Nach fünf Minuten 6:2 hinten, etwas mehr als zehn Minuten später 7:8 vorn: Der STV Baden legte auswärts in Basel einen klassischen Fehlstart hin, schüttelte den übermässigen Respekt aber schnell ab und blieb über 60 Minuten mit dem haushohen Favoriten auf Tuchfühlung. 

Massgeblich daran beteiligt: Schlussmann Marco Wyss, der den Basler Angreifern zeitweise wie die chinesische Mauer in Person vorkommen musste, und Spielmacher Phil Seitle, der aus 18 Versuchen sagenhafte 14 Tore erzielte – und wohl sein bestes Spiel überhaupt in Badener Farben ablieferte.

Ausnahmespieler machen den Unterschied

Dass es schliesslich doch nicht reichte, um dem von der Papierform her übermächtigen RTV Basel die erste Niederlage in der dritten Begegnung 2017/2018 beizubringen, lag primär an der Abgeklärtheit der Heimmannschaft. Und an Topshooter Rares Jurca (11/12). Der schiesst nicht nur viele Tore, er langt auch in der Defensive kräftig hin und lanciert ebenso fleissig seine Mitspieler im Angriff.

Da hatte er mit Florian Goepfert (7/10), Basil Berger(4/6) und Igor Stamenov (3/9) mehr Unterstützung zur Seite als Seitle, neben dem einzig Pascal Bühler (5/10) offensive Akzente zu setzen wusste.

Der STV Baden nutzt seine Chancen nicht

Während Basel recht schnörkellos und wuchtig den Weg zum Tor suchte – und meist auch fand – zeigte Baden zwar fantastische Kombinationen und ein freches Fliegertor, scheiterte aber zu oft an der eigenen Nervosität oder am gegnerischen Goalie.

So vermochte der Liga-Primus den aufsässigen Vizemeister über die Zeit stets ein paar entscheidende Tore auf Distanz zu halten und das Spiel schliesslich mit vier Treffern Unterschied für sich zu entscheiden.

Fazit: Hauptprobe ist knapp misslungen

Wäre den Badenern in der allgemeinen Hektik der Schlusssekunden übrigens aufgefallen, dass das Basler Tor leer stand, wäre es sogar bloss ein 32:29 geworden. Nicht auszudenken, was mit einer nur klein wenig besseren Offensivleistung möglich gewesen wäre...

Fazit aus Badener Sicht: Hauptprobe knapp misslungen, aber das Gezeigte macht Lust auf die Heimspielpremiere am Mittwoch in der Aue. Das Grundkonzept stimmt. Werden individuell die richtigen Lehren gezogen und umgesetzt, liegt für Baden weit mehr drin als eine weitere ehrenvolle Niederlage.