Am vergangenen Samstag lud die Brass Band Imperial Lenzburg zum Herbstkonzert in die reformierte Kirche in Buchs ein.

Dass der renommierte Komponist Edward Gregson als Gastdirigent seine eignen Kompositionen interpretierte war sowohl für die Band wie auch für das Publikum ein Erlebnis.

Edward Gregson gehört zu den führenden Komponisten seiner Generation. Seine Musik wurde bisher in vielen Ländern aufgeführt, aufgenommen und im Radio gespielt. Gregson hat Orchester-, Kammer-, Instrumental, Gesangs- und Chormusik sowie Musik für Theater und Fernsehen geschrieben, wobei sein Beitrag zum Blasorchester- und Brass Band-Repertoire weltweit von besonderer Bedeutung ist. Er hat Auftragskompositionen für viele führende Orchester und Ensembles realisiert und wurde sowohl für einen British Composer’s Award wie auch für einen Ivor-Novello-Award nominiert.

Gregson schreibt in einem einfach zugänglichen Stil jedoch innerhalb anspruchsvoller, zeitgenössischer Strukturen. Seine Musik zeichnet sich durch einen ausgeprägten lyrischen Ausdruck aus, aber sie ist sowohl rhythmisch wie strukturell spannungsvoll aufgeladen.

Anlässlich der Schweizer Uraufführung von Gregsons „Saxophone Concerto“ durch das argovia philharmonic Orchester und der britischen Saxophonisitin Jess Gillham, kam Edward Gregson in die Schweiz.

Wenn schon ein berühmter Komponist im Aargau ist, wieso also nicht ein Konzert mit ihm als Gastdirigenten machen?

Die Kompositionen für das Herbstkonzert stammen fast ausschliesslich aus der Feder von Gregson. So zum Beispiel „Prelude to an Occasion“ welches er 1968 für die berühmte Black Dyke Mills Band geschrieben hat.

Oder auch der „Chalk Farm March no 2“. Diesen schrieb Edward Gregson 1975 im Auftrag der Chalk Farm Band zum hundersten Geburtstag des langjährigen Dirigenten der Band Alfred Punchard.

Das „Concerto Grosso“ wurde 1972 für die National Youth Band of Scottland geschrieben. Das Werk basiert auf der Concerto Grosso Form aus dem 18. Jahrhundert. Es lebt vor allem vom Concertino, das heisst einer Solistengruppe. Die Solisten Irmgard Ripfel (Euphonium), Dominik Sinniger (Cornet), Joel Keller (Es-Horn) und Silvio Benz (Posaune) vermochten das Publikum zu begeistern.

Das einzige Stück an diesem Abend, welches nicht von Gregson geschrieben wurde war „Destination Moon“ von Paul Raphael. Dies ist das Aufgabenstück für den Schweizer Brass Band Wettbewerb und wurde von Rafael Camartin dirigiert. Die erste Aufführung gelang schon ganz gut und bildet nun die Grundlage für die weiteren Vorbereitungen.

„Variations on Laudate Dominum“ ist eines der bekanntesten und auch meistgespielten Werke Gregsons. Er hat es 1976 geschrieben und verarbeitet darin die Hymne „O Worship the King“ von Sir Hubert Parry. Mit der majestätischen Hymne im letzten Teil des Werkes vermochte die BBI Lenzburg die Kirche vollends mit Klang auszufüllen.

Die Zugabe „Nimrod“ aus „Enigma Variations“ bildete einen wunderschönen Abschluss eines überaus interressanten und gelungenen Herbstkonzertes.

Für die Band starten nun die Vorbereitungen für den Schweizer Brass Band Wettbewerb, welcher jedes Jahr Ende November im Auditorium Stravinski in Montreux stattfindet. Dieses Jahr wird es neu eine zusätzliche Stärkeklasse zwischen der Erst- und Höchstklasse mit der Bezeichnung Elite geben. Diese ist auf 10 Bands limitiert. Dank den sehr guten Leistungen in den vergangenen Jahren hat sich die BBI Lenzburg für diese Kategorie qualifiziert.

Ohne Pause geht es danach weiter mit den Proben für das Neujahrskonzert. Im ersten Teil werden wiederum bekannte Werke von Gregson zu hören sein, der zweite Teil steht unter dem Motto „Musicals“.

Weitere Infos sind auf der Homepage www.bbimperial.ch zu finden sein.