Kann man die Schwarzmeergrundel mit Sperren in den Flüssen oder Bächen an der Ausbreitung hindern? Wohl eher nicht - im Gegenteil: solche Sperren würden auch viele andere Organismen in ihrer Mobilität behindern und damit das Ökosystem Wasser zusätzlich gefährden. Eine Patentlösung gegen diese neue „Seuche“ kann auch die Wissenschaft nicht anbieten, zu viele Fragen sind noch offen. Dies und viele andere Erkenntnisse konnte man aus dem Vortrag der Biologin Dr. Irene Adrian-Kalchhauser (Uni Basel) gewinnen, die als Vorspann zur GV verschiedenste Aspekte zum Thema Neobiota aufzeigte: Von den auf unterschiedliche Art - gewollt oder unbeabsichtigt - ins Land gelangten Pflanzen und Tierarten sind nur wenige invasiv, d.h. schädlich. Diese aber müsste man sehr gezielt und mit System bekämpfen. Leider aber fehlen dafür klare Konzepte und Regelungen oder dann einfach der Wille bzw. das Geld zur Durchführung.

Zügig führte anschliessend die Präsidentin, Daniela Müller Brodmann, durch die ordentlichen Taktanden der GV. Ergänzt mit Bildern wurden die verschiedenen Aktivitäten des vergangenen Jahres präsentiert. Den Schwerpunkt bildeten dabei mehrere mit viel personellem Einsatz aufgewertete, bzw. ein neu geschaffenes Naturschutzgebiet. Aber auch das kritische Hinterfragen von potentiell die Natur gefährdenden Projekten (Picknickplatz im Wildtierkorridor, Rhein-Steg als Vogelfalle, geplante Busspur durchs Naturschutzgebiet etc.) ist und bleibt eine wichtige Aufgabe des NVVR. Der grosse Andrang von Mitgliedern, den das Martinum kaum zu fassen vermochte, darf sehr wohl als ein Zeichen dafür gedeutet werden, dass der NVVR auf dem richtigen Weg ist.
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