Am 13. März begaben sich 13 Teilnehmer unter Leitung von Thomas Wohldmann zu einer Nachtexkursion in die beiden Naturschutzgebiete des NV-Frick Ritzleten und Schlauen. Trotz kalter Temperaturen konnten sogar Grasfrösche beobachtet werden.
Mit detaillierten Erklärungen überraschte Wohldmann über die 20 Amphibien-Arten der Schweiz. Weltweit sind momentan 6000 Arten bekannt, immer noch werden neue Arten entdeckt; im Jahr 2009 wurden beispielsweise in Madagaskar 130 neue Arten beschrieben.
Wegen einer seit rund 15 Jahren bekannten Pilzerkrankung sind weltweit ein Drittel aller Amphibienarten akut vom Aussterben bedroht. Deshalb sollten beim Begehen mehrerer Biotope die Stiefel gut getrocknet oder noch besser desinfiziert werden, um das Übertragen des Pilzes zu vermeiden.
Mit Staunen konnten die Teilnehmer die Laichballen des Grasfrosches im Licht der Taschenlampen glitzern sehen. Sobald die Temperaturen mehrere Nächte lang über 8 bis 10 Grad betragen, kommt es zur Wanderung und das Weibchen kann nach der Paarung im Wasser ablaichen. Pro Laichballen zählt man 1000 bis 1200 Eier. Nach einer Entwicklungszeit von ca. 3 Wochen schlüpfen die Kaulquappen aus den Eiern. Nur rund 1 Promille der Eier entwickelt sich und überlebt. Mit zirkulierenden Kopien ergänzte Wohldmann seine Erklärungen.
Die Erdkröte, welche ebenfalls zu Geburts- und Laichgewässern wandert, konnte nicht beobachtet werden. Dank bitterem Laichballen wehrt sie sich gegen Feinde. Auch die Erdkröte wechselt von der Kiemenatmung bei den Kaulquappen auf Lungenatmung. Die Eier der Kröten werden an Laichschnüren abgelegt, bei den Erdkröten zu zweit an der Schnur.
Während der Wanderung zwischen den beiden Naturschutzgebieten schlüpfte zur Freude aller eine kleine Gelbhalsmaus mit ihren Kulleraugen unter den Brombeergesträuchen durch. Viele vom NV-Frick aufgehängte Nistkasten hingen am Wegrand.
Da die Wanderungen der Amphibien teilweise über Strassen führen, stellt der NV-Frick jeweils im Frühling Hinweis-Tafeln an den stark bewanderten Gebieten auf, um die Autofahrer auf ein reduziertes Tempos aufmerksam zu machen. Hausbesitzer können Schächte entlang der Wanderrouten durch ein 5mm-Gitter absichern, um das Sterben der wandernden Amphibien und auch Spitzmäuse zu verhindern.
Im Gebiet des Schlauens konnte ein Grasfrosch aus der Nähe betrachtet werden. Dank Schleimschicht können sich die Amphibien gegen Bakterien und Pilze schützen. Deshalb muss ihre Haut feucht bleiben. Auch die „Froschgaragen" (Strukturen im und am Wasser) wurden den aufmerksamen Teilnehmern gezeigt. An einem mitgebrachten Skelett staunten alle über die langen Zehen an den Hinterbeinen und an den grossen Augöffnungen, hinter denen sich die Augen befinden, mit deren Hilfe die Grasfrösche ihre Beute verschlucken.
Zum Schluss wurden die Giftstoffe aus gewissen Amphibien erwähnt, die als Antibiotika und teilweise noch in der Forschung zur AIDS-Behandlung von grossem Interesse sind.
Weitere Informationen über die Aktivitäten des Naturschutzvereins Frick NV-Frick sind auf der Homepage www.nv-frick@ch abrufbar.

Text: P. Binkert