Leider können wir nicht schreiben: An einem schönen Frühlingsnachmittag im April stieg eine Gruppe Frauen von der Busstation Stadthalle aus durch blühende Wiesen zum Weber Park empor. Nein, der Winter kam genau an diesem Tag zurück und beglückte uns mit dickem Schneetreiben und unerwarteter Kälte. Die schöne Aussicht über das Limmattal war durch Nebel und Wolken verhüllt. Trotzdem bestiegen ein paar Unerschrockene den Steg der in ca. 3 Meter Höhe den Wasserpark umrahmt. Aber was solls: Wir verbrachten gleichwohl einen lehrreichen und schönen Nachmittag in diesem Park, der idyllisch am Waldrand liegt. Die vielen Skulpturen und Fabelwesen entführen in eine Märchenwelt. Die Figuren sind aus Beton gegossen und teilweise mit tausenden Mosaik-Plättchen besetzt. Es funkelt und glitzert in allen Farben.

Bei unserer Ankunft im Park erwartete uns eine Dame am Tor, die uns souverän durch den Park führte und viel Wissenswertes vermittelte: Zum Beispiel, dass Bruno Weber hier oben mit seinen Geschwistern aufwuchs, dass seine Eltern schon da Land besassen und dass Weber Grafiker lernte. Er war ein Multitalent, hatte tausend Ideen und so entstand im Lauf der Jahre dieser Park. Das Wohnhaus der Familie Weber präsentiert sich als pittoreskes Märchenschloss, oder besser als Märchenturm. Eine verwunschene Welt! Ich hätte mich nicht gewundert, unter einem Torbogen die fleissige Marie zu sehen, die als Lohn für ihre Arbeit bei Frau Holle, mit einem Goldregen überschüttet wurde.

Weber war ein äusserst kreativer Mensch, der aus Allem etwas herstellen konnte. In einer Waldlichtung steht ein Teetischchen und fünf zierliche Stühle, wie gemacht zum five o’clock Tea. Das waren mal alte, rostige Gartenmöbel, die Weber mit Beton zu Fabelwesen erweckte.

Anschliessend an unseren Rundgang durch den Skulpturenpark konnten wir uns in einem schönen Saal am Kaminfeuer mit einem Becher heissen Tee aufwärmen.

Dem Frauenverein sei Dank für den schönen Nachmittag, besonders Sonja Fuchs, die diesen Ausflug trotz Wetterpech gut geplant und durchgeführt hat.

Text von Annemarie Gruber