1934 wurde der Vogelschutzverein Frick gegründet. Der Verein war stets aktiv und kann darum auf eine ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Natur durch öffentliche Exkursionen und Wanderungen ist für den Verein immer von zentraler Bedeutung. Mit der Zeit wurde auch die Betreuung von Pflegegebieten immer wichtiger. Heute betreut der NATURSCHUTZVEREIN FRICK neun Pflegegebiete, mit dem Ziel die Artenvielfalt und den Lebensraum verschiedener Tier- und Pflanzenarten zu schützen und zu erhalten. Mit der festlichen Einweihung von drei neuen Tümpeln auf der Moseralp fand das Jubiläum seinen würdigen Höhepunkt. Viele Gäste, Vereinsmitglieder und Interessierte waren an der Geburtstagsfeier dabei.

Thomas Zehnder, der Präsident des NV FRICK, konnte am 15. August 2009 eine grosse Anzahl Naturinteressierter bei der Post in Frick begrüssen. Zu Fuss wanderte die Gruppe zum ältesten Naturschutzreservat Roggenmoos. Seit 1982 betreut der NATURSCHUTZVEREIN FRICK das Gebiet, welches im Eigentum von BirdLife Aargau ist. Das Roggenmoos liegt an der unverbauten Sissle an der Grenze zu Hornussen. Im letzten Jahr wurde ein Teil der Hochhecke gepflegt. Der gleichzeitig sanierte und erweiterte Tümpel ist wieder voller Leben. Es ist erstaunlich, wie rasch die Natur die Spuren dieser Eingriffe wieder begrünt. Die Idylle am Bach war perfekt, als die Gruppe den schrillen Pfiff des durchfliegenden Eisvogels hörte. Dieser wunderbare Vogel ziert das Logo des NV FRICK und man ist stolz, ihn in Frick an sauberen, fischreichen Gewässern anzutreffen.

Über ein gemähtes Rapsfeld ging es bei hochsommerlichen Temperaturen hinauf zur Moseralp, wo bereits der willkommene Apéro bereitstand. Auf dem Festplatz gesellten sich weitere Gäste, die den angebotenen Fahrdienst benutzten, dazu. Der Präsident begrüsste alle geladenen Gäste namentlich. Auf eine grosse Laudatio über den Verein wurde verzichtet - vielmehr wollte der NATURSCHUTZVEREIN FRICK in der Landschaft ein nachhaltiges Zeichen setzen. Mit dem Bau von drei neuen Tümpeln auf der Moseralp ist dies ausgezeichnet gelungen. Die Verantwortlichen des NV FRICK zeigten sich erfreut, dass zum 75-Jahr Jubiläum der neue Lebensraum für Geburtshelferkröten und Gelbbauchunken eingeweiht werden konnte.

Berty Moser, Eigentümerin der Moseralp, übergab mit dem feierlichen Durchschneiden des roten Bandes das Gebiet der Bevölkerung. Vorbei am neuen grossen Eichenstammhalbling, der auf der Rückseite als Wildbienen-Nisthilfe dient und auf der Vorderseite drei Tafeln trägt, die über die Besonderheiten des Gebietes informieren, kam die Gruppe zu den drei neuen Tümpeln. Thomas Zehnder erklärte die Entstehungsgeschichte des neuen Lebensraumes und zeigte die beiden Pionierarten Geburtshelferkröte und Gelbbauchunke. Unweit der Tümpel wurde auch der Jubiläumsbaum gesetzt - eine vier Meter hohe Kornelkirsche (Tierlibaum). Eine schöne Tafel auf dem Muschelkalkstein weist auf den standortgerechten Jubiläumsbaum hin.

Vom Kantonalverband BirdLife Aargau überbrachte Gottfried Hallwyler die Grussbotschaft. Er würdigte die seit Jahrzehnten mit Weitsicht und grossem Engagement erledigte Arbeit des NV FRICK. Er machte den Anwesenden klar, was der NATURSCHUTZVEREIN FRICK einerseits für den Schutz und der Tier- und Pflanzenwelt und andererseits für das Vereinsleben leistet. Er lobte auch die übersichtliche und informative Homepage, über welche man sich jederzeit ein sehr gutes Bild über die Vereinsaktivitäten machen kann.

Begleitet durch die schönen Klänge eines Alphorns erreichte die Gruppe nach kurzem Aufstieg das Gebiet Spittelacher. Es ist ein Novum, dass der NV FRICK in Hornussen ein Gebiet ausserhalb der Gemeindegrenze von Frick betreut. Dank gutem Kontakt zum Landeigentümer Roland Frey, Othmarsingen konnten die Orchideen- und Fromentalwiesen aufgewertet werden. Es ist geplant, im kommenden Winterhalbjahr die lange Hecke zu pflegen und den Wald durch Waldrandstufung und mittels Durchforstung wieder mit Licht zu versorgen. Weil die Gebiete Moseralp und Spittelacher in idealer Weise direkt zusammenhängen ist es offensichtlich, dass die Gemeindegrenze zwangsläufig keine Grenze für den Naturschutz darstellt.

Der NATURSCHUTZVEREIN FRICK liess es sich nicht nehmen, seine Gäste und Freunde mit einem einfachen Nachtessen, Kaffee und selbstgebackenem Kuchen zu verwöhnen und Dankeschön zu sagen. Der herzliche Dank geht an alle Helferinnen und Helfer, an Edith und Hans für das gewährte Gastrecht auf der Moseralp und an alle, die zu diesem unvergesslichen Geburtstagsfest beigetragen haben. Dieser wunderbare Hochsommerabend wird sicher allen in bester Erinnerung bleiben.