Pin Wanheab ist des Lobes voll. Der Sprint-Routinier sagt: «So habe ich noch nie gearbeitet in dieser Jahreszeit.» An die neue 60-m-Indoorpiste mit vier Bahnen und Kraftraum bei der Berufsschule Aarau denkt er.

«Da muss ich keine Starts bei 5 Grad üben und dabei ein erhebliches Verletzungsrisiko eingehen.» Und ebenfalls von Bedeutung für Wanheab: Der Süddeutsche Renommier-Coach Patrick Saile, 30, selber Sprinter und studierter Biomechaniker, widmet sich seit einem Jahr den BTV-Sprintern an. Das sorgt für Dynamik.

Saile gilt als äusserst fordernder Coach, gleichzeitig aber als kommunikativer Mensch. Wanheab sagt: «Patrick erklärt, achtet auf jedes Detail und korrigiert ständig.» Das wird nicht nur vom 10,75-Sekunden-Sprinter geschätzt, das wirkt auch anziehend.

«Wegen Patrick»

Der Basler Silvan Wicki wandte sich schon vor einem Jahr an Saile und begann mit ihm zusammenzuarbeiten. Und Wicki gewann im vergangenen Sommer über 200 m SM-Gold und belegte Platz 7 an der U23-EM.

«Ich habe enorm profitiert“, sagt das 22-jährige Neo-BTV-Aushängeschild und verweist auf seine Leistungsentwicklung – seine Steigerung von 21,14 (16) auf  20,70 (17).

Und Pascal Müller, der aktuell schnellste Aargauer und die Nummer 7 in der nationalen Jahresbestenliste (21,10), ist nach zwei Jahren beim TV Wohlen auf diesen Herbst zum BTV zurückgekehrt – «wegen Patrick», wie er sagt. Auch Wanheab ist ein Rückkehrer – von Langenthal.

Hohes Niveau, hohe Ziele

Aus der neuen Konstellation hat sich ein zusätzliches Plus ergeben: die interne Konkurrenz. «In Basel war ich zuletzt alleine“, sagt Wicki. Müller nickt, wenn er sich an Wohlen erinnert.

Und mit der neuen Sprint-Halle ist auch ein lange gewichtiger Nachteil des Standorts Aarau zu einem Plus geworden. «Für mich passt jetzt alles, ich schätze mich in einem optimalen Umfeld», sagt Wicki.

Dies soll sich nächsten Sommer in den Resultaten widerspiegeln: Die Europameisterschaften in Amsterdam nennen Wicki wie Müller als Hauptziel. «Ich will mich für die 200 m und die Staffel aufdrängen», sagt Wicki.

Berlin – sehr konkret

Müller betont: «An Berlin und meine erste internationale Meisterschaft denke ich sehr konkret.» Zu unterbieten gilt es die Marke von 20,90 Sekunden.

Vor allem Müller scheint gefordert. Die Voraussetzung für die von ihm verlangte Steigerung sieht er aber gegeben:

«Wir stossen fast jeden Tag an die persönlichen Grenzen vor, das wird sich auszahlen. Und auch Pin Wanhaeb will mitziehen: «Meine Bestzeiten und zugleich meine Landesrekorde in Kambodscha sollen fallen.»

Nicht nach Basel oder Zürich

Neben seiner 30-Prozent-Anstellung als Sportlicher Leiter bei den BTV-Leichtathleten trainiert  Saile die Fussballerinnen des FC Aarau und arbeitet bei Swissbiomechanics an der Sportclinic Zürich. Ambitiöses Denken wie beim BTV und dessen Sprintern sieht er gern. Und er gibt sich optimistisch.

Dank der neuen Bahn und dem angegliederten Kraftraum sind «die infrastrukturellen Gegebenheiten, um im Winter die Basis für Topleistungen im Sommer zu legen.» Ein dynamisches Vorwärtsstreben ergibt sich so.

Saile sagt: «Wir müssen für ein qualitativ hochstehendes Training nicht mehr nach Zürich oder Basel fahren.»