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Brugger Karatekas erfolgreich am Wadokai Weltcup 2010 in Nagoya (Japan)

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Bettina Süess und Elena Quirici gewinnen Medaillen in Japan

Am vergangenen Wochenende fand in Nagoya Japan der Weltcup (inoffizielle Stilweltmeisterschaft) der Karatestilrichtung Wadokai statt. Drei Brugger Karatekas nahmen aktiv an der Grossveranstaltung teil. Elena Quirici aus Schinznach Dorf gewann in der Kata (technische Disziplin) Silber und im Kumite (Freikampf) Bronze. Bettina Süess aus Brugg stand im Kumite  -68 Kg auch im Finale und unterlag der japanischen Gegnerin ganz knapp in der Verlängerung. Zoe Hartmann aus Hausen zeigte eine gute Leistung in der Technik, unterlag aber gegen die spätere Finalistin aus Neuseeland.

Die drei Brugger Wettkämpfer welche alle Mitglieder des Nationalkaders SKF (Swiss Karate Federation) sind, wurden begleitet von ihrem Coach David Baumann, Brigitte Quirici aus Schinznach, welche hier die technische Prüfung zum 5. Dan absolvieren wollte und Daniel Humbel dem technischen Leiter. Bereits zwei Wochen vor dem Anlass reisten Brigitte Quirici mit Tochter und Daniel Humbel nach Tokyo um bei den beiden Grossmeistern Takagi Sensei und Arakawa Sensei zu trainieren und sich an die äusseren Bedingungen anzupassen. Das Training bei 35 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent verlangte vom Körper einiges ab. Eine Woche später stiess man auf den Rest des Teams und reiste per Flugzeug nach Nagoya. Tägliches Training zur Anklimatisierung stand weiterhin auf dem Programm. Am Samstag fanden die Ausscheidungen in den verschiedenen Kategorien statt. Die 16 jährige Elena Quirici vermochte sich gleich in der technischen und in der Kampfdisziplin für die Halbfinals am Sonntag zu qualifizieren. Bettina Süess welche bei der Elite -68 Kg startete, setzte sich in der Vorrunde ebenfalls durch und qualifizierte sich ebenfalls für den Halbfinale am Sonntag. Zoe Hartmann startete ebenfalls in beiden Disziplinen. Während sie im Kumite in der ersten Runde gegen eine Russin klar unterlag, vermochte sie in der Kata eine ausgezeichnete Kata vorzuführen. Leider reichte es nicht zum Sieg gegen die technisch ebenso versierte Neuseeländerin. Das Lob der Gegner und anerkennende Worte für die Gute Präsentation waren der Lohn für den Wettkampfeinsatz.

Am Sonntag stand Elena Quirici dann im Halbfinale die Lokalmatadorin aus Japan gegenüber. Elena hatte Erfahrung mit japanischen Kämpferinnen und vermochte mit gezielter Technik schnell mit 2:0 in Führung zu gehen. Kurz vor Schluss des Kampfes konnte dann die Japanerin noch ausgleichen und quasi in der letzten Sekunde den Kampf für sich entscheiden. Elena blieb der ausgezeichnete 3. Schlussrang und die Gewissheit, im Kumite bei den Besten dabei zu sein. Es blieb aber keine Zeit der Niederlage nachzutrauern, weil sich Elena sofort umziehen musste für den Halbfinale in der technischen Disziplin (in der Kata tragen die Wettkämpfer Anzüge mit etwas festerem Stoff als im Kumite). Ohne Zeit zur Vorbereitung zeigte Elena dann im Halbfinale die Kata Chinto und Bezwang Ihre französische Gegnerin mit 5:0. Im Finale setzte Elena nach Absprache mit ihrem Coach auf die Kata Wanshu welche sie mit kraftvoller Technik und guter mentalen Präsenz vorführte. Ihre Gegnerin aus England zeigte dieselbe Kata, vielleicht ein klein wenig schärfer in der technischen Ausführung und entschied mit dem mit dem kleinsten möglichen Vorsprung von 3:2 Richterstimmen die Begegnung für sich. Trotzdem beendete die junge Schinznacherin das Turnier auf dem 2. Schlussrang und kehrte mit zwei Medaillen vom wichtigsten Stilturnier der Wado Ryu Karatekas aus dem fernen Tokyo zurück.

Bettina Süess hatte es im Halbfinale mit der englischen Vertreterin zu tun. Mit einer Top Leistung besiegte Bettina ihre Gegnerin klar, mit 5:0 Punkten. Mit Ihrer Spezialtechnik dem Gyakuzuki punktete Bettina immer wieder zum Körper und zum Kopf der Gegnerin. Im Finale stand auf der anderen Seite wie könnte es anders sein die Kämpferin aus Japan. Bettina wusste wie sie gegen die schnellen, auf einer Linie nach vorne stürmenden Japanerinnen vorgehen musste. Die Bruggerin bewegte sich sehr geschickt wich den Japanerin immer wieder aus und vermocht sie so vorerst aus dem Konzept bringen. Sie ging gegen die favorisierte Gegnerin aus dem Land der aufgehenden Sonne sehr verdient mit 2:0 in Führung. Wer aber die Japaner kennt, weiss auch dass diese nie aufgeben, dies hatte man auch beim Halbfinalkampf von Elena Quirici schon bemerkt. Kleine mentale Unsicherheiten bei Bettina vielleicht ausgelöst durch den starken unaufhörlichen Druck der Japanerin ermöglichten dieser den Ausgleich praktisch in letzter Sekunde. In der daraus resultierenden Verlängerung wurden dann der Japanerin zwei weitere Punkte zugesprochen, welche ihr den Sieg brachten. Trotzdem ein ausgezeichnetes Resultat der 21 jährigen Brugger Nationalmannschaftskämpferin, die in diesem Jahr schon viele tolle Resultate erzielen konnte und berechtigte Hoffnung auf eine Selektion zur im November in Serbien stattfindenden WM aller Stile haben darf.

 Daniel Humbel

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