim Verlassen der Tunnelanlage erhalten die beiden SBB Guides von den Theaterakteuren verdienten Applaus; für den sehr interessanten Blick hinter deren Vorhang.

Ein Mittagessen geniessen wir im Restaurant Hirschen.

Zwei SBB-Senioren und begeisterte Liebhaber "alter" Technik führen in einer ca. 1-stündiger Führung durch das Lok- und Wagen Depot; zurück zu den Anfängen der schweizerischen Bundesbahn bis in die 90ger Jahre. Selber 'mal im Lokführerstuhl zu sitzen erinnert sicher auch an einmal gehegte Kindheitsträume. Und damit schliesst der SBB-Vorhang.

Die Reise geht nun weiter zur Talstation Alpgschwänd. Die Fahrt ab Kriens bietet herrlich kribbelnde Aussichten ins Tal. Einige TgW-ler haben nur bergwärts geschaut und diese Fahrt auf schmaler Strasse wohl nachts im (Alp-)Traum nochmals erlebt.

Die restauranteigene Gondelbahn führt zur Bergwirtschaft mit urchigem Flare und weidenden Rindern auf 1216 Meter Höhe. Hier geniessen wir einen Apéro; bei bestem Wetter und herrlicher Aussicht weit über den Vierwaldstättersee hinaus. Einige Gläser später laden Älplermagronen "Mittagsgüpfi", mit Bergkäse, Zwiebeln und Apfelmuss, serviert in einer Dachrinne, zum gemütlichen Essen. Vor der Rückreise bleibt noch genügend Zeit zum Plaudern und Erinnern.

Zufrieden mit dem "Lohn" für die intensive Arbeit zu den Theatervorführungen kreisen während der Heimfahrt erste Gedanken schon über der neuen Theatersaison. Vielleicht kommt ja das nächste Mal auch ein neues Gesicht mit auf die Helferreise. Die TgW nimmt gerne engagierte Helfer und Spieler auf.

Ein herzliches Dankeschön an Jeannine für Organisation und Reiseleitung.

www.theatergesellschaft-wettingen.ch

Text: Rolf Etterlin

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