Eine gut besuchte ausserordentliche Mitgliederversammlung der SP Erlinsbach SO bestellte am Mittwoch, 17. November das Präsidium neu und der anschliessende SP-Stamm sah prominente Gäste: Ständerat Roberto Zanetti und Kantonsrat Urs Huber animierten eine Diskussion, die sich vor allem rund um die beiden Abstimmungsvorlagen des kommenden Urnenganges drehte.
Während elf Jahren hat Klaus Blättler als Präsident die Geschicke der Ortspartei mit Umsicht und Engagement geleitet, nun tritt er aus gesundheitlichen Gründen zurück. Der ehemalige Gemeinderat Hansruedi König würdigte Blättlers grosse Verdienste und betonte vor allem, wie er immer wieder „voller Energie alle für das politische Interesse und die damit verbundene Parteiarbeit zu aktivieren und zu motivieren vermochte, und das mit viel Herzblut". Mit einem, wie König sich ausdrückte, „soeben national und international preisgekrönten" Stück aktuellster Schweizer Literatur darf sich der abtretende Parteipräsident, der als begeisterter Leser bekannt ist, die kommenden Winterabende verkürzen. Als Nachfolger schlug die Parteileitung den 20-jährigen Dariyusch Pour Mohsen vor, der in Aarau die Handelsschule besucht. In Erlinsbach als Sohn eines iranischen Vaters und einer Schweizer Mutter aufgewachsen, ist er bereits im Vorstand der Aargauer Juso aktiv. In seiner sympathischen Vorstellungsrede nannte er zwei Ziele als vordringlich, zum einen die Rückgewinnung eines Gemeinderatssitzes, zum andern die aktive Mitarbeit in allen politischen Belangen der Gemeinde.
Nicht zuletzt, um so das Feld nicht der SVP zu überlassen und zu zeigen, dass die SP in Erlinsbach SO noch am Leben ist. Dass dieser Optimismus gut ankam zeigte sich in der einstimmigen Wahl von Dariyusch Pour Mohsen zum neuen Parteipräsidenten. Zur grossen Ueberraschung nicht nur des abtretenden Vorsitzenden wurde die Szepterübergabe begleitet durch ein Ständchen des Jodlerklubs Haselbrünneli aus Biberstein, in dem auch einige Erlinsbacher Stimmen aktiv sind.
Pünktlich zum anschliessenden bereits zur Tradition gewordenen SP-Stamm trafen nicht nur einige Sympathisanten, sondern auch die Polit-Prominenz im Trottensäli ein: Ständerat Roberto Zanetti und Kantonsrat Urs Huber. Die beiden äusserten sich zu den Vorlagen der kommenden eidgenössischen Volkabstimmung. Hauptsächlich Roberto Zanetti sprach sich mit Nachdruck für den Gegenentwurf zur Ausschaffungsinitiative aus. Dies, wie er betonte, im Einklang nicht nur mit der solothurnischen Kantonalpartei, und vor allem aus taktischen Überlegungen. Ein Ausblick auf kommende wichtige politische Fragen, unter anderem auf den möglichen Bau neuer Atomkraftwerke aber auch auf das ungelöste Problem der Atommülllagerung zu dem, wie Urs Huber bemerkte, momentan eine öffentliche Anhörung des Bundes läuft, klang der SP-Abend aus. (hme.)