Nach dem Heimspiel gegen Schaffhausen letzte Woche stand für die Mölmer wieder ein Auswärtsspiel auf dem Programm. Gegen die vom 150-maligen Nationalspieler Marco Kurth trainierte SG TV Solothurn hat man sich in der Vergangenheit immer schwergetan. Seit dem Aufstieg vor drei Jahren gab es sechs Aufeinandertreffen. Mit je drei Siegen war die Bilanz vor dem Spiel ausgeglichen. Auf dem Papier war der TVM Möhlin zu favorisieren, stand man doch mit dreizehn Punkten auf Platz drei. Demgegenüber erlitt die SG TV Solothurn, mit 8 Punkten in der Tabelle, zuletzt drei Niederlagen in Folge.

Von diesem vermeintlichen Unterschied war in der Anfangsphase überhaupt nicht zu sehen. Im Gegenteil, Solothurn begann sehr angriffslustig und schwungvoll. Die Fricktaler Abwehr kam damit noch nicht zurecht und öffneten dem Gastgeber zu viele Lücken. Diese wurden immer wieder genutzt und so stand es nach zehn gespielten Minuten verdient 5:1 zu Gunsten der Heimmannschaft.

Die kreativen Momente fehlten

Auch im Angriff waren die Spieler von Trainer Jürgen Brandstaetter diesmal zu durchschaubar. Das gewohnte Flügelspiel und die kreativen Momente fehlten noch. Neben der mangelnden Effektivität war auch Pech dabei. So kurz vor der Pause, als Luca Halmagyi nach einem toll abgefangenen Ball alleine auf das Tor lief, sein Schuss aber von der Latte prallte und kurz vor der Linie aufsprang. Das wäre das Anschlusstor gewesen. Stattdessen konnte Solothurn nochmals nachlegen und so ging es mit einem 9:13 aus Sicht des TV Möhlins in die Pause.

Wer nun hoffte, dass die Pause den Fricktalern guttat, wurde leider enttäuscht. Es wollte die ersten Minuten der zweiten Hälfte nicht funktionieren und so lag man nach 37 Minuten mit 9:16 zurück. Gut eine Viertelstunde vor Schluss konnte der TV Möhlin knapp eineinhalb Minuten in doppelter Überzahl agieren. Zwar konnte man daraus «nur» zwei Tore aufholen, aber man spürte, wie die Möhlmer dadurch wieder Vertrauen gewannen und gleichzeitig Solothurn anfing zu hadern.

Spannende Schlussphase

Durch verbessertes Flügelspiel und begünstigt durch Fehlwürfe sowie technische Fehler der Solothurner kam man nochmals heran. Und noch viel besser; in der 54. Minute traf Manuel Csebits mit einem seiner gefürchteten Schüsse aus dem Rückraum zum 19:19.

Eine sehr spannende Schlussphase bahnte sich an. Solothurn raffte sich wieder auf und erspielte wieder ein Vorsprung von zwei Toren. Aber auch Möhlin gab sich nicht auf und erzielte knapp 30 Sekunden vor Schluss den 21:21-Ausgleich.

Schwache Leistung, starker Kampfgeist

Den letzten Angriff hatte aber der Gastgeber. Mit der Schlusssirene erkannte der Schiedsrichter noch ein Foul und es gab einen Freiwurf, der direkt verwandelt werden musste. Der Schuss wurde von der Mölmer Abwehr abgeblockt, aber der Freiwurf musste wiederholt werden. Grund war ein zu frühes Herauslaufen eines Spielers aus der Mauer. Der «Wiederholungsschuss» ging aber zum Glück an den Aussenpfosten und somit war der Punktgewinn Tatsache.

Der TVM zeigte spielerisch eine eher enttäuschende Leistung. Aber die Moral und der Kampfgeist sind zu loben. Denn einen Rückstand von sieben Toren aufzuholen ist auch im Handball nicht an der Tagesordnung.
Mit nun vierzehn Punkten rangiert der TV Möhlin auf den vierten Platz in der Tabelle.