Die verbleibenden Qualispiele sind oft eine mentale Herausforderung. Natürlich geht es darum die Spiele zu nützen hinsichtlich Cupfinal und Playoffs, dennoch ist es nicht einfach, die gleiche Spannung aufzubauen mit der bald schon anstehenden «crunch time» vor Augen.

Und wenn dann wie im Spiel gegen Chur trotz gewichtigen Umstellungen (Topskorer Johnsson und Routinier Meister fielen kurzfristig aus) schon im ersten Angriff das 1:0 gelingt (Co-Produktion der Känzig-Brothers), dann denkt man im Unterbewusstsein wohl erst recht an einen Selbstläufer. Nun dieser wurde es in keiner Art und Weise.

«Wir agierten nach gutem Beginn zu statisch und teilweise pomadig», kritisierte Cheftrainer Thomas Berger den Auftritt des Meisters, «wir liessen in vielen Aktionen die letzte Konsequenz vermissen. Zum Glück war unser Goalie Nicolas Wolf auf der Höhe seiner Aufgabe und gab uns die Chance zum Sieg.» 

In der Tat, als die Gastgeber ihr Spiel immer mehr den Bündnern anpassten, die lange nicht wirklich den Eindruck hinterliessen, sie würden noch um die Playoffs kämpfen, drehte die Partie.

Matthias Hofbauer teilt aber die Aussagen seines Trainers nicht ganz: «Natürlich spielten wir im Mitteldrittel phasenweise schwach, aber eher weil wir die Geduld verloren. Chur stand sehr tief und da wir nicht die richtigen Mittel faden, gingen wir zu grosse Risiken ein. Das äusserte sich in unklugem Forechecking oder Fehlpässen.»

Tatsächlich profitierte Chur von der Laschheit und den Fehlern im Spiel des Meisters und führte unvermittelt vor Spielhälfte mit 2:1. Es war ein Kehrtwende mit Ansage und der Rückstand war nur nicht noch grösser, weil eben Goalie Wolf einmal mehr bärenstark auftrat. So blieb der SVWE im Spiel und erwacht noch zum richtigen Zeitpunkt.

Topskorer Deny Känzig und Rentsch kehrten das Spiel noch vor der zweiten Pause. Und im Schlussabschnitt kam man dann das richtige Wiler zu sehen, dass mit Tempo und Passkombinationen Chur überforderte. So stand es am Ende dann doch ein souveränes 8:3. (msl)