Der TV Möhlin hat die Marschroute in der Partie gegen Horgen von Anfang an vorgegeben. Zwar schaffte es der abstiegsgefährdete Gegner aus Horgen ein paar Mal heranzukommen, aber die Fricktaler reagierten jeweils postwendend.

Der Ungare Patrik Vizes übernahm die beiden ersten Treffer, danach netzte Karlo Ladan nach einem Pass von Florian Wirthlin zum 3:2 (5.) ein. Oliver Mauron erzielte im Tempogegenstoss das 4:2 und erntete dafür Begeisterung vom Publikum. In der nachfolgenden Unterzahl kassierte Möhlin einen Treffer, ehe seine Offensive wieder ins Rollen kam.

Nebst Mauron überzeugten nun auch Tin Tokic vom Siebenmeterpunkt (4 Treffer) oder Rok Jelovčan im Tor. Jelovčan parierte den Strafstoss von Luca Oberli in der 17. Spielminute beim 9:7 souverän.

Sebastian Kaiser ist nach Verletzungspause zurück

Sebastian Kaiser ist nach Verletzungspause zurück

Dem Kraftakt war ein zweimaliger Ballverlust von Vices und ein umstrittenes Foul zu Gunsten der Gäste vorausgegangen. Im Gegenzug wirkte Horgen im Angriff eher träge, brauchte lange um seine Auslösungen durch Luca Oberli oder Nico Wolfer abzuschliessen. So beendete Möhlin die erste Halbzeit verdient mit 16:13.

In Durchgang zwei übernahm der kurz zuvor eingewechselte Sebastian Kaiser aus dem Rückraum mehr Verantwortung. Und zusammen mit Florian Doormann setzte er unentbehrliche Akzente für den TV Möhlin.

Dass die Partie nichts an Spannung und Brisanz einbüsste, bewiesen auch die Zweiminutenstrafen gegen die sich anpöbelnden Florian Wirthlin und Sasha Mackintosh in der 34. Minute oder der Schlag in Florian Doormanns Gesicht in der 38. Spielminute.

Die nachfolgende Aktion von Florian Wirthlin, der im letzten Moment entschlossen aufs leere Horgener Tor warf und das 20:17 markierte, versetzte die heimischen Fans wieder in Festlaune.

Zaudern nach horgener Timeout

Fantastisch anzuschauen war auch die nächste Aktion von Mauron zum Vier-Tore-Vorsprung in der 40. Minute, was Horgen zum Verzweifeln und zu ihrem nächsten Timeout zwang. Das zeigte insofern Wirkung, als der Gastgeber nun offensiv zauderte und vier nacheinander gescheiterte Würfe auf Horgens Tor verbuchen musste.

Derweil der Gegner, zuletzt durch Luca Oberli, auf 20:22 verkürzte und danach gar den Anschlusstreffer erzielte (21:22/49.). Da kam Florian Doormann gerade zur rechten Zeit zurück aufs Feld und erzielte ein wichtiges Tor für Möhlin. Die Defensive arbeitete sich zu und machte den Weg frei für die nächsten erfolgreichen Treffer zum komfortablen 27:22 (54.).

Dann wurde es nochmals richtig spannend: Fünf Minuten vor Abpfiff die Rote für Mauron (28:22). Horgens Oberli startete aus dem Rückraum, in schneller Vorwärtsbewegung und im Steigen begriffen, als der ebenso temposchnelle Defensivspezialist ihn mit ausgestrecktem Arm ein Schlag ins Gesicht verpasste.

Mauron wollte vermutlich den Wurfarm des Angreifers blockieren und realisierte erst danach, dass er Oberli zwar nicht verletzte, aber grob attackiert hatte. Für diese Aktion gab es Rot mit Blau, was ein Bericht mit allfälliger Sperre nach sich ziehen kann.

Horgen schrieb anschliessend fünf (!) Treffer gut, auch weil Möhlin der offensiven Defensive der Gäste nicht standhielt, den Ball verlor oder Sebastian Kaiser für den «Klamauk-Angriff» eines Horgeners mit der Zeitstrafe bestraft wurde. Am Ende reichte aber das Polster und Möhlin gewinnt nicht unverdient mit 29:27. Damit rutscht der TVM wieder auf Position drei in der NLB-Tabelle.