«Geldfluss in der Verkehrsfinanzierung muss transparenter und fairer werden»

GV FDP Bezirk Muri mit Gastreferat des Aargauer TCS-Präsidenten Thierry Burkart

Zur Generalversammlung lud die FDP-Bezirkspartei Muri in diesem Jahr in die Räumlichkeiten von Schnitter Consulting im Murianer Industriegebiet. Die Versammlung genehmigte sämtliche Anträge seitens des Vorstandes einstimmig. Im Anschluss wartete die Firma Schnitter Consulting mit einem interessanten Referat zum Thema «Wir sind alles Verkäufer» sowie mit Leckereien aus der Trading-Sparte ihrer Firma auf. Abgerundet wurde der Anlass mit einem packenden verkehrspolitischen Gastbeitrag von Grossrat Thierry Burkart, Präsident des TCS Sektion Aargau.

Zum statuarischen Teil der Generalversammlung begrüsste Tobias Knecht, Präsident der Ortspartei Muri und Mitglied der Geschäftsleitung der Bezirkspartei. Die Geschäftsleitung – zusammengesetzt aus den Präsidenten der drei aktiven FDP-Ortsparteien Sins, Merenschwand und Muri – leitet die Geschicke der Bezirkspartei seit einem Jahr interimistisch, befristet bis zur GV 2016. Bis dahin hat der Parteivorstand Zeit, entweder eine/n neuen Parteipräsidenten/in zu finden oder eine Statutenänderung vorzubereiten, welche das Geschäftsleitungsmodell zur definitiven Organisationsform der Partei macht. Knecht blickte in seinem Jahresbericht zurück auf diverse Abstimmungskämpfe im vergangenen Vereinsjahr, welche die FDP Bezirk Muri mit Plakataktionen und Leserbriefen aktiv mitgestaltet hat. Einstimmig genehmigt wurde die von Kassierin Sandra Ilg präsentierte Jahresrechnung, ebenso wie die unveränderten Jahresbeiträge für Direktmitglieder der Bezirkspartei

Wechsel im Grossen Rat und im Präsidium der Ortspartei Sins

Bei der Ortspartei Sins kam es zu einem Präsidiumswechsel: Herbert Karli gab den Vorsitz aufgrund seines verstärkten Engagements in verschiedenen öffentlichen Ämtern nach fünf Jahren an Andrea Moll weiter. Dem scheidenden Ortsparteipräsidenten wurde mit einem Präsent für sein Engagement in der Orts- und der Bezirkspartei gedankt. Andrea Moll wiederum gibt nach den Sommerferien nach über 13 Jahren ihr Grossratsmandat ab. Für sie rückt der 32jährige Stefan Huwyler, Kadermitglied beim Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG und Familienvater aus Muri, ins Kantonsparlament nach. Andrea Moll bleibt als Sinser Gemeinderätin, Ortsparteipräsidentin und Repla-Vorstandsmitglied auf verschiedenen Ebenen politisch aktiv.

Ja zu einer gesamtheitlichen Verkehrspolitik, Nein zu einseitiger Subventionierung

Nach dem offiziellen Teil zeigten Schnitter Consulting-Inhaber Christoph Schnitter und sein Geschäftspartner Arthur Schärer in einem eindrücklichen Impulsreferat auf, dass im beruflichen wie privaten Alltag von jedermann Verkäuferqualitäten gefordert sind. Anschliessend leitete Tobias Knecht über zum Gastbeitrag des bekannten Freisinnigen Thierry Burkart. Mit seinen jungen 40 Jahren verfügt der aus Baden stammende Burkart als langjähriger Grossrat (seit 2001), ehemaliger Kantonalpartei- und Grossratspräsident sowie aktiver Präsident der TCS-Sektion Aargau und verschiedenen weiteren wichtigen Mandaten über einen reichen politischen Erfahrungsschatz und darf mit berechtigten Ambitionen in den Nationalratswahlkampf im kommenden Oktober steigen. In seinem sehr spannenden, frei gehaltenen Vortrag zeigte Burkart die starke ideologische Prägung der schweizerischen Verkehrspolitik auf. Die Finanzierungsströme laufen sehr einseitig zugunsten des öffentlichen Verkehrs, während dem der Strassenverkehr um all seine – nachgewiesenermassen dringend notwendigen – Projekte erbittert kämpfen muss und die Finanzierung doppelt und dreifach über verschiedenste Abgaben zu leisten hat. Es gehe weder ihm persönlich noch den Verkehrsverbänden darum, den Individual- und Nutzverkehr gegen den öV auszuspielen, betonte Burkart. So habe er zum Beispiel aus Überzeugung auch das Projekt Limmattalbahn unterstützt. Vielmehr sei es allerhöchste Zeit, in Verkehrsfragen endlich gesamtheitlich zu denken und die effizientesten, kostengünstigsten und benutzerfreundlichsten Lösungen zu finden. Dies funktioniere nicht, solange die Entscheidungsträger die Ideologiebrille nicht ablegten und bereit seien zu akzeptieren, dass der Strassenverkehr bereits heute seine Kosten mit Abgaben und Gebühren ausreichend decke. Die direkte und indirekte Quersubventionierung des öV und der allgemeinen Bundeskasse durch die Strassenbenützer sei nicht nur unfair, sondern auch intransparent gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern als potenzielle Verkehrsteilnehmer. Mit einem flammenden Appell zur aktiven Befürwortung des Gotthard-Sanierungstunnels in der im 2016 bevorstehenden Abstimmung schloss der eloquente Gastredner sein Referat. Verbunden mit den besten Wünschen überreichte Tobias Knecht im Namen der Bezirkspartei dem Referenten einen Geschenkkorb mit Stärkungen für den bevorstehenden, nerven- und kräftezehrenden Nationalratswahlkampf.