Diese Erfahrung machten die Teilnehmenden am Frühjahrstreffen der Hauswirtschaftlichen Betriebsleiterinnen anlässlich einer Degustation im Staufbergsaal der Stiftung für Behinderte in Lenzburg am 17. März 2014.

Die Erklärung lieferte Richard Huno, Inhaber der Vinothek „Hunavino“ in Möhlin, gleich zu Beginn seiner Präsentation verschiedener alkoholfreier Sekte, Weiss-, Rosé- und Rotweine: Den entalkoholisierten Weinen fehlt mit dem Alkohol ein Geschmacksträger. Erwartet der Degustierende den gewohnten Weingeschmack, wird er enttäuscht. Stellt man sich aber auf neue Geschmackserlebnisse ein, kann man die unterschiedlichen Aromen auch dieser Weine entdecken und schätzen lernen.

Die Gesichter nach den ersten Degustationsschlucken zeigten es: der Geschmack ist herb-sauer (vor allem bei den Weissweinen) bis herb-fruchtig (bei den Rotweinen). Ganz sicher haben sie keine Ähnlichkeit mit süssen Traubensafterzeugnissen – denn sie werden nicht aus unvergorenem Traubensaft, sondern aus Weinen hergestellt. Dabei durchlaufen sie ein Verfahren, bei welchem ihnen der Alkohol (bis auf einen Restgehalt von unter 0,5 % vol.) entzogen wird. Anschliessend werden entzogene Geschmacksstoffe wieder zugefügt.

Sie sind ideale Begleiter zu Mahlzeiten insbesondere in Situationen, wo Alkoholkonsum nicht passend ist – z.B. bei Schwangerschaft oder für Automobilisten und Sporttreibende - und wo man doch ein Glas Wein geniessen möchte. Daneben eigneten sich die Sekte gut zum Mixen von alkoholfreien Cocktails, der Rotwein sei auch für eine alkoholfreie Sangría, einen Glühwein oder eine Weinsauce als Begleiter zu Fleisch gut, mit dem Weisswein gelinge eine alkoholfreie Fischsauce, ein Risotto oder ein Fondue, schwärmte Richard Huno, selber Koch von Beruf.

In der Gastronomiebranche sei der entalkoholisierte Wein noch nicht angekommen, nicht einmal in Autobahnrestaurants, erklärte er auf entsprechende Fragen. In Küchen spezialisierter Kliniken – z.B. in der Psychiatrie oder für Diabetikermenus – werde aber mit solchen Weinen gekocht. Die Hauptabnehmerschaft seien jedoch Privatkundinnen und -kunden.

Ob die Teilnehmenden der Degustation zu diesem Kundenkreis dazustossen oder in den Betrieben, in welchen sie für die Hauswirtschaft zuständig sind, alkoholfreie Weine anbieten werden, wird sich weisen. Jedenfalls wurde der interessante Einblick in diese wenig bekannte önologische Sparte mit Applaus verdankt. Danach wurde das Zusammensein abgerundet mit Gedankenaustausch bei einer Tasse Tee oder Kaffee und einem Gebäck.