Die Königsdisziplin im Billardsport ist äusserst anspruchsvoll und verlangt von den Spielern ein Höchstmass an Konzentration. Jeglicher Lärm von Seiten der Zuschauer ist während dem Spiel verpönt.

Nur ein dezenter Applaus, und das immer erst nach einem erfolgreichen Stoss ist erlaubt. An diesem Wochenende wurde um die Schweizer Meistertitel in drei Disziplinen gekämpft. Der Aarauer Stefan Schneider (vom Indian Snooker Club in Unterentfelden) und der Grenchner Marvin Losi (Mitglied im Snooker Club „Medela Sports Team“ in Zofingen) mischten an vorderster Front mit.

In der Disziplin 6-Reds werden, wie der Name schon sagt, anstatt der üblichen 15 nur 6 rote Kugeln verwendet. Das bedeutet, dass oft schon ein einziger Fehler den Verlust eines Frames bedeuten kann. Stefan Schneider aus Aarau, der zweimalige Schweizermeister in der Disziplin Einzel, hatte im Achtelfinal den Topfavoriten Jonni Fulcher aus Genf bezwungen.

Doch er musste sich nach hartem Kampf im Halbfinal dem Basler Julian Serradilla geschlagen geben, der mit der Kurzdistanz am besten zurecht kam, und danach auch den Final in überzeugender Manier gewann. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass er dabei seinen deutlich dickeren Pool-Billard-Stock verwendete, weil sein gewohntes Snooker-Queue defekt war, was die Aufgabe zusätzlich erschwerte. Mit der Bronzemedaille hat Stefan Schneider aber bewiesen, dass mit ihm auch weiterhin jederzeit zu rechnen ist.

Zwei Finalisten aus der Deutschschweiz

In der Disziplin Team bilden jeweils zwei Spieler (plus ein Reservespieler) eine Mannschaft. Die Begegnungen verlaufen wie beim Tennis im Davis-Cup, mit je zwei Einzel-Duellen, einem Doppel und falls nötig, nochmals zwei Einzel-Begegnungen. Je zwei Teams aus der Romandie und der Deutschschweiz waren für die Endrunde qualifiziert. Marvin Losi und sein Teamkollege Luis Vetter (Güttingen, mit 16 klar der jüngste Teilnehmer) gewannen ihren Halbfinal gegen Fabrice Loffredo und Guillaume Pawlak aus der Romandie klar mit 3:0 Siegen.

Im Final trafen sie gleich nochmals auf ein Team aus der Romandie, nämlich die als Favoriten eingestuften Jonni Fulcher und Risto Väyrynen. Der Überraschungscoup war nach sehr starkem Spiel mit einem klaren 3:0 Sieg perfekt! Damit holt Marvin Losi stellvertretend für seinen Klub in Zofingen einen der Schweizer Meistertitel in den Aargau.

Bronze für Losi

Die Einzelwettkämpfe, die auch vom Fernsehen am besten bekannte Disziplin, werden in der Schweiz in zwei Ligen bestritten. Im Final der Liga B setzte sich der in Bussigny wohnhafte Glyn Atherton gegen den Zürcher Sinan Cetinkaya mit 5:3 durch und holte damit den ersten Sieg der Romands in den Einzelwettkämpfen.

In der Liga A spielen die Top 12 der Schweiz. Die besten 8 bestreiten nach 11 Qualifikationsrunden die Endspiele. Dazu gehört auch Marvin Losi (3. v. l.). Er traf im Halbfinal auf den Unterwalliser Alain Vergère. In diesem Duell konnte der Grenchner seinen Sieg vom Vortag im Team-Wettbewerb nicht wiederholen und unterlag nach hartem Kampf mit 4:5. Die damit erreichte Bronzemedaille bestätigt jedoch seine gute Form und mit ihm wird in den kommenden Jahren vermehrt zu rechnen sein.

Im Final setzte sich dann der Titelverteidiger Jonni Fulcher aus Genf gegen Alain Vergère durch und wurde erneut Schweizermeister.

Nach der letzten erfolgreich versenkten Kugel wurde dann die Stille gebrochen und die Medaillen-Gewinner sämtlicher Disziplinen gebührend gefeiert.