Ein gewonnener Punkt deshalb, weil Baden als Mannschaft durchaus seine Spielerqualität habe und nicht zu unterschätzen sei. Immerhin belegt Baden momentan den sechsten Tabellenrang. Aus Zuschauersicht schmerzen natürlich die letzten verpassten Chancen der heimischen Offensive. Die sonst starken Shooter platzierten ihre Würfe nacheinander neben das Tor und schlugen damit einen möglichen Vorsprung in der Zielgeraden in den Wind. 

Dabei startete der TV Möhlin mit einer Zwei-Tore-Führung in die Partie, auch weil Baden bereits ohne Pascal Bühler und zuvor ohne Remo Hochstrasser (Zeitstrafen) agieren musste. Es ging Schlag auf Schlag weiter mit schnellem Angriffsspiel und präsenten Verteidigungslinien auf beiden Seiten. Sebastian Kaiser und Mischa Wirthlin, aber auch Kreisspieler Maurice Meier lieferten die Treffer, derweil Baden erst in der 18.Spielminute den Ausgleich herbeiführen konnte (7:7).

Die Show der Torhüter

Rok Jelovčan lief sich langsam warm und parierte die eine oder andere Badener Aktion, aber Josef Zuber vom Flügel war schwer zu stoppen. Er verwandelte sechs von acht Versuchen. Die nächsten Minuten waren geprägt von viel Kampf um den Ball, um jeden Zentimeter Raum auf dem Feld.

Nach zwei Drittel Spielzeit ging Baden erstmals durch Zuber in Führung, aber Florian Wirthlin erzielte danach den sehenswerten Treffer zum 8:8 (22.). Keeper Jelovčan lief zu seiner Höchstform auf und parierte am Ende 15 von 36 Würfen (42%). Auch sein Gegenüber, neutralisierte nicht wenige Bälle, Marco Wyss kam auf eine Abwehrquote von 37 Prozent.

Und so war es auch die Show der Torhüter, die sich brillant in Szene setzten. Nach dem Timeout der Möhliner konnte sich Baden noch auf zwei Tore absetzen, auch dank ihrem aggressiven und schnellen Spiel. Pausenstand: 11:12.

Erneutes Torhüter-Intermezzo

Die zweite Spielhälfte ging spannend weiter. Baden erhielt einen weiteren Strafstoss zugesprochen, aber Patrik Vizes erzielte danach den erneuten Anschlusstreffer. Beide Teams verteidigten konsequent, packten richtig zu. Die Gastgeber wurden wieder besser und Sebastian Kaiser markierte in der 39. Minute das 16:14.

Baden reagierte aber wie zuvor auf jede positive Serie der Möhliner und kämpfte sich wieder heran. Nach dem erneuten Torhüter-Intermezzo mit Paraden auf beiden Seiten (wobei der parierte Siebenmeter von Ilan Baumann besonders applaudiert wurde), lag Möhlin durch Mischa Wirthlin gar drei Tore vorne (18:15/46.). Wenig später sogar mit deren Vier.

Sowohl Möhlin als auch Baden zeigten vollen Einsatz und viel Kampfgeist.

Sowohl Möhlin als auch Baden zeigten vollen Einsatz und viel Kampfgeist.

Der Vorsprung schmolz aber dahin und plötzlich lag Björn Navarins Truppe wieder im Nacken. Ein technischer Fehler da, ein parierter Wurf dazu und es stand 22:21 (55.). Zwar traf Patrik Vizes vom Siebenmeter, aber Josef Zuber nutzte kurz darauf seinen freien Raum und brachte sein Team auf einen Treffer heran. Als dann auch Ilan Baumann nachdoppelte und den Ausgleich herbeiführte, zeigte die Spieluhr: 59:13.

Nicht voll belohnt für Kampf und Leidenschaft

Aber der nächste Angriff gehörte Möhlin. Das Publikum applaudierte und unterstützte das Heimteam, jedoch flog der Ball über das Tor. Und Baden witterte seine letzte Chance. Björn Navarin fasste noch eine Gelbe und die Spielleitung entschied nach dem Wirrwarr auf vier Sekunden Nachspielzeit.

Nach dem ultimativen Abpfiff mochte keine Mannschaft richtig jubeln, denn beide wollten heute gewinnen. Und wurden nicht «voll» belohnt für so viel Kampf und so viel Leidenschaft!