NLB-Handball

Ein Schaulauf des TV Solothurn zum Saisonabschluss

Zum Abschluss der Saison gewinnt der TV Solothurn hoch.

Zum Abschluss der Saison gewinnt der TV Solothurn hoch.

Aus. Schluss. Vorbei. Die Saison 2017/18 ist zu Ende und der TV Solothurn feiert den grössten Erfolg seiner jüngeren Geschichte. Mit dem klaren 32:18-Sieg gegen Absteiger Siggenthal sichern sich die Solothurner den dritten Platz und erreichen einen neuen Punkterekord.

Das letzte Spiel der Meisterschaft war noch jung, da zeichnete sich bereits ab, dass der TVS sich gegen Schlusslicht Siggenthal keine Blösse geben würde. Vorne präsentierten sich die Ambassadoren geduldig und abschlusssicher, in der Deckung standen sie einmal mehr souverän.

Von Beginn weg gestand die Solothurner Hintermannschaft dem Gegner aus dem Aargau nur ganz wenige Chancen zu. Und dies, obwohl sich die Gäste trotz bereits sicherem Abstieg in die Erstliga frisch und überaus motiviert zeigten. Die flinken Siggenthaler machten es den Verteidigern keineswegs einfach und trugen Mal um Mal schnelle Angriffe vor. Dennoch vermochten sie den Solothurner Abwehrwall nur selten zu knacken.

Wie schon in den letzten Spielen stand in der ersten Halbzeit wiederum Taro Diethelm zwischen den Pfosten. Und er dankte es seinem Trainer mit vielen Paraden. Auch dank seinen Interventionen gelang es dem TV Solothurn von Beginn weg, die Aargauer auf Distanz zu halten. Im Schnitt dauerte es ganze drei Minuten, bis die Gäste jeweils einen Treffer erzielten.

Mit Blick auf die NLB-Rangliste, insbesondere das Torverhältnis, war schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass der TVS das Prädikat «beste Verteidigung der Liga» tatsächlich halten konnte. Zumal der ärgste Konkurrent, der RTV Basel, zuhause gegen die Lakers Stäfa ein Offensivspektakel veranstaltete (Schlussresultat 33:34).

Dritter Rang, beste Verteidigung, Punkterekord

Auch das zweite Ziel, sich mit einem Punkterekord definitiv den dritten Platz in der Tabelle zu sichern, rückte mit fortschreitender Spieldauer immer näher. Immer deutlicher distanzierte der TVS seinen Gegner und schon bei Halbzeit war allen klar, dass sich das Heimteam die Butter nicht mehr vom Brot nehmen lassen würde. So avancierte die zweite Halbzeit zum Schaulaufen vor heimischer Kulisse.

Dass Siggenthal, das sich noch mit Stolz aus der NLB verabschieden wollte, gleich eine solch heftige 18:32-Klatsche kassierte, lag daran, dass die Solothurner bis zum Ende konzentriert spielten und nicht nachliessen. Die Leistung im letzten Spiel steht sinnbildlich für die ganze Saison des TV Solothurn. Von Anfang bis Ende überzeugte diese Mannschaft in der NLB.

Sie weist einen hervorragenden Mix auf aus gestandenen NLB-Spielern und jungen Talenten, die den Sprung in die NLA schaffen können. Und der Teamgeist dieser verschworenen Gruppe holte die Truppe auch bei Rückschlägen schnell wieder aus einem Loch.

Gerechter Lohn für die hervorragenden Leistungen in dieser Saison ist der dritte Tabellenrang. Erreicht wurde er mit dem Punkterekord von 33 Punkten und mit einem Schnitt von nur gerade 24.38 Gegentreffern pro Spiel.

Viel Freude und ein paar Wehmutstropfen

Logisch, dass das Erreichte im Anschluss an das Spiel gebührend gefeiert wurde. Doch neben all dem Jubel dürften Mannschaft und Verantwortliche des TV Solothurn auch mit einem weinenden Auge gefeiert haben.

Nicht weniger als sieben Abgänge verzeichnet der Verein im Hinblick auf die nächste Saison. Zum einen verabschiedete der TVS Assistenztrainer Zlatko Portner und den Mannschaftsverantwortlichen Bruno Hürzeler. Zum anderen werden gleich fünf Spieler nächste Saison nicht mehr im TVS-Trikot antreten.

Der linke Flügel Marco Melcher wechselt auf die kommende Spielzeit hin zum Ligakonkurrenten HS Biel und Torhüter Jan Tatarinoff bestreitet die Vorbereitung für die nächste Saison beim HV Herzogenbuchsee. Mit Rückraumspieler Lucas Rohr und Flügel Marco Strahm verlassen auch zwei Jungtalente das Team.

Abgänge kompensieren

Beide haben beim Partnerverein BSV Bern, von dem sie zu Ausbildungszwecken vor zwei Jahren zum TV Solothurn gestossen sind, Dreijahres-Verträge für die NLA erhalten. Und zu guter Letzt tritt mit Michael Wassmer (Kreisläufer) auch ein TVS-Urgestein ab.

Nach 23 Jahren im Verein, rund die Hälfte davon in der ersten Mannschaft und viele davon als Captain, hängt der 30-Jährige seine Handballschuhe an den Nagel und will sich in Zukunft auf seine berufliche Karriere konzentrieren.

Will der TV Solothurn auch in der nächsten Saison erfolgreich sein, gilt es also, diese Abgänge zu kompensieren. Gemäss ersten Informationen sollte dies auch gelingen, der Trainerstab und der Kader für nächstes Jahr stehen grösstenteils. Dies ist sicherlich auch der hervorragenden Visitenkarte, welche die Mannschaft in der abgelaufenen Meisterschaft abgegeben hat, zu verdanken.

Meistgesehen

Artboard 1