Seit einem Jahr unterstützt die Badener Koordinationsstelle für Freiwilligenarbeit im Asylbereich Einzelpersonen und Organisationen bei ihrem Engagement für Geflüchtete. Mitglieder der Steuergruppe liessen das Erreichte letzte Woche Revue passieren.

„384 Freiwillige setzten sich 2017 in unseren fünf Gemeinden zu Gunsten von Asylsuchenden ein“, berichtet Silvana Lindt, Leiterin der Badener Koordinationsstelle für Freiwilligenarbeit im Asylbereich an der Sitzung der Steuergruppe letzte Woche. „Das ist eine enorme Leistung.“

Erreichtes diskutiert

Dem pflichten auch die anwesenden Vertreter der Gemeinden Baden, Obersiggenthal, Neuenhof, Untersiggenthal und Wettingen bei. An der Sitzung der Steuergruppe vergangenen Mittwoch in Obersiggenthal besprechen sie die Arbeit der Koordinationsstelle seit der Inbetriebnahme vor rund einem Jahr. Damals hatte der Kanton Aargau sieben regionale Koordinationsstellen ins Leben gerufen, um freiwilliges Engagement im Asylbereich zu stärken. Diese werden bis 2019 aus Beiträgen des Aargauer Swisslos-Fonds finanziert. In der Region Baden übernahm das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Kanton Aargau die Trägerschaft der neuen Plattform.

Engagement gestärkt

Bis Ende 2017 konnte die Badener Koordinationsstelle bereits über 180 Anfragen von Freiwilligen bearbeiten, 47 neue Freiwillige gewinnen und an bestehende Freiwilligenprojekte in der Region vermitteln. Regula Dell‘Anno-Doppler, Vizeammann der Stadt Baden ist überzeugt vom Nutzen der neuen Anlaufstelle und verweist auf die Asylunterkunft im ehemaligen Hotel „La Cappella“: „Dank der guten Zusammenarbeit der Stadt Baden und den Behörden mit der Koordinationsstelle konnte das Freiwilligenengagement im Kappi-Quartier gebündelt und zielgerichtet eingesetzt werden“.

Andreas Ruf, Fachspezialist Integration beim Amt für Migration und Integration, betont: „Die Freiwilligenarbeit in der Region konnte innert kurzer Zeit gestärkt werden. Die Trägerschaft der Koordinationsstelle durch das SRK Kanton Aargau hat sich bewährt.“ Gemeinderat und Steuergruppen-Gastgeber Walter Vega berichtet, dass in seiner Gemeinde Obersiggenthal Asylsuchende schon bei Anlässen der katholischen Kirche mithalfen. Für ihn ist klar: „Davon profitieren beide Seiten“.

Augenschein im Contact

In Obersiggenthal beherbergt die katholische Kirche seit 2006 am Mittwochnachmittag das Projekt Contact im Begegnungszentrum der Liebfrauen-Kirche. Im zweiten Teil der Sitzung besichtigt die Steuergruppe den Begegnungsort, der vom Verein Netzwerk Asyl Aargau (VNAA) geführt wird. Hier erhalten jede Woche rund hundert Asylsuchende Antworten auf ihre Fragen, können sich im Café mit Einheimischen austauschen, Deutschkurse besuchen und dabei auch von einer Kinderbetreuung profitieren.

„Durch die Koordinationsstelle hat die Freiwilligenarbeit eine neue Qualität gewonnen. Sie nimmt uns Arbeit ab und vermittelt neue Freiwillige“, betont Patrizia Bertschi, Präsidentin des VNAA, die die Gruppe gemeinsam mit Konrad Krattenmacher, Alters- und Flüchtlingsseelsorger der Pfarrei Liebfrauen Nussbaumen durch das Contact führt. Von dieser Entlastung profitieren nicht nur die Organisationen sondern auch die Asylsuchenden und deren Wohngemeinden, sind sich die Steuergruppenmitglieder einig.