Am Mittwoch gegen den Leader, am Samstag gegen den Letzten: Stellt man sich dieses extreme Gefälle als Wanderweg vor, greift man in Gedanken instinktiv nach dem hoffentlich vorhandenen Geländer. In derart abschüssigem Gelände Tritt zu fassen und auf den Beinen zu bleiben – alles andere als einfach.

Den ersten fünf Minuten der Partie war’s anzusehen. Den darauffolgenden 55 auch.

Vorwürfe, das Schlusslicht der Tabelle nicht ernst genommen zu haben, braucht sich Städtli 1 nicht zu machen. Ganz offensichtlich hatte man in der Vorbereitung jeder auch nur ansatzweisen Überheblichkeit abgeschworen und war wild entschlossen, dieselbe Leistung wie gegen Leader Basel abzurufen.

Hochkonzentriert beim Einlaufen, mit verbissener Miene und grimmiger Entschlossenheit nach dem Anpfiff. Sichtlich bemüht, etwas Gescheites auf den Platz zu bringen und bloss keine dummen Fehler zu machen.

5 Minuten fiel kein einziges Tor. Stand nach 20 Minuten: 6:5. Nach 25 Minuten 8:6. Zäh.

Die Wahrnehmung von aussen: An Respekt fehlt es hier nicht. Ganz im Gegenteil. Der BSV Stans wurde ernst genommen. Sehr ernst. So ernst, dass bei Städtli kaum noch Spielfreude übrig blieb.

Die Gäste wurden ihrer Rolle gerecht

Die Gäste wurden ihrer Rolle als Underdog gerecht und fighteten bis zuletzt aufopfernd um jeden Ball. Städtli machte leider dasselbe – statt dem Gegner mit Tempo, Witz und Kreativität den Schneid abzukaufen. Die besten Momente hatte die Heimmannschaft noch in Unterzahl, wo sich der Knoten plötzlich etwas zu lösen schien.

Auch wenn man in der Aue schon unterhaltsamere 60 Minuten erlebt hat: Am Ende schaute in der erwartet schwierigen Partie der standesgemässe, wichtige Sieg für Baden heraus. Städtli 1 kam zwar von der sprichwörtlich schiefen Bahn nicht weg und machte kaum Gebrauch von seiner überlegenen Ausrüstung. Man blieb aber auf den Füssen und kam – erleichtert und mit leicht zittrigen Knien – letztlich unbeschadet an der Talstation an.

Sicherheit in der Defensive dank den Torhütern

Positiv aufgefallen: Die Torhüter Marco Wyss (7/15, 47%) und Michael Schoch (6/22, 28%), die mit ihren Aktionen Sicherheit in die Defensive brachten. Und der junge Noah Gautschi (7/8), der sich nicht nur langsam zum Penaltyschützen der Wahl mausert, sondern auch etwas von jener Frechheit und Unbekümmertheit an den Tag legte, die man beim Gros seiner Teamkameraden schmerzlich vermisste.

Durchatmen. Zwei wichtige Punkte sind im Trockenen. Kommenden Samstag kommt mit der SG Yellow/Pfadi Espoirs eine jener Farmteam-Wundertüten in die Aue, wo man nie so recht weiss, wer da alles auf der Bank sitzen wird. Machen wir uns zur Abwechslung mal keine Sorgen, sondern freuen wir uns einfach auf die Herausforderung – ein Schuss Lockerheit und Zuversicht kann dem Team nicht schaden! Am Städtli-Fäscht sowieso.