Ein knappes 2:1 beim abgeschlagenen Tabellenletzten klingt stark nach Arbeitssieg. Ein Begriff, den Arjan Peço aber keineswegs als Umschreibung für den Erfolg seiner Mannschaft beim FC United Zürich verwenden wollte.

«In der Promotion League gibt es keine Arbeitssiege, dafür sind die Gegner viel zu stark», erklärte der Basler U21-Trainer und konnte sich mit dem Begriff «Pflichtsieg» eher anfreunden. «Wir wollen uns bis am Schluss auf Rang 4 halten, deshalb war ein Sieg in Zürich Pflicht.»

Offensivspiel zu Beginn

Der Match begann abwechslungsreich, weil beide Teams zunächst den Weg nach vorne suchten. Den Baslern wurde in der Anfangsphase ein Treffer Yves Kaisers wegen eines angeblichen Handspiels aberkannt, während die Zürcher zweimal die Torumrandung trafen.

Ein Tor, das auch Anerkennung fand, gelang lediglich Sebastian Malinowski, der nach 16 Minuten einen Angriff über die linke Seite souverän mit dem 0:1 vollendete.

Mit zunehmender Spieldauer rissen die Gäste die Kontrolle an sich und vergaben vor allem in der ersten Halbzeit diverse Möglichkeiten, das Skore auszubauen. Nach dem Seitenwechsel begnügte man sich hingegen zu sehr mit der Verwaltung des Vorsprungs.

Reaktionsstarke Basler

Das gelang ziemlich gut, denn United sah das Basler Tor nur noch aus der Ferne. Allerdings reichte Erhan Yilmaz der Platz, der ihm gewährt wurde, um in der 76. Minute aus 25 Metern das 1:1 zu erzielen.

Nun reagierten die Basler und spielten wieder entschlossener in die gegnerische Zone. «Man hat gemerkt, dass die Mannschaft nicht zwei Punkte liegen lassen wollte», sagte der Trainer und durfte kurz vor Schluss noch einmal die Faust ballen, als Bastien Conus' Flachschuss aus 14 Metern den Weg ins Zürcher Netz fand.

«Letzte Woche haben wir in der 90. Minute den Ausgleich kassiert (beim 3:3 gegen Nyon, die Red.), nun gelang uns in der 88. Minute der Siegtreffer. So ist eben Fussball», meinte Peço trocken.

Unnötige Niederlage der Old Boys

Zwei Tore brachten auch die Old Boys in Bavois zustande. Allerdings reichte das in der Waadtländer Provinz nicht zum Punktgewinn, der Platzclub setzte sich nämlich mit 4:2 durch. Die Serie der unnötigen OB-Niederlagen in dieser Saison wuchs damit um ein weiteres Spiel an.

«Wir hatten Chancen für zehn Tore», seufzte OB-Sportchef Rafet Öztürk und ärgerte sich besonders darüber, «dass dem Gegner drei gute Spieler reichten, um die drei Punkte zu holen.»

Das besagte Trio setzte sich aus Flügel Adrian Alvarez, Mittelstürmer Khalil Lambin und Goalie Robin Enrico zusammen. Die beiden Offensivkräfte besorgten die ersten drei Treffer, während der Keeper eine hochkarätige Gäste-Chance nach der anderen zunichte machte. Enrico hielt in der 19. Minute sogar einen Handspenalty von Onur Akbulut.

Hoffnungen geknickt

Die Basler können sich mit der Tatsache trösten, die bessere Mannschaft gewesen zu sein. Denn während die Gelbschwarzen mit spielerischen Mitteln versuchten, zum Erfolg zu kommen, präsentierte sich der FC Bavois ziemlich rudimentär in seiner Spielanlage. Oder wie es Öztürk pointiert formulierte: «Die anderen acht haben einfach die Bälle weggehauen!»

Mehr als der zwischenzeitliche 1:1-Ausgleich durch Valentin Mbarga (22., Foulpenalty) und Artan Shillovas Anschlusstor zum 3:2 (67.) gelang dem Team von Trainer Aziz Sayilir aber nicht. Ein individueller Fehler in der OB-Defensive ermöglichte Alex Da Silva in der 79. Minute das 4:2 und knickte die letzten Hoffnungen auf einen Punktgewinn.