Natur- und Vogelschutzverein Unterentfelden

Die Brüelmatte geht frisch frisiert in die Winterpause

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Das Naturschutzjahr geht bereits wieder dem Ende entgegen. Der letzte Arbeitseinsatz im Jahresprogramm des Natur- und Vogelschutzvereins Unterentfelden wurde im Naturschutzgebiet Brüelmatte geleistet. Eine Gruppe Freiwilliger führte den jährlichen Kopfweidenschnitt bei den Silberweiden aus. Dadurch erhalten diese einheimischen Bäume die ihnen typische Form einer Verdickung am oberen Ende des Stamms.

Früher waren die Kopfweiden ein weit verbreitetes prägendes Landschaftselement in unserer Region. Die Form der Kopfweide ist in diesem Sinne kultiviert und gewollt und kommt natürlicherweise so nicht vor. Durch diese Schnittweise wird die Silberweide dazu gebracht, im nächsten Frühjahr am Kopf unzählige Jungtriebe zu bilden, die früher für verschiedene Handwerker als Rohmaterial dienten. Mit den gut biegbaren langen Weidenruten wurden Körbe geflochten; die etwas älteren Äste wurden häufig zu Pfählen verarbeitet, die für das Errichten von Weidezäunen gebraucht wurden. Durch die enorme Regenerationsfähigkeit der Weiden entstanden in kurzer Zeit aus diesen Pfählen neue Pflanzen, was auch den Umstand erklärt, weshalb Kopfweiden sehr oft in einer Reihe stehen. Heute werden die leicht austreibenden Ruten für den Lebendverbau eingesetzt. Dabei werden zur Befestigung von rutschgefährdeten Hängen sogenannte Faschinen (Bündel von Ruten) auf die Erde gelegt. Durch die schnelle Wurzelbildung sichern sie die Erdmassen sehr effektiv.

Heute haben die Kopfweiden vor allem einen sehr grossen ökologischen Nutzen. Durch das periodische Schneiden bilden sich Löcher und Ritzen, die verschiedensten Insekten und Vögeln als Refugien, also Rückzugs- und Nistmöglichkeiten, dienen. Aber auch der Stamm der Weide, der nach wenigen Jahren bereits eine raue Borke bildet, beherbergt eine Unmenge an unterschiedlichsten Insektenarten, die wiederum für andere Tiere als Nahrungsgrundlage dienen. Alte Kopfweiden sind oft hohl und bieten so Höhlen für Vögel wie den Steinkauz. Weitere Charakterarten der Kopfweide sind auch der Wiedehopf, ein Brutvogel, der leider in unserer Umgebung sehr selten geworden ist, sowie der Mulmbock, ein bis zu 5 cm langer schwarzer Käfer. Vielleicht können durch das Pflegen der Weiden und mit viel Geduld dereinst auch solche seltenen Arten wieder heimisch werden. Ein Anfang ist jedenfalls gemacht.

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