Geklappert haben sie dieses Jahr weniger laut als auch schon, aber Leistung haben sie erbracht, „unsere“ Weissstörche. Drei Jungvögel sind im Horst auf dem Storchennestturm flügge geworden und nun bereit zur baldigen Abreise in den Süden. Wer anlässlich des traditionellen „Storchen-Pic“ des Natur- und Vogelschutzvereins Rheinfelden auf den Turm gestiegen ist konnte die Störche auf dem Turmdach der nahen katholischen Kirche beobachten und dabei gleichzeitig einen feinen Apéro geniessen. Für junge Naturbeobachter gab es von der Jugendgruppe „Wendehals“ attraktiven Anschauungsunterricht für Kinder. Dabei konnte man Räupchen beobachten, aus denen bald einmal Schmetterlinge entstehen, die auch in den Rheinfelder Himmel aufsteigen werden. Dass das mit den Störchen, wie immer in der Natur, komplizierter ist als gemeinhin angenommen, erklärte mit viel Engagement Peter Enggist, der Geschäftsführer von „Storch Schweiz“. Erstaunliches war dabei zu vernehmen, so unter anderem, dass es in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts einmal keine einzige Storchenbrut mehr gab in der Schweiz. Als Ursache vermutet man die damals neuen landwirtschaftlichen Methoden verbunden mit einer Serie von Jahren mit ungünstiger Witterung. Früher waren es in der Schweiz über lange Zeit immer etwa 150 Brutpaare gewesen, heute sind es rund das Doppelte. All dies zu erklären ist nicht einfach. „Storch Schweiz“ versucht, zusammen mit Experten anderer Länder, das Brut- und Zugverhalten der Störche zu verstehen: Warum sie zum Beispiel nicht mehr nach Afrika ziehen wie früher, sondern auf spanischen Deponien überwintern. Und was könnte passieren wenn diese - nach EU-Vorgaben - dereinst wirklich geschlossen werden?

Aufgrund der grossen Anzahl Besucher darf man sicher annehmen, dass das kleine Abschiedsfest für die Störche, welches der Natur- und Vogelschutzverein Rheinfelden NVVR seit Jahren organisiert, geschätzt wird und bereits als Tradition bezeichnet werden darf.