Interessante Tropfen vom Weingut Bercher in Burkheim

Der Tradition folgend eröffnen die Freiämter Weinfreunde ihr Vereinsjahr jeweils im Februar im Seehotel Delphin in Meisterschwanden. Tradition nimmt auch im Weingut Bercher am Kaiserstuhl, das seine Weine vorstellte, einen gewichtigen Platz ein.

Eingespielte Zusammenarbeit seit zehn Generationen ist das Geheimnis des nachhaltigen Erfolges auf dem Weingut Bercher in Burkheim. Das Fortbestehen der über 300-jährigen Familientradition liegt heute in den Händen der Cousins Martin und Arne Bercher, beide als Diplomingenieure ausgebildete Kenner ihres Faches. Martin und sein Vater Eckhardt Bercher vertrauen bei der Kultivierung der Reben auf ihre Erfahrung und auf ihr Wissen um die Abläufe in der Natur. Arne und sein Vater Rainer verstehen es, bei der Vinifikation und Reifung der Weine den individuellen Charakter der einzelnen Weine herauszuarbeiten.

Bercher’s Credo ist: Die Tradition hochzuhalten, weiterhin hochwertige Weine zu bereiten und die idealen natürlichen Ausgangsbedingungen für Weinbau am Kaiserstuhl zu nutzen. Mit einer modernen Weinbau- und Kellereitechnik will Bercher die Ansprüche der Kunden erfüllen.

Die Rebfläche um den Kaiserstuhl, der wärmsten Ecke Deutschlands, beträgt zur Zeit etwas über 4‘000 Hektaren, was etwa einem Viertel der badischen Anbaufläche entspricht. Die Weine gedeihen auf Vulkangestein und mineralstoffreichen, kalkhaltigen Lössböden. Die besten Lagen gehören dem Weingut Bercher. Reduzierte Erträge, handgelesene Trauben, tadellose Früchte und traditionelle Rebsorten aus der Burgunderfamilie, Riesling, Muskateller und Gewürztraminer sind die Eckpfeiler ihrer Weinbauphilosophie. Ihr Ziel ist, in jedem Wein das Terroir auszudrücken, die Eigenheiten der Reblagen, den Charakter der Böden und die kleinklimatischen Verhältnisse einzubeziehen.

Bercher’s Weine finden Gefallen

Mit einem Glas trockenen Burkheimer Schlossgarten Muskateller, 2013, VDP. ERSTE LAGE, werden die Freiämter Weinfreunde empfangen. Im Nu herrscht eine lockere Stimmung im festlich gedeckten Delphin-Saal. Der Präsident Markus Aellen stellt den Degustationsleiter Gregor Schönau vor, Importeur der Bercher Weine und Freund der Familie. Zu den ersten drei Weissen serviert die Delphinküche eine feine Fischterrine. Gregor Schönau überzeugt auf Anhieb mit ehrlichen Kommentaren. Die Burkheimer Weisser Burgunder und Grauer Burgunder, beide 2013-er und trocken, VDP. Ortswein, finden Gefallen. Zum pochierten Balchenfilet auf Sauerkraut an Butterrahmsauce mit Trockenreis folgt der zweite Dreierflight aus zwei Weissen und einem Roten. Ein Weisser Burgunder und ein Grauer Burgunder, beide Burkheimer Feuerberg, 2013, trocken, Grosses Gewächs VDP. Baden, sowie der Burkheimer Spätburgunder Rotwein trocken, 2013, Ortswein VDP. Alle drei Weine passen ausgezeichnet zum mundenden Gericht. Gregor Schönau weist auf die Eleganz und feine Strukturen dieser auf Vulkanerde gewachsener Weine hin. Das Echo auf die zwei Weissen war unverkennbar gut. Gespannt folgen wir Gregor Schönau’s Kommentaren zur Dreierserie der Rotweine. Im ersten Glas ein Burkheimer Feuerberg Spätburgunder, 2011, im zweiten Glas ein Burkheimer Feuerberg Spätburgunder, 2012. Beide trocken, grosses Gewächs VDP. Baden, im Barrique ausgebaut. Im dritten Glas ein Cuvée Limberg XI, 2011, trocken, aus Cabernet Sauvignon, Merlot, Lemberger und Spätburgunder aus dem Barrique. Diese Gewächse überzeugen. In jedem Schluck spiegelt sich die Arbeit im Weinberg und im Keller.

Genuss pur bis zum Schluss. Das Vanille-Zwetschgenparfait mit Zimtsauce begleitet ein fruchtiger und erfrischender Burkheimer Feuerberg Muskateller Spätlese, 2011, Selection.

Ein schöner Abend neigt sich dem Ende zu. Das Weingut Bercher und die Spitzenweine werden noch lange in Erinnerung bleiben.

Otto E. Sprenger -  www.weinfreunde-freiamt.ch

Die VDP-Klassifikation

Die neue viergliedrige Klassifikation VDP (Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweinproduzenten) ist eine privatrechtliche Klassierung und wurde im Januar 2012 verabschiedet. Zur Zeit vereinigt der VDP etwa 200 Spitzenweingüter in Deutschland.

(VDP Grosses Gewächs kann nur aus VDP Grosse Lage stammen)

Zur VDP-Klassifizierung meint Gregor Schönau offen: „Ich kann heute keine abschliessende Meinung über den VDP abgeben. Es ist sehr schwierig pro und contra zu gewichten“. Für ihn als Weinimporteur und Inhaber der Firma Riesling & Co. stellt sich zur Zeit das grosse Problem, dass nicht alle Weingüter, die grosse Weine herstellen, Mitglied im VDP sind. Die Bezeichnungen des VDP sind geschützt. Wie sollen also Weingüter, die nicht im VDP sind, ihre hervorragenden Weine bezeichnen? Die Vermarktung solcher Top-Weine ohne VDP werde schwierig, gibt Schönau zu bedenken.