FDP Mägenwil

Generalversammlung der FDP Mägenwil

megaphoneVereinsmeldung zu FDP Mägenwil

Im Zentrum der 29. Generalversammlung der FDP Mägenwil stand die Frage, welche Qualität an staatlichen Dienstleistungen wir uns noch leisten können und wollen. Beispielsweise wurden aus dem Kreise der gut besuchten Versammlung Befürchtungen geäussert, beim Anbau des Schulhauses und beim Neubau der Doppelturnhalle werde nicht mehr zwischen Nötigem und Wünschbarem unterschieden. Die FDP ruft deshalb alle Verantwortlichen auf, ein vernünftiges Augenmass zu behalten und auch den Kosten das nötige Gewicht beizumessen.

Ähnliche Fragen thematisierte Bianca Schaffert-Witvliet in ihrem Kurzvortrag zu aktuellen Themen im Gesundheitswesen. Als ausgewiesene Fachfrau attestierte Sie dem schweizerischen Gesundheitswesen eine sehr hohe Qualität; als verantwortungsbewusste Bürgerin beleuchtete sie aber auch die ebenfalls sehr hohen Kosten kritisch. An drei konkreten Beispielen illustrierte sie Fehlanreize, die zu steigenden Kosten beitragen: Bei Medikamenten beispielsweise werden teilweise alte billige Medikamente durch neu Entwickelte ersetzt, die deutlich mehr kosten aber oft kaum mehr Nutzen haben. Bei der ambulanten Versorgung steigen die Kosten durch Mengenausweitung, weil sowohl für Versorger wie auch für Patienten oft gilt: «mehr ist besser». Für die Versorger bringt dies mehr Einnahmen, für die Patienten bringt es bis zu einem bestimmten Punkt mehr Nutzen. Zu bedenken ist aber, dass mehr Untersuchungen und mehr Eingriffe auch immer mehr Risiko in sich bergen. Im Bereich der Akutspitäler wies Bianca Schaffert-Witvliet drittens auf ein interessantes Phänomen hin: Aufgrund der in den Patientendossiers dokumentierten Diagnosen könnte man meinen, die Patienten seien seit 2012 um etwa einen Drittel kränker geworden. Dies stimmt so natürlich nicht, sondern hängt mit der neu eingeführten Abrechnung mittels Fallpauschalen zusammen. Da in diesem Vergütungsmodell die Anzahl Nebendiagnosen eine wichtige Rolle spielen, ist das Interesse am Erfassen von möglichst vielen Nebendiagnosen und komplexen Behandlungen gross, weil dadurch die Erträge steigen.

Wir alle sind sowohl als Patienten wie auch als Bürger aufgerufen, mehr Eigenverantwortung zu übernehmen: Als Patienten können wir auf ein Zuviel an medizinischen Leistungen verzichten, als Bürger müssen wir uns der Finanzierung bewusst werden: Die Kosten der Akutversorgung werden nämlich nur knapp zur Hälfte durch die Krankenkassen gedeckt, mehr als die Hälfte hingegen wird direkt durch den Kanton bezahlt, d.h. mit unseren Steuergeldern.

Selbstverständlich wurde auch der statutarische Teil der Generalversammlung ordentlich abgewickelt und Präsident, Vorstand und Revisoren unverändert für eine weitere Amtsperiode gewählt.

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