Während die Profis in Kroatien noch die letzten Partien um den Europameister-Titel spielen, fällt in der Schweiz der Startschuss zur zweiten und entscheidenden Meisterschaftsphase. Die Solothurner haben sich dabei mit einer erfolgreichen Hinrunde eine hervorragende Ausgangslage geschaffen. Als Tabellenvierter befindet sich der TVS in Lauerstellung für das Podest. Der TV Möhlin als Dritter und der STV Baden als Zweiter weisen nur gerade zwei, respektive vier Punkte Vorsprung auf die Ambassadoren aus.

Die Truppe von Trainer Marco Kurth muss sich jedoch in Acht nehmen. Denn auch die Konkurrenz im Mittelfeld schläft nicht. So haben die Lakers Stäfa nach einem miserablen Saisonstart bis auf zwei Punkte zu Solothurn aufgeschlossen. Und mit drei Punkten Rückstand stehen die Jungkadetten aus Schaffhausen und Lokalrivale HS Biel, der eine sehr starke Aufstiegssaison spielt, bereits in den Startlöchern, um dem TV Solothurn die Spitzenplatzierung streitig zu machen.

Stärker als in der Hinrunde

Nur auf Rang neun, aber dennoch mit nur fünf Punkten Rückstand, ist der Gegner vom Wochenende platziert, der TV Birsfelden. Die Baselländer haben ihre Punkte vor allem gegen Teams am unteren Ende der Tabelle geholt, was ihnen ein komfortables Polster auf die Abstiegsplätze verschafft hat. Die beiden Mannschaften kennen sich bereits vom Saison-Eröffnungsspiel. Damals konnte sich der TV Solothurn im heimischen CIS diskussionslos mit 33:26 durchsetzen.

Aber aufgepasst: Das muss sich im Rückspiel nicht zwangsläufig wiederholen. Denn im ersten Saisonspiel musste Birsfelden noch auf seinen besten Torschützen Peter Schmid verzichten. Schmid ist mittlerweile Vierter in der Torschützenliste mit 96 Toren, bei zwölf Einsätzen. Mit dieser Quote schafft es der ungarische U21-Nationalspieler und Spielmacher auf einen Schnitt von exakt acht Toren pro Spiel – nur Rares Jurca vom RTV Basel ist in dieser Statistik noch besser. Und nach guter alter Milchbüchlein-Rechnung würden diese acht Tore für Birsfelden genau zum Sieg reichen, wenn man das Hinrundenspiel als Massstab nimmt.

Nun ist es im Sport nicht immer so einfach, und simple Mathematik ist für Vorhersagen natürlich kein probates Mittel. Denn auch der TV Solothurn kann durchaus selbstsicher und optimistisch auf das Spiel blicken. Die vielen Verletzten konnten in der Meisterschaftspause genesen und auch bereits erfolgreich ein Testspiel absolvieren. Zudem hatte die Mannschaft einen Monat Zeit, sich auf die Rückrunde vorzubereiten und diese Spieler wieder ins Spielsystem zu integrieren. Das verleiht Trainer Marco Kurth wieder mehr Wechseloptionen und fördert den internen Konkurrenzkampf. Konditionell ist es auf jeden Fall ein Vorteil, über möglichst viele Kräfte zu verfügen. Denn sollte das Spiel eng werden, holt sich meist die Mannschaft die Punkte, welche über 60 Minuten das höhere Tempo gehen kann.