Die Gäste aus Stäfa waren im bisherigen Saisonverlauf hinter den eigenen Erwartungen zurückgeblieben und standen nun gegen Möhlin unter Zugzwang. Das Heimteam wollte mit einem Sieg das Punktepolster auf den dritten Platz beibehalten, zumal die Verfolger am Samstag ihre jeweiligen Partien gewonnen hatten. Die Fricktaler mussten allerdings auf ihren Rückraumschützen Patrik Vizes verzichten, der sich unter der Woche im Training verletzt hatte.

Die ersten Minuten nach dem Anpfiff in Möhlin verliefen jedoch überraschend ruhig. Nach dem etwas zaghaften Start sahen die Zuschauerinnen und Zuschauer dann viele Abschlüsse und ein schnelles Hin- und Her mit vielen Toren.

Zürich mit leichtem Vorsprung 

Mischa Wirthlin trift vier 4 mal vom Flügel.

Mischa Wirthlin trift vier 4 mal vom Flügel.

Die Zürcher hatten sich zu Beginn einen leichten Vorsprung erarbeitet, doch nach einer Viertelstunde glich Möhlin vom Flügel durch Oliver Mauron zum 7:7 aus. Der fricktaler Angriff fand zunehmend besser ins Spiel, sodass ein Penalty von Tin Tokic, eine Parade von Rok Jelovcan und schliesslich ein Tor durch Carlo Ladan den TV Möhlin mit 9:7 in Führung brachte (17‘).

Abwehrspezialist Tin Tokic zeichnete sich an diesem Abend als treffsicherer Siebenmeterschütze aus. Er verwandelte seine sieben Würfe von der Siebenmeterlinie allesamt. Tokic verzeichnete zuvor erst zwei Tore auf seinem Scorerkonto, beide Treffer waren ihm am dritten Spieltag in Birsfelden gelungen.

Neben der Tatsache, dass die Aargauer Offensive erfolgreicher agierte, verloren die Gäste in der 17. Minute auch noch ihren rechten Rückraumspieler Christoph Piske durch Disqualifikation. Er hatte Tokic mit dem Ellbogen im Gesicht getroffen, was die Unparteiischen als Tätlichkeit werteten.

Zwischenzeitliche Führung für Möhlin 

In der Folge zeigte sich Möhlin als das bessere Team auf dem Platz, führte zwischenzeitlich mit vier Toren Vorsprung (15:11) und ging schliesslich mit der verdienten 18:15 Führung in die Pause.

Auch nach dem Wiederanpfiff waren beide Teams bemüht das Spiel schnell zu machen. Besonders Stäfa suchte im Angriff zielstrebig den Abschluss. Entsprechend erzielte der gross gewachsene Rückraumspieler Valentino Valentakovic nach 39. Minuten den Ausgleich zum 22:22. Es entwickelte sich nun eine enge, umkämpfte Partie zwischen den beiden Kontrahenten.

Weil jeweils nur ein bis zwei Tore die Teams von einander trennten, schienen individuelle Fehler oder strittige Schiedsrichterentscheidungen umso mehr ins Gewicht zu fallen. Auf den Zuschauerrängen, wie auch an der Seitenlinie begann es daher langsam spürbar zu brodeln.

Spiel drohte zu kippen 

Nach etwas mehr als 50 Minuten Spielzeit, beim Stand von 27:27, parierte Rok Jelovcan gleich zwei stäfner Abschlüsse in Folge, doch die Fricktaler vergaben ebenfalls zwei Abschlüsse. Aus Sicht des Heimteams drohte das Spiel nun zu kippen. Und tatsächlich waren es die Gäste, die sich nun ein Herz fassten und in der 53. Minute in Führung gingen.

In einer hektischen Schlussphase gelang es den Zürcher letztlich, diese Führung über die Runden zu bringen. Die Partie blieb bis kurz vor Spielende spannend, da sich die Gäste nicht entscheidend Absetzen konnten.

Als sich in den letzten drei Minuten aber mehrere Zeitstrafen gegen Möhlin ansammelten, zogen die Gäste vom 30:31 nach 57 Minuten zum 31:34 nach 59 Minuten davon. Den Schlusspunkte setzte schliesslich der wendige Kenya Hara mit einem abgefangenen Pass zum 31:35 für Stäfa.

Noch immer auf dem zweiten Tabellenplatz 

Trotz der Niederlage verbleibt Möhlin auf dem zweiten Tabellenplatz, jetzt mit vier Punkten Rückstand auf den Leader RTV Basel. Auf eben diese Basler treffen die Möhliner nun am kommenden Freitag im Spitzenduell in Basel. Der RTV ist weiterhin ungeschlagen, aber vielleicht gelingt es ja dem TV Möhlin, als erstes Team dem NLA-Absteiger ein Bein zu stellen.