Freiwilligenarbeit ist vielfältig und kompliziert. Das war die Bilanz der Diskussion vom Treff 50plus. Freiwilligenarbeit geht von der Grosseltern- Eltern- und Kinderbetreuung über Arbeit in Vereinen bis hin zu unbezahlter Arbeit in Institutionen (Kirche, Spitäler, Heime etc.).

Vielfältig ist auch die Motivation der Freiwilligen: selten ist jemand altruistisch, meist möchte er Freude schenken, aber auch Freude und Dankbarkeit ernten. Die Mitarbeit in Vereinen ist oft mit der Hoffnung auf berufliche oder politische Aufstiegsmöglichkeiten oder Imageaufpolierung verbunden.
Motivation und Bereitschaft zur Freiwilligenarbeit stösst hin und wieder an Grenzen, vor allem wenn Ziele und Wertvorstellungen betroffen sind. So wird die Freiwilligenarbeit in Institutionen als besonders problematisch empfunden, wo die Freiwilligen auf gelerntes Fachpersonal treffen und die Zusammenarbeit nicht harmoniert.

Gratisarbeit hat in der heutigen materiellen Welt keinen hohen Stellenwert. Sie ist zwar gefragt, wird gerne in Anspruch genommen, die Anerkennung ist aber eher gering.
Gelegentlich fühlen sich die Leute ausgenutzt, z.B.: immer den Rasen des Nachbarn mähen zu „müssen" ohne eine spezielle Anerkennung dafür zu bekommen, macht böses Blut.

Meist allerdings winkt als Anerkennung ein einfaches „Dankeschön". Häufig auch werden die freiwilligen Mitarbeiter einmal jährlich zu einem Abendessen eingeladen. Oder es werden Weiterbildungsabende geschenkt - gegebenenfalls als obligatorische Angebote, u.U. selbst zu bezahlen.

Fazit: Freiwilligenarbeit, noch dazu, wenn sie verlangt wird, ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber alles andere als einfach.