Wenn sich BDP-Nationaltrat Bernhard Guhl und FDP-Nationalrat Thierry Burkart gemeinsam in den 300-m-Schiessstand legen, dann steht das Feldschiessen bevor. Auf der Regionalschiessanlage Lostorf in Buchs entschied der geübte Gewehrschütze Guhl das Duell mit 62:38 Punkten souverän für sich.

Burkart strich darauf den olympischen Gedanken hervor, während sich Guhl nach dem Kranzresultat aufgrund eines Feuerwehreinsatzes in Rohrdorf entschuldigte.

Bernhard Scholl rettet FDP-Ehre

Stattdessen forderte der FDP-Politiker mit der Pistole den Aargauer Feldchef Werner Stauffer heraus. Nach anfänglicher Führung unterliefen Burkart beim Serienfeuer zwei, drei Fehlschüsse. So gewann Stauffer das ausgesetzte Bier 118:94.

Für Aufsehen sorgte Grossratspräsident Bernhard Scholl. Der Fricktaler rettete die FDP-Ehre und schoss mit 168 Punkten ein Kranzresultat. «Da erwischte ich eine gute Pistole», gab sich der höchste Aargauer Politiker bescheiden.

Hoffnung auf 13'500 Teilnehmer

Wiederum lanciert der «Kickoff»-Anlass das Feldschiessen im Aargau. Zahlreiche nationale und kantonale Politiker folgten der Einladung des Aargauer Schiesssportverbandes. Feldchef Werner Stauffer zeigte sich überzeugt, dass nach dem letztjährigen Teilnehmer-Rückgang der Aufmarsch im Aargau auf 13'500 Schützinnen und Schützen erhöht werden kann.

«Es braucht jetzt den guten Willen und den vollen Einsatz jeder Schützengesellschaft, die Bevölkerung zu mobilisieren.»

Politik, Schiesssport und Militär vereint zum Startschuss des Feldschiessens im Aargau: Feldchef Werner Stauffer (von links), Brigadier Stefan Christen, Nationalrätin Corina Eichenberger, Regierungsrätin Franziska Roth, Grossratspräsident Bernhard Scholl, Nationalrätin Sylvia Flückiger, Nationalrat Thierry Burkart, Aaraus Stadtammann Hanspeter Hilfiker und Victor Hüsser, Präsident des Aargauer Schiesssportverbandes.

Politik, Schiesssport und Militär vereint zum Startschuss des Feldschiessens im Aargau: Feldchef Werner Stauffer (von links), Brigadier Stefan Christen, Nationalrätin Corina Eichenberger, Regierungsrätin Franziska Roth, Grossratspräsident Bernhard Scholl, Nationalrätin Sylvia Flückiger, Nationalrat Thierry Burkart, Aaraus Stadtammann Hanspeter Hilfiker und Victor Hüsser, Präsident des Aargauer Schiesssportverbandes.

Zu tiefe Ausgaben für die Landesverteidigung

Grossratspräsident Scholl wies in seiner Grussadresse darauf hin, dass das Feldschiessen älter sei als der 1848 gegründete schweizerische Bundesstaat. «Auf diese Tradition können wir stolz sein.» Auch Thierry Burkart redete dem ausserdienstlichen Schiesswesen das Wort. Obwohl er ein «miserabler» Schütze sei, fühle er sich in Schützenkreisen wohl. Hinzu komme, dass der Aargau ein Schützenkanton sei.

In einem politischen Diskurs rügte er die aus seiner Sicht zu tiefen Ausgaben für die Landesverteidigung. Fünf Milliarden Franken seien nur sieben Prozent der gesamten Bundesausgaben. «Da sind wir zu bescheiden bei der Absicherung von Land und Leuten.»

«Nicht dreinreden lassen»

Die Aargauer Regierungsrätin Franziska Roth nahm sich der aktuell grössten Sorge der Schützen an und rüffelte die eingeleitete Verschärfung des Waffenrechtes. «Der Umgang mit Waffen liegt uns Schweizern im Blut. Da müssen wir uns nicht von Brüssel dreinreden lassen.»

Brigadier Stefan Christen überbrachte die Grüsse des Militärs und bezeichnete das Feldschiessen als «ganz wichtig für unser Land». Er riet, die junge Bevölkerung in diese Tradition einzubinden und rügte darauf die Politik, die dem Militär mit der Möglichkeit des Zivildienstes ein wachsendes Problem beschere.

Aargauer Feldschiessen vom 8. bis 10. Juni

Der neue Aarauer Stadtammann Hanspeter Hilfiker blieb bei den lokalen Begebenheiten. Er lobte die Buchser Schiessanlage Lostorf als ideale Infrastruktur für eine ganze Region.

Selbstverständlich ist diese Anlage vom 8. bis 10. Juni auch einer der 33 300-m-Schiessplätze des Feldschiessens im Aargau. Hinzu kommen 10 Schiessplätze für die Pistolenschützen. Am Wochenende zuvor findet auf den meisten Schiessplätzen das Vorschiessen statt.