Vorige Woche noch an der Turnfestgala in Berlin, ging es, kaum zurück in der Schweiz, am vergangenen Wochenende auf in den zweiten Wettkampf dieses Jahres. Am Tannzapfe-Cup in Dussnang wollte man sich mit den stärksten Vereinen aus der Schweiz messen und dadurch einen ersten Quervergleich herstellen. Der vorhandene Elan, der starke Gruppenzusammenhalt und die Freude am Turnen sollten direkt aus Berlin ins Thurgauer Hinterland mitgenommen werden.

Was allerdings wäre ein Wettkampf ohne kurzfristige Änderungen?! Flexibilität 1.0: Sunita stand am Freitag in der Halle und sprang kurzerhand für Marina ein. Bei Sonnenschein erreichte der Turnverein Wettingen dann am Samstag den Wettkampfplatz. Nach einem ersten Einturnen auf der unebenen Wiese starteten sie in die Vorrunde. Die nötige Konzentration war spürbar vorhanden und kurz darauf wurden im Turnzelt die sechs Sprunganlagen aufgestellt. Flexibilität 2.0: Ausgeprägte Platzprobleme, weiche Matten sowie ein zu flaches Minitrampolin stellten die Wettinger auf die Probe. Kein Problem, Kopf hoch, Brust raus und lachen – die Wertungsrichter schienen überzeugt, 9.80 die Belohnung. Die Qualifikation für die Finalrunde war mit Abstand gesichert. Weiter ging es am Boden: Die Vorführung überzeugte mit einer guten Synchronität, doch schlichen sich grobe Patzer ein. Mit dem zweiten Zwischenrang hinter Mels schafften sie es auch am Boden in die Finalrunde. An den Schaukelringen brachten Fehler in der Synchronität sowie in der Einzelausführung die Wettinger vorübergehend auf Rang drei, hinter Morges und Glarus. Die Ränge in der Vorrunde spornen Wettingen zu mehr an und mit guten Vorsätzen starteten sie in die Finalrunde.

Flexibilität 3.0: Die Finalrunde startete bereits in 30 Minuten. Trotz dem Schnellstart gelang das Bodenprogramm im Vergleich zur Vorrunde zwar besser, doch die Belastung war hoch und gleich zwei Turner verletzten sich. Am Sprung hiess es dann: Flexibilität 4.0, Fabio sprang spontan für Michelle ein. Von aussen waren die Veränderungen kaum spürbar, doch im Verein war Unruhe zu spüren und das Programm lief nicht nach Wunsch. Der Abstand zu den anderen Vereinen blieb jedoch trotzdem gross genug für einen deutlichen Sieg. Auch an den Schaukelringen erturnte Wettingen den ersten Rang und freute sich sichtlich. Am Boden reicht es leider noch nicht ganz für an die Spitze. Mels holte sich den verdienten Sieg.

Ein langer und Kräfte zehrender Wettkampftag ging zu Ende. Die Bilanz mit zwei Siegen und einem zweiten Rang ganz ansehnlich, wenngleich mit einem etwas bitteren Nebengeschmack aufgrund der Verletzungen. An dieser Stelle gute Besserung.

Text: Nicole Demierre und Sonja Gysel