Natur- und Vogelschutzverein Unterentfelden

Erster Einsatz des Natur- und Vogelschutzvereins Unterentfelden im 2014

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Wer beim Naturschutzgebiet in der Brüelmatte oder die Suhrenmattstrasse entlang fährt, dem fällt vor allem eines auf: Die vielen Kopfweiden sind wieder in ihre eigentümliche Form geschnitten.

Dies geschah am vergangenen Samstag anlässlich des ersten Einsatzes des Natur- und Vogelschutzvereins Unterentfelden im Jahr 2014. Eine grosse Gruppe Freiwilliger, ausgerüstet mit Astscheren, Sägen und vereinzelt auch mit Motorsägen, schnitt die teils dreijährigen Triebe auf ihren Kopf zurück. Durch diese Schnittweise wird die Silberweide dazu gebracht, im nächsten Frühjahr am Kopf unzählige Jungtriebe zu bilden, die früher für verschiedene Handwerker als Rohmaterial dienten. Bereits haben sich drei Interessenten gemeldet, die dünnere und dickere Weidenruten haben wollen. Die gut biegbaren langen Weidenruten lassen sich nämlich einfach zu Körben, Schalen, Kugeln und dergleichen verarbeiten.

Heute werden die Kopfweiden nebst des landschaftsgestalterischen Gedankens vor allem wegen des sehr grossen ökologischen Nutzens angepflanzt. Durch das periodische Schneiden bilden sich Löcher und Ritzen, die verschiedensten Insekten und Vögeln als Refugien, also Rückzugs- und Nistmöglichkeiten, dienen. Aber auch der Stamm der Weide, der nach wenigen Jahren bereits eine raue Borke bildet, beherbergt eine Unmenge an unterschiedlichsten Insektenarten, die wiederum für andere Tiere als Nahrungsgrundlage dienen. Alte Kopfweiden sind oft hohl und bieten so Höhlen für Vögel wie den Steinkauz. Weitere Charakterarten der Kopfweide sind auch der Wiedehopf, ein Brutvogel, der leider in unserer Umgebung sehr selten geworden ist, sowie der Mulmbock, ein bis zu 5 cm langer schwarzer Käfer. Vielleicht können durch das Pflegen der Weiden und mit viel Geduld dereinst auch solche seltenen Arten wieder heimisch werden. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht.

Thomas Hersche

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