Die Sonne lachte vom Himmel, als sich 48 frohgelaunte Turnerinnen des SVKT Schneisingen beim Schulhaus besammelten, um ihre traditionelle Erna-Reise anzutreten. Ziel war dieses Jahr das Bündnerland, die Lenzerheide.  Kurz nach halb acht schon konnte die Fahrt beginnen, am Steuer  sass Stephan. Er hatte noch den für einen 50-Plätzer-Car kitzligen Kreisel zu überwinden, um die restlichen Frauen vom Unterdorf abzuholen.  Die Reiseleiterin Erna Marti begrüsste die muntere, buntgemischte Schar und gab der Freude Ausdruck, dass wiederum auch Turnerinnen der jüngeren Garde mitfahren. Die älteste Teilnehmerin könnte der jüngsten wohl gut und gerne Grossmutter sein ! Wie gewohnt gab Erna Marti noch einige Details zum Programm bekannt und wünschte allen einen schönen, unbeschwerten Tag.  

Kaum auf der Autobahn Richtung Zürich kamen die ersten Tücken der Dauerbauerei, Stau, soweit das Auge reichte. Doch dies bemerkten wahrscheinlich die wenigsten, hatten doch alle so viel zu erzählen und sich die aktuellsten Neuigkeiten  auszutauschen. Durchs Säuliamt gings Richtung Zug mit einem herrlichen Blick auf die Innerschweizer-Alpen. Man passierte das schmucke Städtchen und weiter ging die Fahrt auf schmalen Strassen vorbei an sattgrünen Wiesen und Wäldern, wohin wohl ? Wo führt uns der versierte Chauffeur hin zum Kaffeehalt ? Man befand sich bereits im lieblichen Aegerital, Unterägeri und Oberägeri wurden passiert, hinauf, immer höher, nochmals einen Blick auf den Aegerisee werfend,  bis sich das Rätsel gelöst hatte. Ein traumhafter Ausblick, ein wunderschönes Restaurant, wir waren auf dem  fast 1100 m hoch gelegenen Raten im Gebiet Gottschalkenberg angekommen. Ist das die Rigi ? und das sind doch die beiden Mythen und und ....  Es schien als wären Kaffee und Gipfeli Nebensache ob der herrlichen Weitsicht.

Bald lockte es die Frauen wieder ins Freie, noch kurz das obligate Gruppenfoto mit einem „Cheese-Lächeln" und schon war man bereit für die Weiterfahrt Richtung Biberbrugg, Schindellegi, vorbei an den dort typischen mit Schindeln gebauten Häusern. Ein Wegweiser zeigte Richtung Feusisberg, dort wo die Fussball-Nationalmannschaft trainiert und schon befand man sich wieder auf der Autobahn, im Vordergrund bereits die markanten Spitzen der Kurfirsten ersichtlich. Trotz Autobahn gings sehr bedächtig langsam vorwärts, auch hier wurde gebaut. Man hatte dafür Zeit die Gegend zu geniessen, links  oben thronte majestätisch das Schloss Ragaz und rechts präsentierte sich das weite Gebiet um den Pizol.  Knöpfe, auch solche auf der Strasse lösen sich immer wieder, zügig erreichte man Chur, hinauf gings auf der schmalen Strasse via Malix bis Churwalden mit der längsten Rodelbahn Europas. Das Kreuzen mit dem talwärts fahrenden Postauto war für den Chauffeur Massarbeit. Schon war Parpan mit dem Stätzerhorn in Sicht  und schliesslich pünktlich zur Mittagszeit erreichte die Schar das Hotel Waldegg in Valbella, wunderschön am Heidsee gelegen. In einer heimeligen Arvenstube genossen die Aargauer-Turnerinnen ein delikates Mittagessen, die Süssmostcrème hatte es in sich !  Die sportlichsten Frauen und damit wohlverstanden auch die meisten, machten sich bei hochsommerlichen Temperaturen auf, dem Heidsee entlang nach Lenzerheide zu gelangen. Eine idyllische Wanderung war es zwischen Lärchen und dem bekannten Rothorn auf der einen und dem Piz Scalottas auf der anderen Seite. Auf einem ziemlich bevölkerten Platz zwischen den Bäumen stand ein auf den ersten Blick undefinierbares Gefährt. Annelies war wie immer neugierig und wollte schon Marronis verkaufen. Auf den zweiten Blick entpuppte sich das gewisse „Etwas" als Drehorgel. Und der Besitzer dieses Musikinstruments war auch schon bald zur Stelle und drehte abwechselnd mit den Aargauerinnen die schönsten Melodien. Die Unterhaltung war perfekt.

„Schau, die haben wir auch schon gesehen", tönte es. Von der anderen Seite kam die kleine Gruppe, die den kürzeren Weg zurückgelegt hatten. Und schliesslich trafen noch diejenigen, die per Car nach Lenzerheide fuhren ein. Es war Zeit, einen Kaffee, ein Stück Kuchen, ein Coupe oder sonst irgend etwas Feines zu geniessen. Man schlenderte als wäre man ein Feriengast, durch den hübschen Ort, die einen ergatterten sich ein Souvenir, die anderen etwas typisch bündnerisches kulinarischer Art für die Daheimgebliebenen. Verdächtig dunkle Wolken türmten sich über den Bergen auf, aber pünktlich um halb fünf bestiegen die Aargauerinnen den Car für die Heimfahrt auf demselben Weg Richtung Chur. Auf der Autobahn erstreckte sich wieder eine Blechlawine soweit man sehen konnte, diesmal war aber ein Unfall schuld.  Die Bündner Herrschaft lag noch in heller Abendsonne, während weiter unten im Glarnerland definitiv ein Gewitter niederging. Je näher wir aber der Heimat kamen wie schöner wurde es. Kurz nach 19.00 Uhr erreichte die Schar das Alpenrosendorf, glücklich und zufrieden über den prächtigen, erlebnisreichen Tag. Der Organisa-torin Erna Marti sei ein herzliches Dankeschön ausgesprochen.