Die Partie kam also nochmals richtig in Fahrt, war an Aktionsdichte und Spannung kaum mehr zu überbieten. In Bruchteilen von Minuten änderte sich das Spiel: Zehn Minuten vor dem Abpfiff traf Patrik Vizes vom Siebenmeterpunkt und nach dem schnellen Tor von Petar Ilic erledigte auch der junge Yannik Lang vom Flügel seine Aufgabe souverän: 25:21. Alles bestens.

Danach kamen die Kadetten auf zwei Tore heran und Möhlin begann sich mit Fehlern «zuzumüllen». Fünf Minuten waren noch zu spielen und der Spielstand auf 25:24 «geschrumpft». Der eingewechselte Manuel Csebits brachte wieder den nötigen Dampf in die Partie und holte den Siebenmeter heraus. Und Patrik Vizes verwandelte den Ball zum wichtigen nächsten Treffer. Bamert blockte den nächsten Versuch der Schaffhauser und die Halle «kochte».

Stoff für einen Handball-Krimi

Die Begeisterung währte kurz, denn die zwei starken Shooter der Gäste fanden vorne passende Antworten. Nach dem Timeout der Kadetten, sie verteidigten offensiver und machten Druck, schafften sie den gefährlichen Anschlusstreffer zum 28:27. 36 Sekunden verblieben noch auf der Anzeigetafel. Diese nutzte Jürgen Brandstaeter seinerseits für eine Auszeit.

Der letzte Angriff war gestartet, als der Ball plötzlich in den Händen des Gegners landete. Wie eine Walze preschten die Spieler nach vorne und Jonas Schopper schoss Richtung Tor- den Zuschauern stockte der Atem - aber Nicolas Bamert war zur Stelle und beförderte das Leder ins Out! Wahrlich Stoff für einen Handball-Krimi!

Eine ruhige erste Halbzeit

Demgegenüber plätscherte die erste Halbzeit ruhig vor sich hin. Möhlin erspielte sich einen leichten Vorsprung mit tollen Treffern, während das Auswärtsteam jeweils nach langem Herausspielen seine Tore verdienen musste. Die Fricktaler Verteidigung stand gut, arbeitete auf Hochtouren und liess nur wenig Bälle durch. Nach einer Viertelstunde stand es 7:5. Sebastian Kaiser hatte das leere Schaffhauser Tor erblickt und geistesgegenwärtig den Ball über das Spielfeld Richtung Tor geworfen.

Auch in der nächsten Phase, als Florian Wirthlin kurz zögerte und dann den Ball Richtung Maurice Meier spielte und der Kreisläufer zum 8:6 verwandelte, war das Heimteam das spielfreudigere Team. Beim Gegner halfen oft nur Trickwürfe, um die starke Abwehr zu überlisten.

Die Achse Vizes-Meier funktionierte hervorragend, denn Maurice Meier fischte den Ball jedes Mal aus allen Lagen und erzielte eine Traumquote von sechs Treffern. Einzig Yannik Lang vom Flügel und Patrik Vizes aus dem Rückraum wussten dies noch gewinnbringender umzusetzen. Der 18-jährige Nachwuchsspieler wurde am Ende als «Best Player» der Partie gefeiert.

Ein dramatischer Schlagabtausch mit glücklichem Ende

In Umgang zwei startete Möhlin gut, führte in der 37. Minute durch Jonathan Ulmer mit 19:14. Doch danach schlichen sich Ballverluste, Würfe übers Tor ein, welche den Gästen Aufwind gaben. Dank der vereinten Abwehr hielt sich der Schaden in Grenzen und plötzlich lief es auch offensiv wieder rund (22:18/ 48.). Aber wie erwähnt, die Gäste liess das unbeeindruckt, sie drückten aufs Tempo, spielten unverdrossen den Handball, den sie gelernt haben und kämpften weiter. Und so kam es zum dramatischen Schlagabtausch mit dem glücklicheren Ende für die Heimmannschaft!

Der TV Möhlin liegt nach diesem tollen Erfolg an dritter Position. Die Kadetten klassieren sich auf Rang vier, mit einem Punkt weniger.