Lehrer als freie Unternehmer

 
In seinem Referat übersetzte der renommierte Pestalozziforscher Dr. Arthur Brühlmeier Heinrich Pestalozzis Erziehungsideen in eine für uns verständliche Sprache. Es gelang ihm, die Zuhörer so zu fesseln, dass man eine Stecknadel hätte fallen hören.

Genau so sollte der Lehrer seine Schüler in Bann ziehen, fordert Pestalozzi – nicht durch Gebrauch von Macht, sondern durch seine geistige Autorität.

Er sieht die Lehrer – um einen modernen Begriff zu verwenden –  als „freie Unternehmer“, die tun, was ihnen sinnvoll erscheint, um Verstand, Gemüt und Können der ihnen anvertrauten Kinder allseitig zu entwickeln. Leider aber hat die Bildungspolitik den Lehrer mehr und mehr zu einem Befehlsempfänger degradiert, der den Schülern – gemäss Lehrplan 21 – Tausende von „Kompetenzen“ beibringen soll. Ein langanhaltender Applaus zeigte, dass der Referent den Anwesenden (auch einigen Lehrern) aus dem Herzen gesprochen hatte.

Der Begriff „Lehrer als freie Unternehmer“ freut den Veranstalter, die Ortssektion Windisch der SVP. Ihrem Programm entspricht die Forderung nach eigenverantwortlicher Methoden- und Lehrmittelfreiheit sowie die harmonische Förderung aller kindlichen Kräfte, eben die Entfaltung von „Kopf, Herz und Hand“ in der Sprache Pestalozzis.

Brühlmeier wies auf sein pädagogisches Vermächtnis „Menschen bilden“ hin, das kürzlich in dritter Auflage im Verlag „Merker im Effingerhof“ erschienen ist. Hier finden sich Impulse zur Gestaltung des Bildungswesens nach den Grundsätzen von Pestalozzi. Eine lohnende Lektüre!