Die Musikgesellschaft Full erlebte vergangenes Wochenende eine unterhaltsame Vereinsreise

FULL (mg) - Ca. alle 5 Jahre geht die Musikgesellschaft Full auf Vereinsreise. Das Ziel ist dabei üblicherweise geheim. Darum hatten auch die 20 Teilnehmenden der diesjährigen Reise von den Organisatoren Markus und Marcel nur die nötigsten Informationen erhalten: den Treffpunkt, die wichtigsten Dinge, die man mitnehmen sollte, sowie einige sorgsam gewählte Andeutungen auf das geplante Programm, die sich als recht schwer zu knacken erwiesen. Eine davon, die besagte, dass man „den gemütlichen Tiger“ spüren könne, sollte die Reisenden fast das ganze Wochenende beschäftigen.

Klänge, Käse und Quiz

Vergangenen Samstag um 7 Uhr auf dem Schulhausplatz Full bestieg also eine fröhliche Schar den bereitstehenden Kleinbus, der von Chauffeur Thomas Kohler in Richtung Osten gelenkt wurde. Das erste Ziel war das Toggenburgische Unterwasser. Von dort fuhr die Gruppe mit der Standseilbahn zur Bergstation Iltios und wanderte anderthalb Stunden am Klangweg entlang. Dabei konnten die staunenden Musikantinnen und Musikanten mit recht ungewöhnlichen Instrumenten Töne erzeugen. Unter anderem gab es einfache Felslöcher, die als Blas-, Schlag- oder Resonanzinstrumente gespielt werden konnten, einen Holzstamm mit angehängten Kuhglocken sowie eine mehr als mannshohe Stimmmgabel. Der Klangweg endete am Berggasthaus Oberdorf, wo man auf der Terrasse zu Mittag ass. Danach ging es per Sesselbahn hinunter nach Wildhaus.

Der Abstecher ins Toggenburg war damit abgeschlossen und die Gruppe fuhr weiter zum eigentlichen Ziel, dem Appenzellerland. Im Volkskundemuseum im ausserrhodischen Stein durften die Musikantinnen und Musikanten für einmal das machen, was in der Probe jeweils nicht empfehlenswert ist: nämlich einen Käse. Unter Anleitung eines pensionierten Käsers verarbeiteten sie in einer nachgebauten Alphütte im traditionellen Kupferkessel 70 Liter Milch zu vier Museumsmutschli. Diese werden nun in Stein gepflegt. Nach achtwöchiger Reifezeit werden die je anderthalb Kilo schweren Käse dann nach Full verschickt. Gleichzeitig reift in den Köpfen der Fuller bereits schon ein vereinsinternes Fest zur Chästeiltete.

Nach einem Rundgang durch die benachbarte Schaukäserei ging es zur Übernachtung ins Hotel Krone in Brülisau. Die Reisegruppe konnte dort ein feines Nachtessen geniessen und bei einem kniffligen Quiz zum Appenzellerland tolle Preise gewinnen. Wer danach noch nicht müde war, stieg in den Whirlpool oder ging zu einem Schlummertrunk in die zum Hotel gehörige Bar.

Schuhe aus!

Am nächsten Morgen stärkte man sich erst einmal am Frühstücksbuffet. Dann führte die kurze Busfahrt nach Gontenbad, wo es hiess: Schuhe aus! Es stand nämlich eine einstündige Wanderung über den Barfussweg auf dem Programm. Trotz des eher kühlen Wetters wagten es viele, einen Teil oder sogar den gesamten Weg barfuss zurückzulegen. Sie erfühlten dabei viele verschiedene Unterlagen wie Gras, Sand, Äste, Tannenzapfen und Kies. Ausserdem konnte man durch ein Stück fast knietiefen Sumpf waten, wobei der eine oder andere zwar nicht einen Schuh sondern ein Hosenbein voll herauszog.

Der Barfussweg endete an der Talstation der Kronbergbahn in Jakobsbad. Nach der Fussreinigung konnte wer wollte noch eine Runde auf der dortigen Bobbahn drehen. Dann ging es nochmals ein kurzes Stück mit dem Bus. Schliesslich war ja noch der „gemütliche Tiger“ ausstehend. An diesem hatten sich alle die Zähne ausgebissen. Sämtliche Vermutungen vom Tiger-Käse bis zum Zoobesuch erwiesen sich als falsch. Während die Reiseleiter bei den anderen Zielen noch kleine Tipps gegeben hatten, liessen sie sich hier nicht mehr viel entlocken. Erst als der Bus auf dem Parkplatz des Golfplatz Gonten hielt, wurde klar, dass es sich bei dem „gemütlichen Tiger“ um eine Anspielung auf Tiger Woods handelte. Obwohl man auf dem Barfussweg direkt am Golfplatz vorbei marschiert war, war niemand darauf gekommen.

Golf und Wetterglück

Nach einem feinen Mittagessen im Restaurant des Golfplatzes durften sich die Musikantinnen und Musikanten unter Anleitung von zwei erfahrenen Golfern anderthalb Stunden im Einlochen und Abschlagen üben. Danach gönnten sich viele zur Belohnung noch ein Dessert bevor schliesslich die Heimreise angetreten wurde. Chauffeur Thomas Kohler brachte die fröhliche Schar sicher wieder nach Full zurück.

Obwohl für das Wochenende meist schlechtes Wetter angesagt war, und der Grossteil des Reiseprogramms im Freien stattfand, hatten die Fuller unglaubliches Glück und bekamen so gut wie keinen Regen ab. An der Redensart „Wenn Engel reisen, lacht die Sonne“ scheint also vielleicht doch etwas dran zu sein.

Nach diesem unterhaltsamen Ausflug müssen sich die Musikantinnen und Musikanten nun wieder voll der Probearbeit widmen, um beim Cheisacherturmcontest am 6. September in Sulz sowie in Full beim Kinderkonzert am 20. Oktober und den Weihnachtskonzerten am 21./22. Dezember eine gute Falle zu machen.