Die beiden Fraktionen der CVP und FDP haben an den letzten zwei Einwohnerratssitzungen vergeblich versucht, eine grundsätzliche Debatte über die finanzielle Strategie für Windisch in Gang zu setzen. Die Traktanden für diese beiden Sitzungen umfassten das Budget mit einer Steuerfusserhöhung auf 124% und sehr vielen unterschiedlichen Kreditbegehen im Gesamtbetrag von über CHF 5 Mio. Franken, wodurch sich eine neue düstere Beurteilung der Finanzlage geradezu aufdrängt. Aus Sicht der beiden Fraktionen sind das alarmierende Signale, entgegen der Ansicht des Gemeinderates, welcher noch vor einem Jahr die finanzielle Zukunft von Windisch deutlich positiver einschätzte. Fairerweise muss man jedoch erwähnen, dass der Gemeinderat nun die verschiedenen Parteien und Finanzkommissionen zu einem „Finanzgipfel", eingeladen hat, welcher in den nächsten Wochen stattfinden wird.

Die CVP und die FDP sind sich der speziellen Situation von Windisch sehr wohl bewusst: Agglomerationsgemeinde mit Zentrumsfunktionen, unterdurchschnittliche Steuereinnahmen, bereits ein sehr kleiner Nettoaufwand, weiterhin steigende gebundene Ausgaben, das sind die schwierigen Kennwerte unserer Gemeinde. Windisch ist kein Sanierungsfall, sondern eine Gemeinde mit zu knappen finanziellen Ressourcen.
Steuern erhöhen und weiterfahren wie bis jetzt ist keine Strategie. Weiterhin in Attraktivitätssteigerung der Gemeinde zu investieren und damit die Schulden massiv zu erhöhen ist ebenfalls keine Strategie. Die Schulden, die wir jetzt anhäufen, müssen die heutigen Kindergärtler und Schulkinder bei ihrem Einstieg ins Erwerbsleben zurück zahlen helfen. Werden sie nicht selber Ideen haben, wofür sie Gemeindefinanzen dannzumal einsetzten möchten?