Da stehen wir nun. Glücklich wirkt hier kein Gesicht. Logisch nach diesen zwei Wochen! Abschied nehmen fällt da auch den tapfersten Ritter nicht leicht. Abschied nehmen heisst aber auch nach vorne zu blicken und sich auf viele weitere tolle Anlässe zu freuen. Wir sind uns jedenfalls alle bewusst, dass es mindestens ein Jahr andauern wird, bis wir wieder annähernd ein solch abenteuerreiches Ereignis erleben dürfen. Doch warum ist jedes Sommerlager so einzigartig? Warum haben wir jedes Jahr das Gefühl, dass man ein solches Lager nie mehr überbieten kann? Wahrscheinlich alles Fragen die wir nicht genau beantworten können. Was wir aber können, ist einen kleinen Rückblick zu wagen:

8. Juli 2012 – Es war ein sommerlicher Samstagmorgen, als uns König Hektor begrüsste und uns von seinen vergangenen Wochen erzählte. Viele von uns kannten natürlich schon die Vorgeschichte, mit dem gefundenen Hinweis von einem früheren Jungwacht Windisch Ritterorden über einen sogenannten Gral, welcher von unglaublichem Wert sein müsse. König Hektor erstattete uns also Bericht, über seine bisherige Suche in Les Verrières. Er erzählte uns, dass er einen weiteren mysteriösen Gegenstand gefunden hat, welcher auch Kryptex genannt werde. Darauf machten viele fragende Gesichter die Runde und so beschlossen wir, unsere Sachen zu packen und aufzubrechen nach Les Verrières. Doch bevor König Hektor uns überhaupt das Zeichen geben konnte, standen da plötzlich drei Gestalten in Schwarz auf dem Platz. Der Eine zog seine Kapuze ab und stellte sich mit arroganter Stimme vor. Es war niemand anderes, als der Fürst von Gralsburg und seine zwei Helfer Heinrich und Friedrich. Er forderte König Hektor auf, ihm das mysteriöse Kryptex zu übergeben und ihm die Suche nach dem Gral zu überlassen, sonst werde es gleich hier auf der Stelle zum Kampf kommen. König Hektor antwortete ihm deutlich, dass er diese Forderungen nicht erfüllen werde und ruf sogleich zwei seiner besten Ritter hervor. Nach einem kurzen Gefecht, konnten wir den Fürsten und seine Gefährten in die Flucht jagen und unserer Reise stand nichts mehr im Wege.

Der Start ins Sommerlager verlief etwas harzig, die Unterkunft bot uns nicht gerade zwei Wochen Wellness und der dauerhafte Wind welcher durch dieses „Val de Travers“ zog, ging mit der Zeit etwas auf die Nerven. Nichts desto trotz machten wir (wie immer) das Beste daraus und trotzten diesen suboptimalen Bedingungen. Die Stimmung war zu jeder Zeit unschlagbar, denn schlussendlich wollte hier jeder zum Ritter geschlagen werden. Die Voraussetzung von König Hektor war, dass nur richtige Ritter sich hier uns in das Abenteuer stürzten dürfen.

Wir schmiedeten also unsere Schwerter und Schilder, kreierten unsere Umhänge und Rittergewänder und bereiteten uns mental auf diese wichtige Aufgabe vor.

Die erste Woche nahm seinen Lauf und alles lief perfekt, bis auf diesen Dienstagabend. Wir fanden heraus, dass das Kryptex eine Rolle mit einem 6-stelligen Zahlencode war und dass darin ein Hinweis auf den Gral sein müsse. Ritter Marek nahm sich ein paar der Knappen und versuchte den Code zu knacken. Da packten ihn plötzlich ein paar dunkle Gestalten und entführten ihn. König Hektor brauchte nun etwas Ruhe und dachte sich einen Plan aus. Er beschloss mit seinen tapfersten Ritter auf die Suche nach Marek und dem Kryptex zu gehen, denn ohne Kryptex konnten wir uns unsere Suche nach dem Gral abschminken. Die Suche dauerte lange, sehr lange! Ein paar Tage vergingen und es war bereits Donnerstagabend. Wir machten uns schon alle Sorgen. Alle fragten sich, wo König Hektor und die tapferen Ritter blieben... die Unruhe wurde grösser und grösser und ehe wir zu Bett gingen, weckte uns König Hektor auf. Alleine stand er da und erzählte uns, dass er und die Männer in einen Hinterhalt gerieten. Nur er konnte entkommen, die tapferen Ritter waren nun ebenfalls Gefangene im Lager des Fürsten. König Hektor brauchte unsere Hilfe. Alle Knappen und alle Ritter, welche noch im Lager waren mussten ihm helfen. Sonst wäre nicht nur der Gral verloren, sondern auch unsere besten Männer. Als Gegenleistung versprach er, dass er alle Knappen zum Ritter schlagen werde.

Wir packten also Schild und Schwert und brachen auf Richtung Lager des Feindes. König Hektor hatte natürlich einen Plan. Die Masse sollte ein Ablenkungsmanöver klar machen, während der Rest aus einem Rückhalt die Gefangenen befreien sollte. Man glaubte es kaum, aber die Aktion klappte und wir schafften es endlich dem Fürsten eins auszuwischen. Marek und die Ritter waren befreit! Das Krytptex wieder in unserem Besitz, was für ein Triumph!

Der Rest der ersten Woche verlief dann eher etwas ruhig. Wir meisterten eine kleine Wanderung, wurden alle wie versprochen zu Ritter geschlagen und übten an unseren Ritterfähigkeiten.

Zweite Woche, nun galt es ernst! Wir mussten nicht nur das Kryptex knacken, sondern auch stets auf Angriffe des Fürsten gefasst sein. Der Start in die zweite Woche verlief dann aber doch relativ gemütlich. König Hektor meinte wir hätten es uns ein paar gemütliche Tage verdient und so durften wir nicht nur zwischen verschiedenen tollen Programmblöcken auswählen, sondern auch einen Tag lang das komplette Lager alleine leiten! Wwir verbrachten eine tolle Zeit und wurden von Tag zu Tag heisser auf den Gral. Wäre da nur nicht dieses verflixte unlösbare Krytpex! Kurz vor der Verzweiflung dann doch noch ein Hoffnungsschimmer. Während einem Nachtgeländespiel erreichte uns die Nachricht, die Späher von König Hektor haben gesehen, dass der Fürst über spezielle „Codekarten“ verfügt.

Wir wussten sofort, dass wir nur eine Wahl hatten. Wir mussten die Offensive ergreifen und das Lager stürmen. Einer unserer Leiter hatte sogar noch die tolle Idee, eine alte effektive Waffe einzusetzen: Wasserbalöne! Und siehe da, als die gut 50 Wasserbalöne um Mitternacht durch die Lüfte des „Val de Travers“ flogen, bekam es der Fürst tatsächlich mit der Angst zu tun und verzog sich in die Wälder samt Anhängerschaft. Der Triumph war gross und wir standen kurz vor dem Ziel. Am nächsten Tag fiel uns jedoch auf, dass eine Karte noch im Besitz des Fürsten sein müsste. Wir tappten also wieder im Dunkeln. Doch als König Hektor kurz vor dem Abendessen auf unserem Platz erschien und erzählte, dass der Fürst aufgegeben hat und ihm die letzte Codekarte übergeben habe, war es dann endlich soweit. Das Ziel war endlich in greifbarer Nähe. Wir knackten das Kryptex und fingen an, diesen Gral zu suchen und nach einer Stunde war es dann soweit. Eine riesen Kiste und darin ein kleiner silberner Kelch- Der Gral!

Wir haben es wieder einmal geschafft! Wir haben unserem alten Ritterorden der Jungwacht Windisch alle Ehre erwiesen und den alten Gral gefunden! Es folgte danach das grösste Ritterfest, welches dieses „Les Verrières“ jemals gesehen hat. Überglücklich machten wir uns am folgenden Freitag auf die Heimreise und wieder einmal wurden wir alle Zeugen davon, dass bei der Jungwacht Windisch dabei sein, alles ist!

Bis zum nächsten Sommerlager!

Euer Leiterteam!