Die Skitourenwoche der Sektion Homberg des Schweizer Alpenclubs fand dieses Jahr im Rätikon an der schweizerisch-österreichischen Grenze statt. Ein Glücksgriff, wie sich zeigen sollte, waren die Bedingungen doch vorwiegend optimal.

Die Tourenwoche startete beim Tourenleiter in Wangs mit einem Brunch. Ein guter Anfang. Die Teilnhemer bewegten sich aber doch noch und bestiegen den Hüenerchopf ab Vermol. Es war schon ziemlich warm, der Schnee weich, aber vom Gipfel her fand der Tourenleiter einen Hang mit Pulverschnee. Im Rätikon waren sie damit aber noch nicht, auch am nächsten Tag noch nicht. Denn da bestiegen sie den Schönberg bei Malbun in Liechtenstein, ein unscheinbarer Berg, der aber eine grossartige Aussicht auf das Rheintal und bis zum Bodensee bietet. Der Tag endete in Gargellen im Montafon, von wo die Hombergler am nächsten Tag auf den Rotspitz wollten. Das Wetter hatte aber etwas dagegen, beim Tourenstart schneite es. Mit der Zeit hörte es zwar auf damit, aber der Nebel blieb. Es war nun zu heikel, noch weiter zu gehen, sie genossen lieber den Pulverschnee in der Abfahrt zurück nach Gargellen.

Hinein ins Rätikon

Die Liftanlagen des Skigebietes erleichterte den Teilnehmern den Aufstieg massiv, die letzten 150 Höhenmeter zum St. Antönier Joch legten sie aber auf den eigenen Beinen zurück. Der Aufenthalt dort war nicht angenehm, sie waren in Nebel gehüllt und es windete stark, so dass sie gleich weiter zogen zum Vorgipfel des Riedchopf. Die Aussicht dort war nicht besser, dafür die kurze Abfahrt. Nach dieser stiegen sie wieder hoch, diesmal zum Rotspitz und bis zum Gipfel, aber wieder ohne Aussicht. Dafür entschädigte die Abfahrt nach Partnunstafel, wo die nächste Unterkunft lag.

Alles anders

Der nächste Morgen war wie verwandelt. Ein rosaroter Himmel kündete einen Traumtag an, den die Gruppe nutzte, um die Sulzfluh zu besteigen. Die Crux war ein Couloir, wo die Skis kurz getragen werden mussten, bevor es weiter ging zum windumtosten Gipfel. Eine fantastische Aussicht bot sich den Bergsteigern, ein Meer von Gipfeln breitete sich vor ihren Augen aus. Aber der wirkliche Höhepunkt sollte nun folgen: Über 1000 Höhenmeter Abfahrt in feinstem Pulverschnee! Ausser Atem erreichte die Gruppe das Gauer Tal und erreichte mit einem kurzen Gegenanstieg die Lindauerhütte. 

Auch die nächste Tour auf den Grossen Turm fand bei Traumwetter statt. An mächtigen Felswänden vorbei stieg die Gruppe dem Berg aufs Haupt, genoss die Aussicht ebenso wie die anschliessende Abfahrt, wiederum in feinstem Pulverschnee. Auf der Tour auf die Tschaggunser Mittagspitze schien die Sonne ebenfalls, so dass die Teilnehmer sicher nicht frieren mussten. Eine Herausforderung waren die letzten Meter auf den Gipfel, die Kletterkünsten der Hombergler wurden getestet in Schnee und Fels, aber alle gelangten wieder sicher zurück zum Skidepot. Müssig zu erwähnen, dass die Abfahrt wieder in schönem Pulverschnee stattfand, zumindest im oberen Teil. In Tschagguns endete die Skitour, die Gruppe kehrte wieder nach Wangs zurück.

Grande Finale

Die letzte Tour führte die Hombergler wieder nach Malbun, diesmal aber ins schweizerische. Ziel war der Gross Fulfirst. Der Aufstieg war gemütlich, der Ausblick ins Rheintal und ins Toggenburg war vorzüglich. Zwischen Gross und Chli Fulfirst breitete sich wieder ein grosser Hang mit Pulverschnee aus, aber der Tourenleiter hatte andere Pläne. Die Skibergsteiger banden für die letzten Meter die Skis auf den Rucksack, denn es musste geklettert werden. Wegen Platzmangel stiegen sie vom Gipfel gleich wieder ab auf die andere Seite, wo ein langer, steiler Hang mit Sulzschnee wartete. Auch die weiteren Hänge verwöhnten die Fahrer mit feinem Sulzschnee. Ganz am Schluss mussten die Hombergler die Skis nochmals kurz tragen durch blühende Krokuswiesen. Was für ein Abschluss, was für eine Tourenwoche! Gerne wieder im Jubiläumsjahr 2020, wenn die Sektion Homberg 100 Jahre alt wird.