Der Christkatholische Männerverein Möhlin besuchte unter der Leitung seines Präsidenten Willi Müller das Bergwerk Herznach und wurde dort durch Ueli Hohl herzlich empfangen. Gleich ging es zum Stolleneingang und hier berichtete Ueli, dass im Fricktal bereits seit 1207 Erz geschürft wurde. Diese Erzgewinnung zwischen Wölflinswil und Herznach kam leider im Laufe des 18. Jahrhunderts zum Stillstand, doch wurden in dieser Zeit rund 275'000 Tonnen Erz gefördert. Mit der Betriebsaufnahme des Herznacher Bergwerkes im Jahre 1937 begann ein neues Kapitel der Fricktaler Bergbaugeschichte. In den ersten Jahren wurde das Erz in Ermangelung eines geeigneten Hochofens in der Schweiz nach dem Ruhrgebiet exportiert und dort verhüttet. Im Gegenzug erhielt die Schweiz aus Deutschland Roheisen. Anfänglich führte man das Erz mit Lastwagen nach Frick zum Bahnhof. 1942 wurde der Eisenerzsilo mit einem Fassungsvermögen von 1'000 Tonnen gebaut. Aus dem Stollen gelangte das Erz in den Silo und mit einer Seilbahn zur Bahnstation. Von Frick ging's nach Basel, dann per Schiff zur Verhüttung ins Ruhrgebiet, später auch nach Choindez. Infolge des geringen Eisengehalts von rund 30 % und der Schliessung des Hochofens in Choindez wurde 1967 das Herznacher Bergwerk geschlossen, nachdem daraus gut 1.6 Millionen Tonnen Erz gefördert wurden.

Anschliessend an diese Geschichtsstunde ging's zur Stollenbahn und ratternd und zuckend zum Eisenerzsilo. Unterwegs sahen wir einen prächtigen Dammhirsch, einen wunderschönen Naturschwimmteich und konnten von zu oberst auf dem Silo aus 17.5 m Höhe einen einmaligen Blick auf das Dorf Herznach mit der mitten im Dorf dominierenden Kirche St. Nikolaus werfen. Ganz links, aber vom Silo aus nicht sichtbar, befindet sich die über 1000 Jahre alte Verenakapelle. Beim Eintritt ins "Silo" waren wir allen sprachlos: Eine Sitzecke mit Kachelofen, der Frühstücksraum mit Ambiance, pure Wohnkultur! Ein jeder von uns fand eine bequeme Sitzgelegenheit und lauschte Ueli's Erzählungen über den einzigartigen Ausbau des Silos von der Baubewilligung über die Finanzierung bis zum heutigen Ausbau mit purer Wohnkultur. So wurde die Dachkonstruktion aus alten Balken hergestellt und auch die Bodenplatten legte Ueli selber, wobei ihm seine Frau Brigitte die passenden Platten aussuchte. Uns reichte sie ein Gläschen Weisswein aus dem nahen Rebberg und selbstgebackene winzige Häppchen. Eine Etage tiefer sind 2 Zweibettzimmer und zwei Zimmer mit je vier Betten kreisförmig angeordnet. Besonderes Interesse fanden die kleinen zu erkletternden Kinderliegestellen. Alle Zimmer mit moderner Dusche, WC und wireless LAN! Über eine einzigartige Wendeltreppe aus rostfreiem Stahl gelangt man in die romantische Bergwerkstube mit einmaligen Stühlen im untersten Stock.

Aus dem Silo ging's dann in die wundervolle Ammonitensammlung auf welche ein würdiger Raum wartet, gleich wie für die grossen Schienen und die stärkere Lokomotive, welche einmal die Besucher von unten bis in den Stollen transportieren wird. Und dieser wird dann ein Stück weit begehbar sein. Utopie? Nein, Ueli schaffts! Und so wünschte ihm Willi Müller guten Erfolg und dankte mit einem Fläschchen für den wunderschönen Nachmittag.
JS