Spannender hätte der Final der Männer nicht verlaufen können. Altmeister Dieter Grossen musste sich vor den letzten zwei Schüssen vom Zofinger Bernhard Kayser von der Spitze verdrängen lassen. Vor dem 24. und letzten Schuss lag Kayser, der Meister von 2016, zwei Zehntel vor Grossen.

Praktisch zeitgleich zogen die beiden Schützen am Abzug. Dabei bewies Grossen in der Aarauer Kasernenhalle seine enorme Routine. Der 44-jährige Fuller erzielte 10,4 Punkte gegenüber 9,0 von Kayser. «Glück gehabt, ich hatte einen zittrigen Arm», gab sich der überragende Aargauer Pistolenschütze der letzten Jahre bescheiden.

Knapp am Exploit vorbei

Kayser zeigte sich sportlich gefasst. «Ich wollte eine der neuen Medaillen. Dies habe ich erreicht». Der Zofinger hatte im Final nichts mehr zu verlieren, war er doch nur mit Glück in die Endausmarchung gerutscht. Bei Punktgleichheit mit dem Neunten entschied die letzte Passe zu seinen Gunsten.

«Mit ihm habe ich trotzdem gerechnet», zeigte sich Grossen nicht überrascht von Kaysers Finalsteigerung. Hingegen haderte Titelverteidiger Bruno Schenk. Nach dem Bestresultat in der Qualifikation liefs ihm im Final nicht mehr rund, und er musste sich mit Rang 6 begnügen.

Erster Titel dank Finalkonstanz

Zu ihrem ersten Aargauer Meistertitel kam die moderne Fünfkämpferin Jacqueline Schneider. Die 55-jährige Merenschwandnerin lag nach zehn Schüssen 4,7 Zähler hinter Christine Lovino. Doch die Habsburgerin kam mit der Führung nicht zurecht und musste sich mit Bronze begnügen.

Weil auch die zwischenzeitlich führende Carmen Zelzer nicht ohne Patzer durchkam, genügte Schneider ein solides Restpensum zum klaren Triumph. «Damit habe ich nicht gerechnet, obwohl ich nervlich nicht schlecht bin», erklärte die Zweite der Qualifikation. Vorrundensiegerin Denise Glarner (Hunzenschwil) erlebte dasselbe Desaster wie im Vorjahr und kam im Final nicht über Rang 7 hinaus.

Bei den Junioren verlief der Final extrem turbulent. Schliesslich setzte sich die Bettwilerin Lara Sommer dank konstanterer Leistung vor den Badenern Oliver Zünd und David Sommer durch. Die Badener Pistolenhochburg sicherte sich dazu dank Gerhard Ott und Paolo Carlet den U17- und den Veteranensieg.