Die Ringerstaffel Freiamt scheiterte auch vor eigenem Publikum an sich selbst und einer siegeshungrigen Mannschaft aus Hergiswil. Die Luzerner sind damit alleiniger Leader und stehen mit mehr als einem Bein im Final.
Jetzt schon von einem neuen Angstgegner zu sprechen, ist verfrüht. Dazu ist die Bilanz von Freiamt gegen Hergiswil in der NLA (noch) zu positiv. Sie steht bei sechs Siegen und zwei Niederlagen. Nach drei Jahren ohne Punktverlust gingen die letzten beiden Duelle nun aber verloren. Damit haben sich die Hergiswiler schon mal das Attribut „Schreckgespenst" verdient.


Wieder ein Flop von Oleg Lavruvjanec
Das gilt im speziellen für Thomas Wisler. Das Leichtgewicht eröffnete den Abend wie schon im Hinkampf gegen Freiamts Oleg Lavruvjanec. Und setzte sich erneut durch, mit einem Punktsieg zu Null. „Ein Fehlstart mit Konsequenzen", sagte Freiamts Trainer Marcel Leutert und schüttelte ungläubig den Kopf. „Denn der Flop erhöhte unnötig den Druck auf den Rest der Mannschaft."
Konsequenzen könnte die neuerliche Niederlage auch für den jungen Litauer haben. Während man die Niederlage im ersten Vergleich mit Wisler noch gutmütig auf den ungewohnten Freistil schieben konnte, fehlen im Greco schlicht die Argumente für Lavruvjanec. „Die Leistung war inakzeptabel, das stimmt", sagte Leutert. Konkreter wollte der Trainer nicht werden, ein Wechsel auf der Ausländerposition bis 55 Kilogramm ist aber denkbar. Bereits für Freiamt qualifiziert ist der Ungare Laszlo Kacsor, dieser allerdings bis 66 Kilogramm.


Zuviele Punkte liegen gelassen
Die Niederlage von Lavruvjanec allein darf für die erneute Niederlage aber nicht herhalten. Sie war vielmehr eine Art Initialzündung. Denn in der Folge erreichten gleich eine ganze Reihe Freiämter ihre Normalform nicht. Pascal Gurtner (96 kg) etwa war ein Sieg gegen Werner Suppiger zugetraut worden. „Ja, ich hatte den Sieg gar budgetiert", so Leutert. Dem jungen Freiämter fehlte aber abermals die Kaltblütigkeit: So führte Gurtner in der zweiten Runde mit 3:0, gab dann aber die Runde und damit auch den Kampf noch ab.
Niederlagen wie diejenigen von Markus Weibel (0:3 gegen Cumacov), Nicola Küng (0:3 gegen Thomas Suppiger) oder Stephan Strebel (0:4 gegen den 10 Kilogramm schwereren Martin Suppiger) waren erwartet worden. Matchentscheidend war, dass Freiamt in diesen Niederlagen keine Punkte holte. „Hier ein Pünktchen, da ein Pünktchen - das summiert sich", erklärte Trainer Leutert. Der Gegner Hergiswil machte es besser: ausser Patrick Stadelmann (0:3 gegen einen hervorragend aufgelegten Pascal Strebel) punkteten die Luzerner auch in den Niederlagen. „Die Hergiswiler haben ihren Job erfüllt. Uns ist das heute nicht gelungen. Keiner ist über sich hinausgewachsen."
So gelang es den Freiämtern nicht, den 7:10-Rückstand in der zweiten Hälfte wettzumachen. Ivan Krons Punktsieg im letzten Kampf war nurmehr Resultatkosmetik. Nach der 19:20-Niederlage in Hergiswil setzte es nun zuhause gar eine 17:20-Pleite ab. „Ich will die Leistung von Hergiswil nicht schmälern", sagte Marcel Leutert. „Aber die Hauptgründe für die Niederlage liegen nicht beim Gegner, sondern bei uns. Und das ist ärgerlich."
Kriessern und Freiamt
stechen um Finalticket
Tatsächlich hatte man auch im Rückkampf nicht das Gefühl, dass Hergiswil für Freiamt nun plötzlich ausser Reichweite liegen würde. Nach den beiden Niederlagen in den Direktduellen stehen die Luzerner Hinterländer nun aber mit mehr als einem Bein im Final. Und das verdient. Freiamts Weg in den Final führt über eine „Strafrunde". In Form des kommenden Auswärtskampfes in Kriessern (Sa 20 Uhr, MZH Kriessern). Die Rheintaler und die Freiämter werden den zweiten Finalplatz wohl unter sich ausmachen. --pst


RS Freiamt - RR Hergiswil 17:21 (7:10)
MZH Niederwil. - 600 Zuschauer. - Kampfrichter: Kilian Motzer. - 55 Kilogramm Greco: Oleg Lavruvjanec - Thomas Wisler 0:3 PS (0:1, 0:4). 60 kg Freistil: Markus Weibel - Vitas Cumacov 0:3 PS (0:1, 0:9). 66 kg G: Pascal Strebel - Patrick Stadelmann 3:0 PS (3:0, 1:0). 66 kg F: Christian Huwiler - Patrick Kunz 4:1 TÜ (8:2, 6:0). 74 kg G: Nicola Küng - Thomas Suppiger 0:3 PS (0:6, 0:3). 74 kg F: Ivan Kron - Raphael Kaufmann 3:1 PS (1:1, 6:0). 84 kg G: Stephan Strebel - Martin Suppiger 0:4 TÜ (0:7, 0:7). 84 kg F: Sandro Vollenweider - Alen Kacinari 3:1 PS (3:6, 4:1, 7:0). 96 kg G: Pascal Gurtner - Werner Suppiger 1:3 PS (0:1, 4:5). 120 kg F: Mirko Silian - Willi Graber 3:1 PS (2:0, 3:1).
Bemerkungen: Freiamt ohne Reto Bucher (verletzt) und Laszlo Kacsor (überzählig).