In der vergangenen Saison 2016/17 konnten beide Kontrahenten jeweils ihr Heimspiel gewinnen. Während Möhlin das Hinspiel im Oktober 2016 mit 26:25 gewann, entschieden die Zürcher das Rückspiel im März 2017 mit 31:30 für sich. Wer allerdings dachte, das erste Aufeinandertreffen in der neuen Saison würde genauso hart umkämpft starten, sah sich schon nach wenigen Minuten im Irrtum. Die zwei Teams begannen eher gemächlich und so blieben auch die ersten Angriffe ohne zählbare Ergebnisse. 

In der gesamten ersten Spielhälfte zeigten sich beide Mannschaften zumindest in der Offensive nicht von ihren besten Seiten. Im Kontrast dazu standen die beiden Herren auf der Torlinie. Möhlins Rok Jelovcan und Horgens Andrija Kasalo vereitelten Chance um Chance und brachten die Angreifer der Verzweiflung nahe. Nach 20 Minuten Spielzeit verzeichneten beide Torhüter unglaubliche Abwehrquoten von rund 70% bei einem entsprechend tiefen Skore von 4:4.

Torhüter zeigen gute Leistungen

Die Fricktaler hatten während rund dreizehn Minuten keinen Treffer erzielt und vergaben somit die nach acht Minuten heraus gespielte Dreitoreführung (1:4). Beide Torhüter entschärften in dieser Phase Abschlüsse, bei denen sie normalerweise scheinbar machtlos sind, wie Siebenmeter, Tempogegenstösse oder Schüsse vom einem freistehenden Spieler an der Sechsmeterlinie. Die Handballer vom linken Zürichseeufer arbeiteten sich auf diese Weise in die Partie zurück und übernahmen noch in der ersten Hälfte mit dem 10:8 die Führung (29‘).

Die Aargauer konnten zur Halbzeit mit ihrer Chancenverwertung trotz der guten Torhüterleistung nicht zufrieden sein. Trainer Cordas fand in der Kabine aber offenbar die richtigen Worte, sowie die entsprechenden Anpassungen, um die Angriffsmaschinerie ins Rollen zu bringen. Nach dem Wiederanpfiff drehte Möhlin nämlich das Spiel, begünstigt durch eine Zeitstrafe gegen Horgen, innert wenigen Minuten wieder um. Nach nur sechs Minuten in der zweiten Halbzeit erhöhte Manuel Csebits, bester Torschütze des Abends, die Führung auf 10:14. Nun waren es also die Fricktaler gewesen, die fünf Tore ohne zwischenzeitlichen Gegentreffer erzielten.

Horgen wollte sich nicht geschlagen geben

Die Horgner hatten jedoch in der ersten Halbzeit Blut geleckt und wollten sich nicht so einfach geschlagen geben. Besonders Jonas Affentranger, der fünf von den elf zürcher Toren in der zweiten Halbzeit erzielte, verdeutlichte den Willen der Zürcher, bis zur Schlusssirene weiter zu kämpfen. Und genauso schritt die Partie in der Folge voran. Beide Teams versuchten nun mit mehr Tempo zu agieren und obwohl die Torhüter weiterhin gute Aktionen zeigten, verzeichneten auch die Angriffsreihen mehr Erfolg im Abschluss. Daraus resultierte ein ganz anderer Spielverlauf als noch in der ersten Halbzeit.

Die der Statistik zu entnehmende möhliner Führung von jeweils drei bis vier Toren in der zweiten Spielhälfte täuscht allerdings über das Geschehen in der Waldegghalle hinweg. Sicherlich behielt Möhlin die Oberhand in der Partie, aber von Spielkontrolle zu sprechen wäre vermessen gewesen. Vom Heimteam ging trotz allem eine konstante Bedrohung aus, denn eine Zweiminutenstrafe gegen Möhlin hier, zwei bis drei schnelle Gegenstösse der Zürcher da, und schon hätte alles wieder ganz anders ausgesehen. Den Zuschauern blieb daher die Spannung bis kurz vor Schluss erhalten. Die Aargauer zeigten aber Nervenstärke und konnten die Partie solide zu Ende bringen. Ein Tor von Sebastian Kaiser eine Minute vor Schluss zum 20:24 besiegelte schliesslich den möhliner Sieg, den die Fricktaler abermals ihrer starken Defensivleistung und an diesem Abend insbesondere der überdurchschnittlichen Torhüterleistung verdanken.